Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Der Peekapoo hat keinen Rassestandard. Seine beiden Elternrassen haben einen.
- Der Pekingese-Standard Nr. 207 nennt keine Widerristhöhe, nur ein Idealgewicht.
- Der Pudelstandard Nr. 172 nennt keine Gewichte, nur Widerristhöhen.
- Der Fang muss beim Pekingesen sichtbar sein. Verengte Nasenlöcher sind inakzeptabel.
Der Peekapoo ist die Kreuzung aus Pekinese und Pudel. Im Netz steht dazu ein fertiger Steckbrief mit Größe, Gewicht und Lebenserwartung. Nachrechnen lässt sich davon fast nichts. Ich zeige dir, warum das so ist. Und was in den beiden Standards wirklich steht.
Die kurze Antwort
Peekapoo ist ein Kreuzungsname, keine Rasse. Beide Elternstandards zusammen ergeben weder eine Größen- noch eine Gewichtsspanne.
Der Punkt, den viele übersehen
Der Pekingese-Standard verlangt einen sichtbaren Fang und große, offene Nasenlöcher. Diese Frage erbt der Mix mit.
Warum hier keine Zahlen zusammenpassen
Beim Ableiten einer Spanne braucht man beide Seiten. Der FCI-Standard Nr. 207 für den Pekingesen nennt unter Größe und Gewicht nur einen Satz. Als Idealgewicht steht dort nicht über 5 Kilogramm für Rüden sowie nicht über 5,4 Kilogramm für Hündinnen.

Eine Widerristhöhe fehlt in diesem Standard vollständig. Umgekehrt führt der FCI-Standard Nr. 172 für den Pudel vier Größen in Zentimetern auf, nennt aber kein einziges Gewicht.
Jede Seite liefert genau das, was der anderen fehlt. Ein Höhenkorridor käme allein aus der Pudelseite, ein Gewichtskorridor allein aus der Pekingesen-Seite. Beides wäre eine halbe Rechnung.
Angaben aus den deutschen Fassungen der FCI-Standards Nr. 207 (Pekingese, 26.03.2009) und Nr. 172 (Caniche, 20.03.2024).
Wer trotzdem eine Zahl braucht, wiegt und misst den eigenen Hund. Das klingt banal, ist aber die einzige belastbare Auskunft. Bei einer Kreuzung ohne Standard gibt es keine zweite.
Wie sich das bei anderen Pudelkreuzungen darstellt, zeigt die Übersicht Pudelmischungen.
Der Kopf ist die wichtigste Frage
Der Pekingese gehört zu den kurzköpfigen Rassen. Kurzköpfig heißt: Der Fang ist deutlich verkürzt, der Schädel bleibt breit. Genau daran hängen Atmung, Augen und Wärmeregulierung.
Der Standard geht damit ungewöhnlich streng um. Gleich im ersten Abschnitt steht, dass jegliche Anzeichen von Atembeschwerden inakzeptabel sind. Dasselbe gilt für die Unfähigkeit, korrekt zu laufen. Beides soll streng bestraft werden.
Beim Nasenschwamm wird der Text noch deutlicher. Er soll nicht zu kurz und breit sein, die Nasenlöcher groß und offen. Verengte Nasenlöcher gelten als inakzeptabel. Schwere Falten, die über die Nase hängen, ebenfalls.
Der Fang muss sichtbar sein. Dieser Satz steht wörtlich im Standard. Kurz und breit darf der Fang ausfallen, verschwinden darf er nicht.

Bei den Augen verlangt der Standard klar, rund, dunkel glänzend und nicht zu groß. Ergänzt wird das durch die Formulierung frei von erkennbaren Augenproblemen. Auch das Gangwerk soll nicht durch übermäßiges Haar beeinträchtigt werden.
Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich sind. Dieselbe Frage stellt sich bei anderen kurzköpfigen Rassen, etwa der Französischen Bulldogge.
Für den Mix heißt das nichts Automatisches. Ein Peekapoo kann den längeren Fang des Pudels erben. Er kann aber auch den kurzen Kopf bekommen. Verlassen kann man sich auf keines von beidem.
So sieht ein Peekapoo aus
Der Pekingese bringt eine löwenartige Erscheinung mit, klein, ausgewogen und mäßig untersetzt. Sein Haar ist mäßig lang und gerade, mit einer Mähne wie ein Schal um den Hals. Ohren, Läufe, Rute und Zehen sind reich befedert.
Der Pudel bringt das Gegenteil an Textur mit: ein charakteristisch krauses Haarkleid, gelockt oder geschnürt. Bei einer Kreuzung entsteht daraus häufig weiches, welliges Haar.
Bemerkenswert ist eine Vorgabe im Pekingesen-Standard. Übermäßiges Haar muss streng bestraft werden. Länge und Fülle sollen den Körper nicht verschleiern.
Bei der Farbe ist die Auswahl groß. Der Pekingese-Standard lässt alle Farben und Zeichnungen gleichwertig zu, mit Ausnahme von Albino und Leberfarbe. Der Pudel steht für schwarz, weiß, braun, grau, falb und apricot.

Ein reinrassiger Vergleich hilft beim Einordnen. Wie der kleinere Elternteil aussieht, steht im Porträt Pekinese.
Wesen im Alltag
Vier Worte beschreiben im Standard das Wesen des Pekingesen. Furchtlos, treu, distanziert, nicht ängstlich oder aggressiv. Distanziert ist dabei kein Makel, sondern Zuchtziel.
Der Pudelstandard sagt etwas anderes. Er nennt den Pudel bekannt für seine Loyalität sowie seine Lern- und Dressurfähigkeit. Das mache ihn zu einem besonders angenehmen Gesellschaftshund.
Sturheit steht in keinem der beiden Texte. Wer sie beim Peekapoo dem Pudel zuschreibt, dreht die Angabe des Standards um.
Praktisch triffst du auf eine Mischung aus Nähe und Zurückhaltung. Aus meiner Erfahrung heraus zeigt sich das am deutlichsten bei Besuch. Der Hund kommt, schaut, geht wieder. Das ist kein Erziehungsfehler.
Der Standard beschreibt die Elternrasse, nicht deinen Hund. Bei einer Kreuzung schaue ich mir deshalb immer beide Elterntiere an. Wie sie reagieren, sagt mehr als jede Beschreibung.
Haltung, Auslastung und Erziehung
Beide Elternrassen stehen in Gruppe 9 als Gesellschaftshunde, jeweils ohne Arbeitsprüfung. Der Pekingese in Sektion 8, der Pudel in Sektion 2. Kein Teil dieser Herkunft verlangt Hochleistung.
Trotzdem braucht der Hund Bewegung. Das Gangwerk des Pekingesen beschreibt der Standard als typisch langsam und würdevoll rollend. Lange Läufe bei Hitze passen dazu nicht.
Ich lege bei kurzköpfigen Hunden die Runden in die kühlen Stunden. Morgens und abends statt mittags. Und ich achte auf Geräusche beim Atmen, weil sie früher auffallen als jede Erschöpfung.
Den Rahmen zieht § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Vorgeschrieben sind Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson sowie regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.
Kopfarbeit ersetzt bei diesem Mix einen Teil der Strecke. Zehn Minuten Suchspiel im Flur wirken stärker als eine zusätzliche Runde um den Block.
Fellpflege: Mähne, Ohren und Hosen
Der Pekingese bringt derbes Oberhaar mit dicker, weicherer Unterwolle mit. Diese Kombination verfilzt an drei Stellen zuerst: an der Mähne, an der Ohrbefederung und an den Hosen.
Kommt die Lockenstruktur des Pudels dazu, geht es schneller. Ich kämme deshalb täglich bis auf die Haut. Oben glatt und darunter verfilzt ist der häufigste Fehler.
Fellpflege beim Peekapoo — meine fünf Punkte
- Täglich kämmen, immer bis auf die Haut.
- Mähne, Ohrbefederung und Hosen zuerst kontrollieren.
- Haar um die Augen kurz halten, damit nichts scheuert.
- Hautfalten am Kopf trocken halten, falls welche vorhanden sind.
- Selten baden. Häufiges Waschen trocknet Haut und Haar aus.
Übermäßiges Haar ist laut Standard Nr. 207 ausdrücklich unerwünscht.
Zum Thema Allergie noch ein klares Wort. Weder Nr. 207 noch Nr. 172 erwähnt Allergien mit einer Silbe. Menschen reagieren auf Eiweiße aus Speichel, Hautschuppen und Urin, nicht auf Haare. Was wirklich hilft, steht in Hunde für Allergiker.
Fell entsteht innen. Meine langjährige Erfahrung mit Kleinhunden zeigt, dass ich zuerst auf das Futter schaue und erst danach zur Bürste greife. B-Vitamine zählen zu den Bausteinen für Haut und Haarkleid. Wir bieten dafür den Lucky Pets Vitamin B-Komplex mit Bierhefe an.

Gesundheit und was die Standards ausschließen
Eine Lebenserwartung nennt keiner der beiden Standards. Ich schreibe deshalb keine hin. Zahlen von zwölf bis fünfzehn Jahren stammen aus Steckbriefen, nicht aus Zuchtdokumenten.
Beim Pekingesen schließen zwei Punkte von der Zucht aus. Aggressivität oder übermäßige Ängstlichkeit. Und Hunde, die deutlich körperliche Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen.
Der Pudelstandard führt eine längere Liste. Interessant für Mischlingskäufer ist der Abschnitt zu den Verzwergungsmerkmalen. Genannt sind Apfelkopf, ein übertriebener Stopp, vortretende Augen sowie ein zu kurzer, aufgeworfener Fang.
Diese vier Punkte werden bei Modemischlingen oft als niedlich beworben. Im Standard stehen sie unter den disqualifizierenden Fehlern. Das ist ein deutlicher Unterschied.
Bei einem verwandten Mix stellt sich dieselbe Frage. Wie sie dort ausfällt, steht in Shih-Poo.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Schau dir zuerst den Kopf des Pekingesen-Elternteils an. Der Fang muss sichtbar sein. Die Nasenlöcher sollen groß und offen wirken, nicht wie schmale Schlitze.
Hör dann zu. Ein Elterntier, das im Ruhezustand hörbar atmet, ist kein gutes Zeichen. Genau davor warnt der Standard mit dem Wort inakzeptabel.
Frag nach den Papieren der Elterntiere. Für den Mix gibt es keine Ahnentafel, für Pekingese und Pudel sehr wohl. Ohne Papiere fehlt jede Zuchtaufsicht.
Was beim Züchterbesuch vorliegen sollte
- Sichtbarer Fang und offene Nasenlöcher beim Pekingesen-Elternteil.
- Ruhige, geräuschlose Atmung bei beiden Elterntieren.
- Ahnentafeln der Elterntiere, wenn sie reinrassig sind.
- EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll.
- Abgabe erst im Alter von über acht Wochen, Muttertier beim Wurf.
Bis zur zwanzigsten Lebenswoche schreibt die Verordnung mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson je Tag vor.
Preise nenne ich hier bewusst nicht. Für einen Kreuzungsnamen gibt keine Zuchtordnung einen Aufschlag her.
Passt ein Peekapoo zu dir?
Er passt zu dir, wenn du einen kleinen Begleiter suchst und viel zu Hause bist. Beide Elternrassen wurden als Gesellschaftshunde gezüchtet.
Er passt zu dir, wenn du die Fellpflege wirklich einplanst. Nicht als Vorsatz, sondern als feste Minute am Tag.
Er passt nicht zu dir, wenn du viel bei Hitze unterwegs bist. Ein kurzer Kopf verträgt Sommer schlecht.
Und er passt nicht zu dir, wenn du eine feste Endgröße brauchst. Bei diesem Mix lässt sich nicht einmal ein Korridor sauber ableiten, weil beiden Standards je eine Hälfte fehlt.
Fazit: Der Peekapoo ist eine Kreuzung, keine Rasse. Beim Ableiten von Zahlen stößt man hier an eine Grenze: Der Pekingese-Standard Nr. 207 nennt keine Widerristhöhe, der Pudelstandard Nr. 172 nennt kein Gewicht. Damit lässt sich weder eine Größen- noch eine Gewichtsspanne bilden, ohne die fehlende Hälfte zu erfinden. Belastbar sind zwei andere Angaben. Der Pekingese soll laut Standard nicht über 5 Kilogramm wiegen, bei Hündinnen nicht über 5,4. Und sein Fang muss sichtbar bleiben, die Nasenlöcher groß und offen. Genau diese Frage erbt der Mix mit.
Häufige Fragen zum Peekapoo
Ist der Peekapoo eine anerkannte Rasse?
Nein. Einen Rassestandard gibt es nur für Pekingese und Pudel.
Wie groß wird ein Peekapoo?
Dafür lässt sich keine Spanne bilden. Der Pekingese-Standard nennt überhaupt keine Widerristhöhe.
Wie schwer wird ein Peekapoo?
Auch dafür fehlt eine Seite. Der Pudelstandard nennt kein Gewicht, deshalb bleibt jede Kilozahl geschätzt.
Was steht denn zum Gewicht des Pekingesen?
Als Idealgewicht nennt der Standard nicht über 5 Kilogramm bei Rüden und nicht über 5,4 bei Hündinnen.
Und wie groß ist die Pudelseite?
Der Zwergpudel misst über 28 bis 35 Zentimeter. Beim Toypudel sind es über 24 bis 28 Zentimeter.
Peekapoo: Worauf muss ich beim Kopf achten?
Der Fang muss sichtbar sein. Die Nasenlöcher sollen groß und offen sein, verengte Nasenlöcher gelten als inakzeptabel.
Woran erkenne ich Atemprobleme?
An Geräuschen im Ruhezustand, an schneller Erschöpfung und an Schnarchen. Damit gehört der Hund in die Tierarztpraxis.
Ist ein Peekapoo hypoallergen?
Nein. Der Pekingese bringt derbes Oberhaar mit dicker Unterwolle mit. Allergien kommen in keinem der beiden Standards vor.
Peekapoo: Wie oft muss ich bürsten?
Aus meiner Sicht täglich. Mähne, Ohrbefederung und Hosen verfilzen zuerst.
Ist der Peekapoo stur?
Der Pudelstandard beschreibt Loyalität sowie Lern- und Dressurfähigkeit. Distanziert nennt der Pekingese-Standard sein Wesen.
Wie alt wird ein Peekapoo?
Eine Lebenserwartung steht in keinem der beiden Standards. Ich nenne deshalb keine Zahl.
Peekapoo: Wann darf ein Welpe einziehen?
Erst im Alter von über acht Wochen. Das schreibt die Tierschutz-Hundeverordnung vor.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 207 – Pekingese, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassestandard Nr. 172 – Caniche (Pudel), deutsche Fassung (PDF)
- § 11b Tierschutzgesetz – Verbot von Qualzucht
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Über Atmung, Augen und Haut entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.
