Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 26.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Podenco ist eine Gruppe, keine Rasse.
- Die FCI führt genau drei Podenco-Rassen.
- Die Größen reichen von 20 cm bis 72 cm.
- Andaluz und Maneto stehen nicht in der FCI-Liste.
In der Vermittlungsanzeige steht „Podenco, mittelgroß". Wer das liest, hat noch keine Ahnung, wie groß der Hund tatsächlich wird.
Die kurze Antwort
Podenco bezeichnet eine Gruppe iberischer Jagdhunde. Erst der Zusatz sagt, worum es geht.
Der entscheidende Punkt
Zwischen dem kleinsten und dem größten Podenco liegen mehr als 50 cm Widerristhöhe.
Was die FCI unter P führt
Die Rassennomenklatur der FCI ist die verbindliche Liste. Unter dem Buchstaben P stehen genau drei Hunde mit diesem Namen.

Der erste ist der Podenco Ibicenco. Sein Standard nennt als Ursprung Spanien, genauer die Balearen. Eingeordnet ist er in die FCI-Gruppe 5.
Er ist der größte der drei. Rüden erreichen 66 bis 72 cm Widerristhöhe, Hündinnen 60 bis 67 cm.
Der zweite ist der Podenco Canario. Er stammt aus Spanien und wird laut Standard zur Kaninchenjagd gebraucht.
Seine Maße liegen darunter. Rüden messen 55 bis 64 cm, Hündinnen 53 bis 60 cm.
Der dritte kommt aus Portugal. Der Podengo Português gilt im Standard als Jagdhund, Wachhund und Gesellschaftshund.
Der Podengo ist der Sonderfall
Bei ihm steht nicht eine Größe im Standard, sondern drei. Das macht ihn zur Erklärung für viele Missverständnisse.
Ein kleiner Podengo passt auf den Arm. Ein großer überragt die meisten Familienhunde.
Beide heißen im Ausweis gleich. Aus meiner Erfahrung entstehen genau hier die Enttäuschungen bei Adoptionen.
Größe und Gewicht: was die drei Standards nennen
Drei anerkannte Rassen, fünf Größenangaben. Der Podengo bringt allein drei davon mit.
Nebeneinandergelegt ergibt das eine Übersicht, die in keiner Vermittlungsanzeige steht. Genau sie beantwortet die Frage, die beim Wort Podenco als Erstes kommt.
Widerristhöhe und Haarart wörtlich aus den FCI-Standards Nr. 89 (Stand 26.05.1982), Nr. 329 (Stand 24.06.1987) und Nr. 94 (Stand 04.11.2008). Alle drei Rassen stehen in Gruppe 5, Sektion 7.
Ein Rüde vom Typ Ibicenco misst bis zu 72 cm. Ein kleiner Podengo bleibt bei 20 cm stehen. Mehr als 50 Zentimeter Unterschied, derselbe Sammelname.
Ein Gewicht führen die beiden spanischen Standards überhaupt nicht auf. Nur der portugiesische nennt Kilogramm: klein 4 bis 6 kg, mittel 16 bis 20 kg, groß 20 bis 30 kg.
Für Ibicenco und Canario existiert damit keine geprüfte Gewichtsangabe. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder bei der Vermittlungsstelle ein.
Beim Canario lässt der Standard zwei Zentimeter Spielraum nach oben und nach unten. Er begründet das mit dem Gelände, in dem der Hund lebt und jagt.
Was mit Andaluz und Maneto ist
Beide Namen tauchen ständig in Anzeigen auf. In der FCI-Nomenklatur stehen sie nicht.
Das heißt nicht, dass es sie nicht gibt. Es heißt, dass kein international gültiger Standard ihre Maße festlegt.
Für dich hat das eine praktische Folge. Verlass dich bei diesen beiden nicht auf Zahlen aus dem Netz, sondern auf den Hund vor dir.
Vorsicht bei Größenangaben
- Ohne FCI-Standard gibt es keine verbindliche Widerristhöhe. Genaue Zahlen sind dann Schätzungen.
So sehen Podencos aus
Hochbeinig, trocken, ohne Speckschicht. Der Canario-Standard beschreibt einen Hund mittlerer Größe von länglichem Körperbau, schlank und äußerst widerstandsfähig.
Bei ihm fehlt jedes Unterhautfettgewebe. Rippen, Wirbelsäule und Hüftknochen zeichnen sich deshalb unter der Haut ab.
Die Ohren stehen bei allen dreien aufrecht. Am Ansatz sind sie breit und laufen nach oben spitz zu.
Beim Fell trennen sich die Wege. Der Canario hat nur eine Haarart: glatt, kurz und dicht.
Der Ibicenco dagegen kommt in drei Varianten vor — Glatthaar, Rauhhaar und Langhaar. Das Langhaar misst mindestens fünf Zentimeter, beim Rauhhaar gilt ein Bart als sehr geschätzt.
Der Podengo trägt entweder kurzes glattes oder langes rauhes Haar. Eine Unterwolle hat er in beiden Varianten nicht.
Bei den Farben wird es interessant, weil danach am häufigsten gefragt wird. Beim Canario ist Rot mit Weiß bevorzugt, wobei das Rot von Orange bis Dunkelrot reicht.
Der Ibicenco zeigt Weiß und Rot oder einfarbig Weiß oder Rot. Falbfarbene Hunde sind zugelassen, beim Glatthaar allerdings nicht.
Beim Podengo nennt der Standard Gelb und Falbfarben in allen Schattierungen, hell bis sehr dunkel. Weiße Abzeichen sind erlaubt, bei den kleinen Podengos zusätzlich Schwarz und Braun.
Was alle Podencos gemeinsam haben
Sie sind Jagdhunde. Das steht in jedem der drei Standards. Beschrieben wird damit keine Freizeitbeschäftigung, sondern die ursprüngliche Zuchtabsicht.

Im Alltag bedeutet das einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Wie man mit Jagdverhalten umgeht, steht in Jagdtrieb kontrollieren.
Dazu kommt eine feine Nase und viel Ausdauer. Meine langjährige Erfahrung mit diesen Hunden zeigt, dass Kopfarbeit besser wirkt als lange Runden.
Nasenarbeit eignet sich dafür besonders gut, beschrieben in Nasenarbeit mit dem Hund.
Warum die Herkunft im Verhalten sichtbar bleibt
Diese Hunde wurden über Jahrhunderte für eine bestimmte Aufgabe ausgewählt. Wer schnell war und selbständig entschied, wurde weitergezüchtet.
Genau diese Selbständigkeit erleben Halter heute im Alltag. Ein Podenco wartet nicht ab, sondern handelt.
Ich halte das für die wichtigste Eigenschaft bei der Entscheidung. Wer einen ständig an ihm orientierten Hund sucht, sucht keinen Podenco.
Umgekehrt gilt dasselbe. Mein Eindruck ist, dass diese Hunde bei Menschen aufblühen, die Eigenständigkeit schätzen statt sie zu bekämpfen.
Der Weg nach Deutschland
Die meisten Podencos kommen über den Tierschutz. Sie stammen von der Straße oder aus Auffangstationen in Spanien und Portugal.
Ihre Vorgeschichte prägt sie stärker als der Rassename — wie Straßenhunde ticken, steht in Verhalten von Straßenhunden.
Der Impfstatus gehört vor der Übernahme geklärt. Was dazugehört, steht in Impfung beim Hund.
Ich frage bei Vermittlungen immer zuerst nach der Schulterhöhe des ausgewachsenen Tieres. Bei Welpen ist das die ehrlichste Frage überhaupt.
Gesundheit: was die Standards ausschließen
Eine Lebenserwartung steht in keinem der drei Standards. Zahlen dazu kursieren im Netz, geprüft ist keine einzige davon.
Was die Standards hergeben, sind die zuchtausschließenden Fehler. Alle drei nennen an erster Stelle aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde.
Dazu kommen Tiere mit deutlichen körperlichen Abnormalitäten. Auch Verhaltensstörungen schließen einen Hund von der Zucht aus.
Beim Canario steht ein Satz, der über die Optik hinausgeht: Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen.
Der Ibicenco-Standard geht noch weiter. Er schließt Hunde aus, die Anzeichen einer Kreuzung mit einem Galgo tragen.
Hierzulande kommt das Qualzuchtverbot dazu. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile fehlen oder die unter erblichen Verhaltensstörungen leiden.
Podencos trifft das selten. Sie wurden über Jahrhunderte auf Leistung ausgewählt, nicht auf ein zugespitztes Aussehen.
Ich achte bei ihnen auf etwas ganz anderes. Ein Hund ohne Fettpolster friert im deutschen Winter deutlich früher, als viele Halter erwarten.
Was bei einer Adoption geregelt sein muss
Podencos kommen selten vom Züchter. Der übliche Weg führt über eine Tierschutzorganisation in Spanien oder Portugal.
Wer Hunde gegen Entgelt nach Deutschland bringt oder ihre Abgabe vermittelt, braucht eine behördliche Erlaubnis. So steht es im Tierschutzgesetz, Paragraf 11 Absatz 1 Satz 1 Nummer 5.
Frag danach, bevor du irgendetwas unterschreibst. Ein seriöser Verein legt diese Erlaubnis ohne Zögern vor.
Üblich ist ein Schutzvertrag statt eines Kaufvertrags. Er hält fest, dass der Verein Eigentümer bleibt und den Hund zurücknimmt, falls die Haltung scheitert.
Vor der Vermittlung steht meist eine Vorkontrolle. Jemand aus dem Verein sieht sich das Zuhause an und prüft vor allem den Zaun.
Bei Podencos ist das keine Formsache. Ein niedriger Zaun hält einen Hund mit diesem Sprungvermögen keine zehn Sekunden.
Für die Ausreise braucht der Hund Papiere. Die EU-Heimtierverordnung verlangt einen Mikrochip, einen EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung.
Lass dir den Ausweis vorab als Foto schicken. Chipnummer und Impfdatum müssen zu dem Hund passen, der dann tatsächlich ankommt.
Auf Mittelmeerkrankheiten sollte der Hund vor der Ausreise getestet worden sein. Was ein positiver Befund für den Alltag bedeutet, steht in Leishmaniose beim Hund.

Ein negativer Test schließt nicht alles aus. Manche Erreger zeigen sich erst Monate später, deshalb gehört der Test nach der Ankunft wiederholt.
Was der Alltag mit einem Jagdhund bedeutet
Der Rückruf ist die Schlüsselübung. Er entscheidet darüber, wie viel Freiheit der Hund bekommen kann.
Aufgebaut wird er über Jahre, nicht über Wochen. Ein Podenco, der eine Fährte aufnimmt, hört in diesem Moment nichts mehr.
Deshalb arbeiten viele Halter mit Schleppleine und gesicherten Flächen. Das ist kein Rückschritt, sondern schlicht realistisch.
Ein zweiter Punkt betrifft den Garten. Diese Hunde springen und klettern besser, als die meisten Zäune vorsehen.
Prüfe die Höhe, bevor der Hund einzieht. Ein entwichener Jagdhund ist in einer fremden Umgebung schnell außer Reichweite.
Passt ein Podenco zu dir?
Der Canario-Standard fasst das Wesen in einem Satz zusammen: „Mutig, nervig, unruhig, feurig und dynamisch, imponierend, aber keineswegs aggressiv."
Beschrieben ist damit ein Zuchtziel, nicht dein künftiger Hund. Es zeigt trotzdem, worauf du dich einlässt.
Ein Podenco passt zu Menschen mit Zeit am Tag. Zwei kurze Runden um den Block reichen bei keinem der drei Typen.
Er passt in Haushalte mit sicherem Garten oder mit eingezäunten Flächen in der Nähe. Fehlt beides, bleibt der Hund an der Schleppleine.
Er passt zu Haltern, die Selbständigkeit aushalten statt sie zu bekämpfen. Wer Gehorsam auf Zuruf erwartet, verzweifelt an diesem Hund.
Mit Kindern kommen viele gut zurecht. Wichtiger als das Alter der Kinder ist ein Rückzugsort, den niemand betritt.
Er passt nicht zu Ersthaltern ohne Begleitung. Straßenvergangenheit und starkes Jagdverhalten zusammen sind ein schwerer Einstieg.
Er passt nicht in einen Tag mit acht Stunden Abwesenheit. Und er passt nicht zu jemandem, der einen ruhigen Sofahund sucht.
Mein Eindruck nach vielen Vermittlungsgesprächen ist eindeutig. Bei den passenden Menschen läuft es fast von selbst, bei den unpassenden geht es schief.
Wie du den passenden Podenco findest
Klär zuerst, welcher Typ zu deinem Alltag passt. Ein Ibicenco braucht anderen Raum als ein kleiner Podengo.
Frag danach nach dem Verhalten im Freilauf. Wer den Hund kennt, kann das beschreiben.
Fazit: Podenco ist kein Steckbrief, sondern eine Herkunft. Erst wenn du weißt, welcher es ist, weißt du, worauf du dich einlässt.
Häufige Fragen zu Podencos
Ist Podenco eine Rasse?
Nein. Es ist eine Sammelbezeichnung für mehrere spanische und portugiesische Jagdhunde.
Welche Podencos führt die FCI?
Drei: Podenco Ibicenco, Podenco Canario und Podengo Português.
Wie groß wird ein Podenco Ibicenco?
Rüden 66 bis 72 cm, Hündinnen 60 bis 67 cm Widerristhöhe.
Podenco: Und der Podenco Canario?
Rüden 55 bis 64 cm, Hündinnen 53 bis 60 cm.
Warum ist der Podengo Português ein Sonderfall?
Er kommt in drei Größen vor, von 20 bis 30 cm bis hin zu 55 bis 70 cm.
Was ist mit dem Podenco Andaluz?
Er steht nicht in der FCI-Nomenklatur. Anerkannt ist er national, nicht international.
Und der Maneto?
Ebenfalls nicht in der FCI-Liste. Er gilt als kurzbeinige Variante aus Andalusien.
Podenco: Wofür wurden diese Hunde gezüchtet?
Für die Jagd. Der Canario etwa wird laut Standard zur Kaninchenjagd gebraucht.
Merkt man das im Alltag?
Ja. Jagdverhalten gehört zu diesen Hunden und verschwindet nicht durch Zuwendung.
Passt ein Podenco in die Stadt?
Das hängt vom Auslauf ab, nicht von der Wohnungsgröße.
Woher kommen die meisten Podencos in Deutschland?
Aus dem Tierschutz in Spanien und Portugal.
Worauf achte ich bei der Vermittlung?
Darauf, welcher Typ vor mir steht. Zwischen 20 und 72 cm liegt eine große Spanne.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 89 – Podenco Ibicenco
- FCI-Standard Nr. 329 – Podenco Canario
- FCI-Standard Nr. 94 – Podengo Português
- Tierschutzgesetz (TierSchG) – §§ 11 und 11b
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Hunde aus dem Ausland gehören nach der Ankunft untersucht.
