Schnoodle: Was die beiden Elternstandards hergeben

Schnoodle: Was die beiden Elternstandards hergeben

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Schnoodle hat keinen Rassestandard. Seine beiden Elternrassen haben einen.
  • Aus Zwergschnauzer und Zwergpudel ergibt sich ein Korridor von 28 bis 35 cm.
  • Ein Gewichtskorridor lässt sich nicht bilden: Nr. 172 nennt gar kein Gewicht.
  • Hypoallergen kommt in keinem der beiden Elternstandards vor.

Der Pudel-Schnauzer-Mix läuft im Netz als Schnoodle mit festem Steckbrief. Nur gibt es für ihn keinen Standard, an dem eine Zahl hängen könnte. Wohl aber für seine Eltern. Ich rechne deshalb aus beiden Standards einen Korridor aus und zeige, wo das nicht funktioniert.

Die kurze Antwort

Schnoodle ist ein Kreuzungsname, keine Rasse. Größe und Fell hängen davon ab, welcher Pudel und welcher Schnauzer die Eltern sind.

Der Punkt, den viele übersehen

Ein Gewichtskorridor lässt sich hier nicht bilden. Der FCI-Standard Nr. 172 für den Pudel nennt überhaupt kein Gewicht.

Zwei Elternrassen, sechs Größen

Beide Elternrassen kommen in mehreren Varietäten. Der FCI-Standard Nr. 172 führt den Pudel in vier Größen. Der Großpudel misst über 45 bis 60 Zentimeter, mit zwei Zentimetern Toleranz. Der Kleinpudel liegt über 35 bis 45 Zentimetern. Für den Zwergpudel stehen dort über 28 bis 35 Zentimeter. Beim Toypudel sind es über 24 bis 28 Zentimeter, das Ideal liegt bei 25.

Wacher dunkler Hund sitzt aufmerksam im Gras
Wacher dunkler Hund sitzt aufmerksam im Gras Foto: Kreuzschnabel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Auf der anderen Seite steht der Schnauzer. Der FCI-Standard Nr. 182 nennt für ihn 45 bis 50 Zentimeter. Der Standard Nr. 183 beschreibt den Zwergschnauzer als verkleinertes Abbild mit 30 bis 35 Zentimetern.

Daraus folgt: „Schnoodle" beschreibt keine Größe. Ein Wurf aus Zwergschnauzer und Toypudel hat mit einem Wurf aus Schnauzer und Großpudel nur den Namen gemeinsam.

Die Riesenvariante lasse ich hier bewusst außen vor. Sie hat einen eigenen Beitrag: Riesen-Schnoodle. Eine Übersicht über alle Schnauzergrößen steht in Schnauzer-Rassen im Überblick.

Größe und Gewicht

Jetzt zur Rechnung. Ich lege die Spannen beider Elternstandards nebeneinander und nehme den kleinsten unteren sowie den größten oberen Wert. Das ergibt einen Korridor.

Verpaarung Korridor aus beiden Standards Gewicht
VerpaarungZwergschnauzer × Toypudel Korridor aus beiden Standardsetwa 24 bis 35 cm Gewichtkein Korridor bildbar
VerpaarungZwergschnauzer × Zwergpudel Korridor aus beiden Standardsetwa 28 bis 35 cm Gewichtkein Korridor bildbar
VerpaarungSchnauzer × Kleinpudel Korridor aus beiden Standardsetwa 35 bis 50 cm Gewichtkein Korridor bildbar
VerpaarungSchnauzer × Großpudel Korridor aus beiden Standardsetwa 45 bis 60 cm Gewichtkein Korridor bildbar
VerpaarungReinrassig zum Vergleich Korridor aus beiden StandardsSchnauzer 45–50 cm, Zwergschnauzer 30–35 cm GewichtNr. 182: 14–20 kg, Nr. 183: ca. 4–8 kg

Abgeleitet aus den FCI-Standards Nr. 172 (Pudel, 20.03.2024), Nr. 182 und Nr. 183 (Schnauzer und Zwergschnauzer, jeweils 06.03.2007).

Das ist keine Rassefestlegung, sondern der Korridor, in dem die Welpen eines Wurfs liegen können. Der einzelne Hund kann darüber oder darunter landen. Genau deshalb steht in der Tabelle „etwa".

Beim Gewicht bleibt die Spalte leer. Das ist kein Versehen. Der Pudelstandard nennt kein Gewicht. Aus einer Seite allein lässt sich keine Spanne bilden, ohne die andere Hälfte zu erfinden.

Die Werte des Schnauzers gelten für reinrassige Hunde. Nr. 182 nennt 14 bis 20 Kilogramm, Nr. 183 etwa 4 bis 8. Für den Mix taugen sie als Anhaltspunkt, nicht als Angabe.

Wacher Hund mit Geschirr sitzt im Freien
Wacher Hund mit Geschirr sitzt im Freien Foto: Kreuzschnabel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wer Kreuzungen mit Pudel vergleichen will, findet die Reihe in Pudelmischungen.

So sieht ein Schnoodle aus

Der Pudel bringt ein charakteristisches krauses Haarkleid mit, laut Standard entweder gelockt oder geschnürt. Beim Wollpudel ist es üppig, von feiner wolliger Textur und fein gekräuselt. Beim Schnürenpudel bilden sich Schnüre von mindestens 20 Zentimetern.

Der Schnauzer bringt das Gegenteil. Sein Haar soll drahtig hart und dicht sein, dazu kommt eine dichte Unterwolle. Als typisches Kennzeichen nennt der Standard den nicht zu weichen Bart sowie die buschigen Brauen.

Im Mix ist beides möglich. Häufig entsteht etwas dazwischen: gewelltes, weiches Haar mit Bart. Weich klingt harmlos, ist aber der Fellzustand, der am schnellsten verfilzt.

Bei den Farben ist die Auswahl groß. Der Pudel steht für schwarz, weiß, braun, grau, falb und apricot, dazu zweifarbige Hunde. Der Schnauzer steht für rein schwarz und Pfeffersalz, der Zwergschnauzer zusätzlich für schwarzsilber und rein weiß.

Ein reinrassiger Vergleichshund hilft beim Einordnen. Wie der kleine Elternteil aussieht, steht im Porträt Zwergschnauzer.

Wesen im Alltag

Ein Mensch hält einen wachen Hund im Freien im Arm
Ein Mensch hält einen wachen Hund im Freien im Arm Foto: Wikimedia Commons, CC0

Zum Pudel sagt der Standard einen einzigen Satz. Er sei bekannt für seine Loyalität sowie seine Lern- und Dressurfähigkeit. Das mache ihn zu einem besonders angenehmen Gesellschaftshund.

Der Schnauzerstandard wird ausführlicher. Genannt sind ein lebhaftes Temperament, gepaart mit bedächtiger Ruhe. Weiter heißt es dort: sehr lieb zu Kindern, unbestechlich, wachsam und dennoch kein Kläffer.

Praktisch treffen hier zwei Aufgaben aufeinander. Der Pudel wurde als Begleithund gezüchtet, der Schnauzer als Wach- und Begleithund. Ein Schnoodle meldet also häufiger als ein reiner Pudel.

Aus meiner Erfahrung heraus lohnt sich genau deshalb frühes Training an der Tür. Melden ist erlaubt, Dauerbellen nicht. Wer den Unterschied früh übt, spart sich später Streit mit den Nachbarn.

Der Standard beschreibt das Zuchtziel der Elternrasse, nicht deinen Mischling. Bei einer Kreuzung schaust du am besten beide Elterntiere an. Wie sie auf Besuch reagieren, sagt mehr als jede Rassebeschreibung.

Haltung, Auslastung und Erziehung

Beide Elternrassen stehen ohne Arbeitsprüfung im Register. Der Pudel läuft in Gruppe 9 als Gesellschafts- und Begleithund. Der Schnauzer läuft in Gruppe 2 als Wach- und Begleithund.

Was beide gemeinsam haben, ist Lernfreude. Zehn Minuten Kopfarbeit am Tag verändern den Alltag mehr als eine zusätzliche Runde. Suchspiele, Zielobjekt, kleine Tricks.

Den gesetzlichen Rahmen zieht § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Vorgeschrieben sind Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson sowie regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Wohnung oder Haus spielt bei den kleinen Varianten kaum eine Rolle. Entscheidend ist, wie oft jemand da ist. Ein Hund aus zwei anhänglichen Elternrassen bleibt ungern acht Stunden allein.

Fellpflege: der Punkt, an dem es kippt

Lockiges Haar mit Unterwolle verfilzt nicht am Fell, sondern an der Haut. Oben sieht alles gut aus, darunter sitzt eine Platte. Deshalb kämme ich immer bis auf die Haut durch.

Der Pudelstandard enthält einen Zusatz, den viele nicht kennen. Die Beurteilung eines Pudels sei auf keinen Fall eine Bewertung der Schur. Zu einer übertriebenen Schur solle nicht ermutigt werden.

Für den Alltag heißt das: Ein Schnitt ist erlaubt, er ersetzt aber nichts. Nach dem Scheren wächst das Haar nach. Die Bürste bleibt.

Lockiges Mischlingsfell — meine fünf Punkte

  • Täglich kämmen statt einmal die Woche. Filz entsteht in Tagen.
  • Immer bis auf die Haut arbeiten, nicht nur über die Oberfläche.
  • Achselhöhlen, hinter den Ohren und die Rute zuerst kontrollieren.
  • Selten baden. Häufiges Waschen trocknet Haut und Haar aus.
  • Bart und Brauen nach dem Fressen abwischen, sonst kleben sie zusammen.

Zwei Minuten am Tag sind billiger als eine Schur bis auf die Haut.

Und jetzt zum Wort, das in jedem Schnoodle-Text auftaucht: hypoallergen. Es steht in keinem der beiden Elternstandards. Weder Nr. 172 noch Nr. 182 erwähnt Allergien mit einer Silbe.

Menschen reagieren nicht auf Haare, sondern auf Eiweiße aus Speichel, Hautschuppen und Urin. Ein lockiges Fell verliert weniger Haare, es hält die Allergene aber am Hund. Was wirklich hilft, steht in Hunde für Allergiker.

Fell entsteht innen. Ich schaue deshalb zuerst auf das Futter und erst danach zur Bürste. B-Vitamine zählen zu den Bausteinen für Haut und Haarkleid. Wir bieten dafür den Lucky Pets Vitamin B-Komplex mit Bierhefe an.

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Gesundheit und was die Standards ausschließen

Eine Lebenserwartung nennt keiner der beiden Standards. Ich schreibe deshalb keine hin. Auch die oft zitierte höhere Robustheit von Mischlingen steht in keiner dieser Quellen.

Aussagekräftig sind die Fehler, die von der Zucht ausschließen. Beim Pudel stehen dort Hunde über 62 Zentimeter sowie Toys unter 23 Zentimetern. Dazu kommen eine fehlende oder angeboren kurze Rute und Afterkrallen an den Hinterläufen.

Besonders lesenswert ist die Liste der Verzwergungsmerkmale. Genannt sind Apfelkopf, ein übertriebener Stopp, vortretende Augen sowie ein zu kurzer, aufgeworfener Fang. Genau diese Merkmale werden bei Modemischlingen oft als niedlich verkauft.

Beide Standards enden mit demselben Satz. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden. Bei einer Kreuzung ohne Zuchtaufsicht prüft das niemand außer dir.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Frag zuerst, welche Varietäten die Eltern sind. Zwergpudel oder Toypudel macht beim erwachsenen Hund mehrere Zentimeter aus. Wer das nicht beantworten kann, kennt seinen eigenen Wurf nicht.

Zweitens: Lass dir die Papiere der Elterntiere zeigen. Für den Mix gibt es keine Ahnentafel, für Pudel und Schnauzer sehr wohl. Ohne Papiere fehlt jede Zuchtaufsicht.

Drittens fahr hin. Das Muttertier gehört zu den Welpen. Schau dir Augen, Fang und Rute beider Elterntiere in Ruhe an, denn dort liegen die Fehler beider Standards.

Was beim Züchterbesuch vorliegen sollte

  • Klare Auskunft zu Varietät und Größe beider Elterntiere.
  • Ahnentafeln der Elterntiere, wenn sie reinrassig sind.
  • EU-Heimtierausweis mit Chipnummer.
  • Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll.
  • Abgabe erst im Alter von über acht Wochen, Muttertier beim Wurf.

Bis zur zwanzigsten Lebenswoche schreibt die Verordnung mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson je Tag vor.

Preise nenne ich hier bewusst nicht. Für einen Kreuzungsnamen gibt keine Zuchtordnung einen Aufschlag her.

Passt ein Schnoodle zu dir?

Er passt zu dir, wenn du gern trainierst. Beide Elternrassen lernen schnell. Ein Hund, der schnell lernt, langweilt sich auch schnell.

Er passt zu dir, wenn du die Fellpflege wirklich einplanst. Nicht als Vorsatz, sondern als feste Minute am Tag.

Er passt nicht zu dir, wenn du einen Hund suchst, dessen Endgröße feststeht. Bei einer Kreuzung steht sie nicht fest. Sie liegt in einem Korridor.

Und er passt nicht zu dir, wenn du dir vom Fell eine Lösung für eine Allergie erhoffst. Diese Rechnung geht bei keinem Hund sicher auf.

Fazit: Der Schnoodle ist kein Rassehund, sondern eine Kreuzung aus zwei Rassen mit jeweils eigenem Standard. Aus dem FCI-Standard Nr. 172 für den Pudel und den Standards Nr. 182 und Nr. 183 für Schnauzer und Zwergschnauzer lässt sich ein Größenkorridor ableiten, je nach Verpaarung etwa 24 bis 60 Zentimeter. Das ist keine Rassefestlegung, sondern der Rahmen, in dem die Welpen eines Wurfs liegen können. Ein Gewichtskorridor lässt sich nicht bilden, weil der Pudelstandard gar kein Gewicht nennt. Hypoallergen steht in keinem der beiden Elternstandards. Und eine Lebenserwartung ebenfalls nicht.

Häufige Fragen zum Pudel-Schnauzer-Mix

Ist der Schnoodle eine anerkannte Rasse?

Nein. Einen Rassestandard gibt es nur für die Elternrassen Pudel und Schnauzer.

Wie groß wird ein Schnoodle?

Das hängt an den Eltern. Aus Zwergschnauzer und Zwergpudel ergibt sich ein Korridor von 28 bis 35 Zentimetern.

Und wenn ein Kleinpudel der Vater ist?

Dann liegt der Korridor bei 35 bis 50 Zentimetern. Das ist keine Rassefestlegung, sondern der Rahmen aus beiden Standards.

Wie schwer wird ein Schnoodle?

Dafür gibt es keine belastbare Spanne, weil der Pudelstandard überhaupt kein Gewicht nennt.

Was sagt der Schnauzerstandard zum Gewicht?

Der Schnauzer wiegt laut Standard 14 bis 20 Kilogramm, der Zwergschnauzer etwa 4 bis 8. Beides gilt für reinrassige Hunde.

Ist ein Schnoodle hypoallergen?

Nein. Das Wort steht in keinem der beiden Elternstandards. Welche Rolle das Fell wirklich spielt, klärt unser Beitrag für Allergiker.

Schnoodle: Welches Fell bekommt der Welpe?

Das ist offen. Der Pudel bringt krauses, gelocktes Haar mit, der Schnauzer drahtig hartes mit Bart und buschigen Brauen.

Schnoodle: Wie oft muss ich bürsten?

Bei lockigem Haar täglich. Meine langjährige Erfahrung mit Pudelmischungen zeigt, dass eine Woche Pause schon Filz erzeugt.

Schnoodle: Welche Farben sind möglich?

Der Pudel bringt schwarz, weiß, braun, grau, falb und apricot mit. Der Schnauzer bringt rein schwarz und Pfeffersalz.

Wie alt wird ein Schnoodle?

Eine Lebenserwartung steht in keinem der beiden Standards. Ich nenne deshalb keine Zahl.

Was ist ein Riesen-Schnoodle?

Die Kreuzung aus Riesenschnauzer und Pudel. Dafür gibt es bei uns einen eigenen Beitrag.

Schnoodle: Wann darf ein Welpe einziehen?

Erst im Alter von über acht Wochen. Das schreibt die Tierschutz-Hundeverordnung vor.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Über Haut, Augen und Fell entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.