Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Körung und Zuchtzulassung sind zwei verschiedene Dinge.
- Die VDH-Zucht-Ordnung verlangt drei Nachweise: Gesundheit, Verhalten, Phänotyp.
- Wie geprüft wird, legt der Verein mit der Zuchthoheit fest.
- Beim SV gilt die Neuankörung zwei Jahre, erst die Wiederankörung auf Lebenszeit.
Körung beim Hund klingt nach einem festen Verfahren für alle Rassen. So ist es nicht. Der Begriff gehört einigen wenigen Vereinen. Der Rest arbeitet mit der Zuchtzulassung.
Die kurze Antwort
Die Zuchtzulassung ist die Mindestanforderung im VDH. Die Körung ist ein zusätzliches Auswahlverfahren einzelner Rassevereine, allen voran des SV beim Deutschen Schäferhund.
Der Satz, der viel erklärt
Formwertnoten von Ausstellungen reichen für eine Zuchtzulassung nicht aus. Das steht wörtlich in der VDH-Zucht-Ordnung.
Körung oder Zuchtzulassung: was ist was?
Die VDH-Zucht-Ordnung ist eine Rahmenordnung. Sie legt die Mindestanforderungen fest, die jeder Rassehunde-Zuchtverein einhalten und rassespezifisch ergänzen muss.
Zur Zucht darf danach nur, wer gesund, verhaltenssicher und rassetypisch ist. Diesen Nachweis nennt der Verband Zuchtzulassung.

Die Körung geht darüber hinaus. In der Körordnung des SV steht sie als höchste Zuchtqualifikation, also als Auswahl unter den Hunden, die ohnehin zur Zucht dürfen.
Zweck ist dort eine Auslese nach Wesen, Leistung und anatomischem Aufbau. Wer beim Deutschen Schäferhund von Körung spricht, meint diesen Schritt.
Aus meiner Erfahrung heraus stiftet genau das die meiste Verwirrung. Viele Ratgeber schreiben Körung, meinen aber die Zuchtzulassung eines beliebigen Vereins.
Die drei Mindestanforderungen
Drei Nachweise verlangt die Ordnung. Alle drei müssen sitzen. Sie dürfen zu verschiedenen Zeitpunkten entstehen, fehlen darf keiner.
Mindestanforderungen wörtlich nach § 5 der VDH-Zucht-Ordnung, Stand 1. September 2024.
Ein Satz aus derselben Ordnung räumt ein Missverständnis ab. Formwertnoten auf Ausstellungen reichen nicht.
Auf seiner Seite zur Zuchtzulassung zählt der Verband dasselbe in drei Punkten auf: äußere Erscheinung samt Bewegungsabläufen, Gesundheitsdaten, Verhalten.
Und dort steht der Satz, der die vielen Unterschiede erklärt. Zuständig für die Ausgestaltung ist der Verein, der die Zuchthoheit für die Rasse hat.
Wie das Verhalten geprüft wird
Drei Wege lässt die Ordnung zu. Ein Verein sucht sich aus, welchen er vorschreibt.
- Eine Leistungsüberprüfung in einer eigenen Prüfung, etwa jagdlich, hütend oder als Begleithundprüfung.
- Eine gesonderte Verhaltensüberprüfung am Tag der Zuchtzulassungsprüfung.
- Eine Verhaltensstichprobe am Ort einer Ausstellung, aber in einem eigenen Zeitabschnitt.
Der dritte Weg hat eine harte Bedingung. Die Beurteilung darf nicht während der Ausstellungsbewertung laufen.
Empfohlen sind die ersten beiden Wege. Wie so ein Termin abläuft und was Halter vorbereiten können, steht in Wesenstest beim Hund.
Wie das Aussehen bewertet wird
Für den dritten Nachweis gibt es zwei Wege. Beide führen über einen für die Rasse zugelassenen Zuchtrichter.
Bei der Phänotyp-Beurteilung beschreibt der Richter den Hund am Tag der Prüfung. Das läuft ähnlich wie im Ausstellungsring, in aller Regel aber viel ausführlicher.
Der zweite Weg zählt Formwertnoten aus dem Ring zusammen. Als Beispiel nennt die Ordnung zweimal mindestens „Sehr gut" durch zwei verschiedene Richter.
Empfohlen ist eine Teilnahme an mindestens einer Rassehunde-Ausstellung, bevor ein Hund zur Prüfung antritt.
Gelenke: was die Ordnung vorschreibt
Der Gesundheitsteil ist der Grund, warum eine Zuchtzulassung Monate braucht. Röntgenbilder von Hüfte und Ellenbogen gehören dazu.
Bei der Hüfte gilt eine Skala von fünf Stufen. Frei ist A, Verdacht B, leicht C, mittel D und schwer E.
Zwei Regeln folgen daraus. Hunde mit D oder E dürfen nicht in die Zucht. Und zwei Hunde mit C dürfen nicht miteinander verpaart werden.

Am Ellenbogen zählt die Ordnung vier Stufen: ED-frei, ED-I, ED-II und ED-III.
Auswerten dürfen nur Mitglieder der GRSK, also der Gesellschaft für Röntgendiagnostik genetisch beeinflusster Skeletterkrankungen bei Kleintieren. Was hinter den Befunden steckt, erklären Hüftdysplasie beim Hund und Ellenbogendysplasie bei Hunden.
Für die Augen gilt eine ähnliche Regel. Anerkannt sind Befunde von Tierärzten des Dortmunder Kreises oder von vergleichbar qualifizierten Fachtierärzten.
Zuchtwerte: die Zahl hinter dem Befund
Ein einzelner Befund sagt wenig über die Vererbung. Deshalb rechnen manche Vereine Zuchtwerte aus, die auch Verwandte und Nachkommen einbeziehen.
Die Ordnung nennt die Zuchtwertschätzung ein geeignetes Mittel gegen erbliche Defekte. Sie knüpft das an eine Bedingung: Die Datenlage muss dicht genug sein.
Praktisch heißt das, ein Zuchtwert taugt nur bei einer Rasse mit vielen ausgewerteten Hunden. Bei einer seltenen Rasse bleibt der Einzelbefund das Beste, was es gibt.
Ich halte das für den ehrlichsten Satz der ganzen Ordnung. Er sagt, wo die eigene Methode aufhört.
Körung: Ab welchem Alter?
Hier kursieren im Netz Zahlen, die nirgends stehen. Die Ordnung selbst regelt das Zuchtalter, nicht das Prüfungsalter.
Für Rüden legt der Verein das zuchtfähige Alter fest, zwölf Monate darf er dabei nicht unterschreiten. Bei einer Hündin darf die erste Zuchtverwendung nicht vor dem vollendeten 15. Lebensmonat liegen.
Nach oben gibt es eine Grenze für Hündinnen. Über das vollendete achte Lebensjahr hinaus braucht es eine Genehmigung im Einzelfall.
Ein Mindestalter für die Körung selbst nennt die SV-Körordnung nicht. Sie fordert aber Gelenkbefunde und eine bestandene Gebrauchshundeprüfung. Das dauert.
So läuft eine Körung beim SV ab
Bevor ein Hund überhaupt antritt, muss einiges vorliegen. Die Körordnung listet es Punkt für Punkt.
- Eintrag im Zuchtbuch des Vereins.
- Eine bestandene SV-Wesensbeurteilung.
- Eine fachspezifische Gebrauchshundeprüfung, etwa ZAP, IGP 1 bis 3, HGH, RH2, IFH2, Agility A2 oder Obedience O2.
- Eine bestandene AD-Prüfung unter einem SV-Richter.
- Ein anerkannter Gelenkbefund von Hüfte und Ellenbogen, für Hunde ab Wurftag 1. Januar 2025 „normal" oder „fast normal".
- Mindestens die Zuchtbewertung „Gut" unter einem SV-Richter.
Die Meldung läuft spätestens sieben Tage vor dem Termin. Mitzubringen sind Original-Ahnentafel, das Beurteilungsheft und bei einer Wiederankörung der Körschein.
Am Körtag selbst treten höchstens 50 Hunde an, samstags. Der Körmeister prüft dann fünf Bereiche.
- Die Wesensprobe, die über die gesamte Körung laufen darf.
- Die Schussprobe aus mindestens 15 Schritt Abstand, mit mindestens zwei Schüssen.
- Den Schutzdienst mit Überfall und Abwehr eines Angriffs aus der Lauerstellung.
- Maße und Gewichte, wobei der Körmeister das Widerristmaß selbst abnimmt.
- Standmusterung und Gangwerk, dabei entsteht der Körbericht.
Bei der Wesensprobe verlangt die Ordnung einen Hund, der sich unbefangen, selbstsicher, nervenfest und gutartig zeigt. Bei der Schussprobe soll er sich gleichgültig verhalten.
Der Schutzdienst endet mit einer von drei Stufen. Ausgeprägt, vorhanden oder nicht genügend.
Danach gibt der Körmeister seinen Bericht über den Lautsprecher bekannt. Der Halter bekommt eine unterschriebene Bestätigung, später kommt der Körschein vom Köramt.
Wie lange gilt eine Körung?
Hier steht im Netz oft, ein Hund werde einmal im Leben gekört. Das stimmt nicht.
Die Neuankörung gilt zwei Jahre. Im zweiten Jahr muss der Hund zur Wiederankörung antreten.
Erst diese Wiederankörung gilt auf Lebenszeit. Wer seinen Hund nicht erneut vorstellt, verliert die Körung zum Jahresende.
Zwei weitere Wege beenden sie. Der Verkauf an ein Nichtmitglied, sofern der Käufer nicht binnen drei Monaten eintritt. Und die Abkörung auf Antrag eines Richters.

Was eine Körung beim SV ausschließt
- Erhebliche anatomische Mängel.
- Über- oder Untergröße von mehr als einem Zentimeter.
- Hodenfehler.
- Zahnmangel nach der Aufstellung der Körordnung.
- Erhebliche Pigmentmängel.
- Langhaar oder Langstockhaar ohne Unterwolle.
Was passiert, wenn ein Hund durchfällt?
Zwei Gründe führen zu einer Zurückstellung auf ein Jahr. Entweder reicht die körperliche Ausentwicklung noch nicht. Oder das Verhalten bringt kein körfähiges Ergebnis.
Aus derselben Ursache geht das nur einmal. Verfehlt der Hund das Ziel ein zweites Mal aus demselben Grund, gilt er als nicht geeignet.
Auch eine erteilte Zuchtzulassung kann wieder wegfallen. Der Verein widerruft sie, wenn sich bei den Nachkommen erbliche Defekte häufen oder der Hund selbst Aggressivität zeigt.
Meine langjährige Erfahrung mit solchen Regelwerken sagt mir: Der Widerruf ist der wichtigste Hebel darin. Er wirkt erst, wenn Daten aus der Nachzucht zurückkommen.
Ohne Zuchtzulassung züchten?
Innerhalb des VDH geht das nicht. Fehlt einem Elterntier am Decktag die Zuchtzulassung, ist ein Zuchtverbot zu verhängen. Was das für einen Neueinsteiger heißt, steht in Hobbyzüchter werden.
Die Ordnung verbietet außerdem enge Verpaarungen. Vollgeschwister, Halbgeschwister, Vater mit Tochter oder Enkelin sowie Mutter mit Sohn oder Enkel sind ausgeschlossen.
Über allem steht das Gesetz. Das Tierschutzgesetz verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile fehlen oder untauglich sind und dadurch Leiden entstehen.
Wer außerhalb eines Verbands züchtet, bekommt keine Ahnentafel von VDH und FCI. Käufer sehen dann keine geprüften Befunde der Elterntiere.
Was Käufer davon haben
Für dich als Welpenkäufer sind zwei Punkte greifbar. Die Bescheinigung über die Zuchtzulassung und die Befunde der Elterntiere.
Frag danach, bevor du dich in einen Wurf verliebst. Ein Züchter mit Papieren legt beides ohne Zögern vor.
Beim Abgabealter zieht die Ordnung eine klare Linie. Die Wurfabnahme darf frühestens nach der siebten Lebenswoche laufen, die Abgabe frühestens nach der achten.
Für den Alltag reicht dem gesunden Hund ein passendes Futter. Wer die Ration ergänzen will, findet mit Bierhefe und B-Vitaminen den Lucky Pets Vitamin B-Komplex, eine Tablette am Tag je 10 kg Körpergewicht.

Fazit: Die Zuchtzulassung ist der Mindeststandard im VDH, die Körung ein zusätzlicher Auswahlschritt einzelner Vereine. Drei Nachweise gehören dazu: Gesundheit, Verhalten und Phänotyp. Formwertnoten allein reichen nicht. Wer einen Welpen sucht, fragt nach der Bescheinigung und nach den Befunden der Eltern. Alles Weitere unterscheidet sich von Verein zu Verein.
Häufige Fragen zur Körung beim Hund
Ist die Körung dasselbe wie die Zuchtzulassung?
Nein. Die Zuchtzulassung ist die Mindestanforderung nach der VDH-Zucht-Ordnung. Die Körung ist ein zusätzliches Auswahlverfahren einzelner Rassevereine.
Welche drei Mindestanforderungen gelten für die Zuchtzulassung?
Gesundheit, Verhalten und Aussehen. Der Verband nennt sie A, B und C. Bestehen muss ein Hund alle drei, zeitgleich vorliegen müssen sie aber nicht.
Reicht eine gute Note von einer Ausstellung?
Nein. Die VDH-Zucht-Ordnung hält ausdrücklich fest, dass Formwertnoten auf Ausstellungen nicht ausreichen.
Körung: Ab welchem Alter darf ein Hund in die Zucht?
Die VDH-Zucht-Ordnung nennt für Rüden ein Mindestalter von 12 Monaten. Bei Hündinnen darf die erste Zuchtverwendung nicht vor dem vollendeten 15. Lebensmonat erfolgen.
Gibt es ein Mindestalter für die Körung?
Die Körordnung des SV nennt keines. Praktisch verschiebt sich der Termin trotzdem, weil Gelenkbefund und Gebrauchshundeprüfung vorher vorliegen müssen.
Wie lange gilt eine Körung beim SV?
Die Neuankörung gilt zwei Jahre. Im zweiten Jahr muss der Hund zur Wiederankörung antreten, erst diese gilt auf Lebenszeit.
Welche HD-Grade schließen von der Zucht aus?
HD-Mittel (D) und HD-Schwer (E). Zwei Hunde mit HD-Leicht (C) dürfen außerdem nicht miteinander verpaart werden.
Wer darf die Röntgenbilder auswerten?
Nur Mitglieder der Gesellschaft für Röntgendiagnostik genetisch beeinflusster Skeletterkrankungen bei Kleintieren, kurz GRSK.
Was passiert, wenn ein Hund nicht besteht?
Der SV stellt ihn auf ein Jahr zurück, wenn die Ausentwicklung fehlt oder das Verhalten nicht reicht. Aus derselben Ursache geht das nur einmal.
Darf ich ohne Zuchtzulassung züchten?
Innerhalb des VDH nicht. Fehlt einem Elterntier am Decktag die Zuchtzulassung, ist ein Zuchtverbot zu verhängen und der Wurf bekommt keine Ahnentafel.
Woraus besteht eine Ankörung beim SV?
Aus Wesensprobe, Schussprobe, Schutzdienst, dem Nehmen von Maßen und Gewichten sowie Standmusterung und Gangwerk.
Warum unterscheiden sich die Vereine so stark?
Weil der VDH nur einen Rahmen setzt. Die konkrete Ausgestaltung liegt beim Verein, der die Zuchthoheit für die Rasse hat.
Quellen
- VDH-Zucht-Ordnung (VDH-ZO), Stand 01.09.2024 (PDF)
- VDH – Zuchtzulassung für Hunde
- Körordnung des SV (Verein für Deutsche Schäferhunde), Fassung 2026 (PDF)
- § 11b Tierschutzgesetz – Verbot von Qualzüchtungen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung und keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Ordnungen des jeweiligen Rassehunde-Zuchtvereins.
