Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 28.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Der Riesen-Schnoodle ist keine Rasse und hat keinen eigenen Standard.
- Aus beiden Elternstandards ergibt sich ein Größenkorridor von etwa 45 bis 70 cm.
- Ein Gewichtskorridor lässt sich nicht bilden: Der Pudelstandard nennt kein Gewicht.
- Zwei Gentests stehen in beiden Rassepaketen: DM Exon 2 sowie prcd-PRA.
Riesen-Schnoodle klingt nach fertigem Steckbrief. Nur gibt es für diesen Hund keinen Standard, an dem eine Zahl hängen könnte. Für seine Eltern gibt es gleich zwei. Ich rechne daraus einen Korridor aus und zeige, wo das nicht funktioniert.
Die kurze Antwort
Der Riesenschnauzer misst laut FCI-Standard Nr. 181 zwischen 60 und 70 Zentimetern, der Großpudel nach Standard Nr. 172 über 45 bis 60 Zentimeter mit zwei Zentimetern Toleranz. Daraus ergibt sich ein Korridor von etwa 45 bis 70 Zentimetern.
Der Punkt, den viele übersehen
Beim Gewicht bleibt die Spalte leer. Der Pudelstandard nennt gar keines. Aus einer Seite allein lässt sich keine Spanne bilden.
Zwei Eltern, zwei Standards, keine Rasse
Ein Riesen-Schnoodle entsteht aus Riesenschnauzer und Großpudel. Für diese Kreuzung gibt es keine Zuchtordnung, kein Zuchtbuch, keinen Standard.
Beide Elternrassen sind dagegen genau beschrieben. Der FCI-Standard Nr. 181 führt den Riesenschnauzer, Ursprungsland Deutschland. Der FCI-Standard Nr. 172 führt den Pudel, Ursprungsland Frankreich.
Interessant wird es bei der Einordnung. Der Riesenschnauzer läuft in Gruppe 2 mit Arbeitsprüfung. Der Pudel läuft in Gruppe 9 als Gesellschafts- und Begleithund, ohne Arbeitsprüfung.
Hier treffen also zwei Aufgaben aufeinander. Ein Diensthund auf der einen Seite, ein Begleithund auf der anderen.

Die kleineren Verpaarungen habe ich getrennt aufgeschrieben. Zwergschnauzer und Schnauzer mit Pudel stehen in Pudel-Schnauzer-Mix.
Größe und Gewicht
Jetzt zur Rechnung. Ich lege beide Spannen nebeneinander, nehme den kleinsten unteren sowie den größten oberen Wert.
Der Riesenschnauzer misst 60 bis 70 Zentimeter. Der Großpudel misst über 45 bis zu 60 Zentimeter, mit zwei Zentimetern Toleranz nach beiden Seiten.
Abgeleitet aus den FCI-Standards Nr. 181 (25.05.2021) und Nr. 172 (20.03.2024), deutsche Fassungen, abgerufen am 28. August 2026.
Das ist keine Rassefestlegung, sondern der Rahmen, in dem die Welpen eines Wurfs liegen können. Der einzelne Hund kann darüber oder darunter landen. Genau deshalb steht in der Tabelle „etwa“.
Beim Gewicht bleibt die Spalte bewusst leer. Der Pudelstandard nennt kein Gewicht. Aus einer Seite allein eine Spanne zu bilden hieße, die andere Hälfte zu erfinden.
Die 35 bis 47 Kilogramm gelten für reinrassige Riesenschnauzer. Sein Porträt steht in Der Riesenschnauzer, das des großen Elternteils auf der anderen Seite in Großpudel.
Eine Lebenserwartung führt keiner der beiden Standards. Solche Zahlen stammen immer aus anderen Quellen. Ich schreibe deshalb keine hin.
So kann ein Riesen-Schnoodle aussehen
Beim Haar prallen zwei Gegensätze aufeinander. Der Riesenschnauzer trägt drahtig hartes, dichtes Haar mit dichter Unterwolle, dazu Bart am Fang sowie buschige Brauen.
Der Pudel bringt das Gegenteil mit. Sein Haarkleid ist kraus, entweder gelockt oder geschnürt. Beim Wollpudel ist es üppig, fein gekräuselt, von wolliger Textur.
Im Mix ist beides möglich. Häufig entsteht etwas dazwischen: gewelltes, weiches Haar mit Bart. Weich klingt harmlos, dieser Fellzustand verfilzt aber am schnellsten.
Bei den Farben lohnt der genaue Blick auf die Herkunft. Vom Riesenschnauzer kommen rein schwarz, Pfeffersalz sowie Schwarz-Silber. Mehr führt sein Standard nicht.
Vom Pudel kommen schwarz, weiß, braun, grau, falb sowie apricot dazu, außerdem zweifarbige Hunde. Braun kann also nur von dieser Seite stammen.
Wer weitere Kreuzungen mit Pudel vergleichen will, findet die Reihe in Pudelmischungen.

Wesen im Alltag
Beide Standards beschreiben das Wesen ihrer Rasse, nicht das deines Mischlings. Trotzdem sagen sie viel über das, was auf dich zukommen kann.
Zum Riesenschnauzer heißt es: gutartiger, ausgeglichener Charakter, unbestechliche Treue zum Menschen. Genannt sind außerdem hoch entwickelte Sinnesorgane, Klugheit, Ausbildungsfähigkeit, Kraft, Ausdauer sowie Schnelligkeit.
Ein Satz beschreibt ihn besonders gut. Durch angeborene Belastbarkeit und Selbstsicherheit eigne er sich bestens zum Begleit-, Sport-, Gebrauchs- und Diensthund.
Zum Pudel steht ein einziger Satz im Standard. Er sei bekannt für Loyalität sowie Lern- und Dressurfähigkeit, was ihn zu einem angenehmen Gesellschaftshund mache.
Aus meiner Erfahrung heraus ergibt diese Mischung einen sehr lernfreudigen Hund mit viel Körper. Beides zusammen will geführt werden.
Bei einer Kreuzung schaust du dir am besten beide Elterntiere an. Wie sie auf Besuch reagieren, sagt mehr als jede Rassebeschreibung.
Haltung, Auslastung und Erziehung
Die Herkunft erklärt den Bewegungsdrang. Der Riesenschnauzer trieb im süddeutschen Raum Viehherden, seit 1913 steht er im Zuchtbuch. 1925 war er als Diensthund anerkannt.
Der Pudel kommt aus einer ganz anderen Ecke. Er wurde für die Jagd auf Wildgeflügel benutzt und stammt vom Barbet ab. Sein französischer Name geht auf das Wort für die weibliche Ente zurück.
Für den Alltag heißt das: Wasser, Nase, Apportieren. Diese drei Themen bringt der Mix von beiden Seiten mit.
Eine feste Minutenzahl nenne ich nicht. Sie steht in keiner der geprüften Quellen. Entscheidend ist ohnehin die Aufgabe, nicht die Uhr.
Ein großer, kluger Hund braucht früh klare Regeln. Leinenführigkeit übe ich, solange der Welpe noch 15 Kilogramm wiegt.
Für den Alltag reicht dem gesunden Hund ein passendes Futter. Wer Haut und Haarkleid unterstützen will, findet mit Bierhefe und B-Vitaminen den Lucky Pets Vitamin B-Komplex, eine Tablette am Tag je 10 Kilogramm Körpergewicht.

Fellpflege: der Punkt, an dem es kippt
Lockiges Haar mit Unterwolle verfilzt nicht am Fell, sondern an der Haut. Oben sieht alles gut aus, darunter sitzt eine Platte.
Ich kämme deshalb bis auf die Haut durch, nicht nur über die Oberfläche. Achseln, hinter den Ohren sowie die Rute zuerst.
Beim Schnitt entscheidet die Haarart. Hartes Deckhaar wird getrimmt, lockiges Haar geschoren. Bei Mischfell schaut ein guter Hundefriseur sich den Hund erst an.
Mischlingsfell mit Bart — meine fünf Punkte
- Täglich kämmen statt einmal die Woche. Filz entsteht in Tagen.
- Immer bis auf die Haut arbeiten, nicht nur über die Oberfläche.
- Achselhöhlen, Ohrgrund sowie Rute zuerst kontrollieren.
- Selten baden. Häufiges Waschen trocknet Haut und Haar aus.
- Bart nach dem Fressen abwischen, sonst klebt er zusammen.
Zwei Minuten am Tag sind billiger als eine Schur bis auf die Haut.
Das Grundsätzliche zu Bürste, Kamm und Intervall steht in Fellpflege beim Hund.
Gesundheit: was für beide Eltern belegt ist
Für den Mix gibt es kein Rassepaket. Für beide Elternrassen sehr wohl. Das Genetikpaket Riesenschnauzer eines deutschen Labors bündelt fünf Tests.
Das Genetikpaket Pudel desselben Labors bündelt ebenfalls fünf. Zwei davon stehen in beiden Paketen. Genau die zählen für einen Wurf aus beiden Rassen.
Inhalt der Genetikpakete Riesenschnauzer (Leistungs-ID 8725) und Pudel 1 (Leistungs-ID 8621) bei LABOKLIN Bad Kissingen, abgerufen am 28. August 2026.
Zwei Zeilen fallen auf. Die Degenerative Myelopathie steht auf beiden Seiten, die Progressive Retinaatrophie vom Typ prcd ebenfalls. Bei einem Wurf aus beiden Rassen können also beide Seiten dieselbe Anlage einbringen.
Genauso wichtig ist, was fehlt. Weder das eine noch das andere Paket enthält einen Test auf Hüfte oder Ellbogen. Häufigkeitsangaben dazu haben deshalb keinen Absender.

Ein Gentest zeigt eine Anlage. Ob dein Hund erkrankt, sagt er nicht. Meine langjährige Erfahrung mit Zuchtunterlagen sagt: Ein Befund ohne Datum und Laborname ist wertlos.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Frag zuerst, welche Pudelvarietät der Elternteil ist. Großpudel oder Kleinpudel macht beim erwachsenen Hund zehn Zentimeter aus.
Zweitens: Lass dir die Papiere beider Elterntiere zeigen. Für den Mix gibt es keine Ahnentafel, für Riesenschnauzer und Pudel sehr wohl.
Drittens: Frag nach den Laborbefunden zu DM Exon 2 sowie prcd-PRA. Diese beiden Anlagen sind für genau diese Kreuzung die wichtigsten.
Viertens fahr hin. Das Muttertier gehört zu den Welpen. Impfnachweis, Entwurmung sowie Abgabealter gehören auf Papier.
Mein Tipp: Preise nenne ich hier bewusst nicht. Für einen Kreuzungsnamen gibt keine Zuchtordnung einen Aufschlag her.
Passt ein Riesen-Schnoodle zu dir?
Er passt zu dir, wenn du gern trainierst. Beide Elternrassen lernen schnell, beide langweilen sich schnell.
Er passt zu dir, wenn du Platz sowie Kraft hast. Ein Hund im Korridor bis 70 Zentimeter ist kein Anfängerformat.
Er passt weniger zu dir, wenn Fellpflege dir lästig ist. Mischfell mit Bart braucht täglich ein paar Minuten.
Und er passt nicht zu dir, wenn du eine feste Endgröße brauchst. Bei einer Kreuzung steht sie nicht fest, sie liegt in einem Korridor.
Fazit: Der Riesen-Schnoodle ist kein Rassehund, sondern eine Kreuzung aus Riesenschnauzer und Großpudel. Aus den FCI-Standards Nr. 181 und Nr. 172 ergibt sich ein Größenkorridor von etwa 45 bis 70 Zentimetern. Das ist keine Rassefestlegung, sondern der Rahmen, in dem die Welpen eines Wurfs liegen können. Ein Gewichtskorridor lässt sich nicht bilden, weil der Pudelstandard gar kein Gewicht nennt. Belegt sind außerdem die Rassepakete beider Eltern: Degenerative Myelopathie und prcd-PRA stehen in beiden. Ein Test auf Hüfte oder Ellbogen steht in keinem von beiden.
Häufige Fragen zum Riesen-Schnoodle
Wie groß wird ein Riesen-Schnoodle?
Aus beiden Elternstandards ergibt sich ein Korridor von etwa 45 bis 70 Zentimetern. Das ist keine Rassefestlegung, sondern der Rahmen für einen Wurf.
Wie schwer wird ein Riesen-Schnoodle?
Dazu lässt sich kein Korridor bilden. Der Pudelstandard Nr. 172 nennt gar kein Gewicht, deshalb fehlt die zweite Hälfte der Rechnung.
Ist der Riesen-Schnoodle eine anerkannte Rasse?
Nein. Es gibt keinen Standard für ihn, wohl aber je einen für Riesenschnauzer und Pudel.
Riesen-Schnoodle: Welche Farben sind möglich?
Vom Riesenschnauzer kommen rein schwarz, Pfeffersalz und Schwarz-Silber. Vom Pudel kommen schwarz, weiß, braun, grau, falb sowie apricot dazu.
Gibt es braune Riesen-Schnoodles?
Braun führt nur der Pudelstandard. Vom Riesenschnauzer kann diese Farbe nicht kommen.
Welche Gentests sind für die Elternrassen wichtig?
Zwei stehen in beiden Rassepaketen: die Degenerative Myelopathie (DM Exon 2) sowie die Progressive Retinaatrophie vom Typ prcd.
Neigen Riesen-Schnoodles zu Hüftdysplasie?
Dazu nennt keine geprüfte Quelle eine Zahl. In keinem der beiden Rassepakete steht ein Test auf Hüfte oder Ellbogen.
Wie alt wird ein Riesen-Schnoodle?
Eine Lebenserwartung steht in keinem der beiden FCI-Standards. Ich schreibe deshalb keine hin.
Riesen-Schnoodle: Wie viel Bewegung braucht er täglich?
Eine Minutenzahl steht in keiner geprüften Quelle. Der Riesenschnauzer läuft mit Arbeitsprüfung, der Pudel als Begleithund — plane für den Mix eine Aufgabe ein.
Haart ein Riesen-Schnoodle wenig?
Das hängt davon ab, welches Haar sich durchsetzt. Drahtiges Schnauzerhaar mit Unterwolle verhält sich anders als lockiges Pudelhaar.
Wird ein Riesen-Schnoodle getrimmt oder geschoren?
Beides kommt vor. Hartes Deckhaar wird getrimmt, lockiges Haar geschoren — bei Mischfell entscheidet der Hundefriseur nach Befund.
Was frage ich einen Züchter zuerst?
Nach den Laborbefunden beider Elterntiere sowie nach Größe und Varietät des Pudelelternteils.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 181 – Riesenschnauzer, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassestandard Nr. 172 – Caniche (Pudel), deutsche Fassung (PDF)
- LABOKLIN Bad Kissingen – Genetikpaket Riesenschnauzer
- LABOKLIN Bad Kissingen – Genetikpaket Pudel 1
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
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