Ratonero Valenciano: Was im FCI-Standard steht

Ratonero Valenciano: Was im FCI-Standard steht

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Die FCI führt ihn als Gos Rater Valencià, Standard Nr. 370, Gruppe 3 Terrier.
  • Provisorisch anerkannt seit dem 21. Juni 2022. Damit noch kein CACIB.
  • Der Standard nennt 30 bis 40 cm bei Rüden und ungefähr 4 bis 8 kg.
  • Gefleckt dominiert. Dreifarbig ist laut Standard die häufigste Variante.

Der Ratonero Valenciano gilt im Netz als seltene Rasse ohne Papiere. Das stimmt so nicht. Die FCI führt ihn seit Juni 2022, nur unter einem anderen Namen. Ich gehe den Standard Zeile für Zeile durch und korrigiere dabei die Zahlen, die überall abgeschrieben werden.

Die kurze Antwort

Der Ratonero Valenciano heißt bei der FCI Gos Rater Valencià. Sein Standard trägt die Nummer 370 und gilt seit dem 21. Juni 2022.

Der Punkt, den viele übersehen

Er wiegt laut Standard ungefähr 4 bis 8 Kilogramm. Die im Netz verbreiteten 8 bis 12 Kilogramm passen zu keiner Zeile des Textes.

Er ist anerkannt, nur unter anderem Namen

Wer nach „Ratonero Valenciano" sucht, findet bei der FCI nichts. Gesucht werden muss unter Gos Rater Valencià. So heißt die Rasse im Standard Nr. 370, dahinter steht in Klammern die deutsche Bezeichnung Valencianischer Terrier.

Der Status ist provisorisch. In der FCI-Liste der provisorisch anerkannten Rassen steht das Datum 21.06.2022. Solche Rassen sind bis zur endgültigen Anerkennung nicht berechtigt, das CACIB zu erhalten.

Wacher kleiner Hund steht aufmerksam im Freien
Wacher kleiner Hund steht aufmerksam im Freien Foto: Maciek Godlewski / Wikimedia Commons, CC BY 2.5

FCI-Titel dürfen sie trotzdem erlangen, etwa den Welt- oder Sektionssieger. Und die Abstammungsurkunden ihrer Hunde tragen das FCI-Logo. Papiere gibt es also sehr wohl.

Als Ursprungsland führt der Standard die Comunidad Valenciana in Spanien. Eingeordnet ist die Rasse in Gruppe 3 Terrier, Sektion 1 hochläufige und mittelläufige Terrier, ohne Arbeitsprüfung.

Nicht zu verwechseln: der Bodeguero Andaluz

Zwei spanische Rattenfänger tragen „Ratonero" im Namen. Der zweite ist der Ratonero Bodeguero Andaluz. Er hat die Standardnummer 371.

Auch er steht auf der provisorischen Liste, allerdings erst seit dem 3. September 2024. Sein deutscher Beiname lautet Andalusischer Terrier. Das ist eine eigene Rasse, kein Zweitname.

Wer die Unterschiede zwischen Terriergruppen sortieren will, findet die Übersicht in Terrier-Rassen im Überblick. Bei spanischen Rassen hilft der Vergleich mit dem Podenco Maneto.

So sieht der Ratonero Valenciano aus

Klein, leicht und nicht extrem kurz. Mit diesen Worten beginnt die Beschreibung im Standard. Dazu kommt ein glattes Fell, bei dem die Farbe trikolor dominiert.

Das Haar ist dünn und kurz, laut Standard nicht länger als zwei Zentimeter. Langes oder krauses Haar steht bei den schweren Fehlern. Ein zotteliger Ratonero ist deshalb kein rassetypischer Ratonero.

Wacher schwarz-weißer Hund läuft über eine Wiese
Wacher schwarz-weißer Hund läuft über eine Wiese Foto: Reba Spike / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Bei der Farbe wird der Text ungewöhnlich genau. Gefleckt schlägt einfarbig. Am häufigsten ist dreifarbig, also schwarz mit lohfarben und weißen Abzeichen. Danach folgen rein schwarz-lohfarbene Hunde.

Weiter erlaubt sind schwarz-weiß, zimt-weiß, schokoladenbraun sowie schokoladenbraun-weiß. Bei einfarbigen Hunden nennt der Standard zusätzlich Zimt und Schwarz. Jede abweichende Haarfarbe schließt von der Zucht aus.

Am Kopf zählen drei Angaben. Der Nasenschwamm ist klein und dunkel, passend zur Fellfarbe. Die Augen sind mittelgroß, oval und nicht hervortretend, die Iris braun. Die Ohren stehen aufrecht, sind mittelgroß, dreieckig und hoch angesetzt.

Zur Rute steht ein Satz im Standard, den viele überlesen. Kupieren war früher üblich. Heute nicht mehr. Manche Hunde kommen ganz ohne Rute zur Welt, was bei dieser Rasse bekannt ist. Der Hund trägt sie in der Bewegung aufrecht.

Größe und Gewicht

An dieser Stelle weichen die gängigen Steckbriefe am deutlichsten ab. Der Standard nennt vier Zahlen, dazu eine Toleranz. Mehr steht dort nicht.

Angabe So steht es im Standard Nr. 370
AngabeWiderristhöhe Rüde So steht es im Standard Nr. 37030 bis 40 cm, idealerweise 36 cm
AngabeWiderristhöhe Hündin So steht es im Standard Nr. 37029 bis 38 cm, idealerweise 33 cm
AngabeToleranz So steht es im Standard Nr. 370ein Zentimeter mehr bei harmonischem, ausgewogenem Bau
AngabeGewicht So steht es im Standard Nr. 370ungefähr 4 bis 8 kg bei Rüden wie bei Hündinnen
AngabeProportion Kopf So steht es im Standard Nr. 370Schädelbreite zu Schädellänge 1:1, Fang zu Schädel 4:5
AngabeKlassifikation So steht es im Standard Nr. 370Gruppe 3 Terrier, Sektion 1, ohne Arbeitsprüfung

Maße nach dem FCI-Standard Nr. 370 (Gos Rater Valencià), deutsche Fassung, gültiger Standard veröffentlicht am 21. Juni 2022.

Acht bis zwölf Kilogramm liest man oft. Diese Spanne beginnt dort, wo der Standard aufhört. Ein Ratonero mit zwölf Kilo wäre kein schwerer Vertreter, sondern ein deutlich zu schwerer Hund.

Kopf eines wachen schwarz-weißen Hundes im Freien
Kopf eines wachen schwarz-weißen Hundes im Freien Foto: IketaniDaisei / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Eine Lebenserwartung führt der Standard nicht auf. Ich schreibe deshalb keine hin. Für belastbare Zahlen zu Gesundheit und Alter fragst du am besten den Zuchtverein.

Wesen im Alltag

Vier kurze Sätze beschreiben im Standard das Wesen. Lebhaft, fröhlich und aktiv. Anhänglich und treu, gegenüber Fremden zurückhaltend. Mutig bei der Jagd wie bei der Verteidigung des Eigentums seines Besitzers. Der letzte Satz lautet: lernt sehr schnell.

Zurückhaltend gegenüber Fremden heißt nicht ängstlich. Es heißt, dass Besuch nicht sofort begrüßt wird. Wer das früh übt, bekommt einen Hund, der abwartet statt zu bellen.

Aus meiner Erfahrung heraus ist „lernt sehr schnell" bei Terriern eine zweischneidige Angabe. Er lernt auch das, was du gar nicht beibringen wolltest. Zwei Wochen Nachgeben reichen für eine feste Gewohnheit.

Der Standard beschreibt das Zuchtziel, nicht deinen Hund. Wie ähnlich und wie verschieden Terrier im Alltag sind, zeigt der Vergleich mit dem Jack Russell Terrier.

Haltung, Auslastung und Erziehung

Als Verwendung nennt der Standard die traditionelle Jagd auf Wasserratten, Kaninchen und Maulwürfe. Dazu kommt der Wachdienst, weil er durch sein Bellen warnt. Heute läuft er auch einfach als Begleithund mit.

Aus dieser Aufgabe folgt der Alltag. Ein Hund, der Nager aufspürt, braucht die Nase. Suchspiele im Gras, Futterbeutel, verstecktes Spielzeug. Zwanzig Minuten davon wirken stärker als eine lange Runde an der Leine.

Das Gangwerk beschreibt der Standard als schnell, agil und elastisch, mit großem Sprungvermögen. Ein Zaun unter einem Meter ist bei so einem Hund eine Empfehlung, keine Grenze.

Für den Rückruf gilt dasselbe wie bei jedem Jagdhund: erst üben, dann ableinen. Konkrete Schritte stehen in Jagdtrieb kontrollieren. Ideen für die Nase findest du unter Nasenarbeit mit dem Hund.

Den Rahmen zieht § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Vorgeschrieben sind Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson sowie regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

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Gesundheit und was der Standard ausschließt

Der Standard nennt keine Krankheiten. Was er nennt, sind Fehler, die von der Zucht ausschließen. Und die sagen einiges über das Zuchtziel.

Zu den Fehlern zählt eine schwache oder komplett fehlende Pigmentierung des Nasenschwamms. Dasselbe gilt für Lefzen und Lidränder. Ein Zangengebiss steht ebenfalls dort.

Als schwere Fehler führt der Text Vorbiss und Rückbiss auf, das Fehlen von mehr als zwei Prämolaren, nicht vollständig aufgerichtete Ohren sowie langes oder krauses Haar.

Disqualifiziert werden aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde. Ebenso Hunde mit deutlichen körperlichen Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen. Dazu kommen jede abweichende Haarfarbe und Albinismus.

Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt für erblich bedingte Verhaltensstörungen, die mit Leiden verbunden sind.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Frag als Erstes nach der Ahnentafel. Bei einer provisorisch anerkannten Rasse trägt sie das FCI-Logo. Ein Wurf ganz ohne Papiere steht unter keiner Zuchtaufsicht.

Zweitens: Lass dir sagen, welcher Verband hinter dem Wurf steht. Der Ursprungsverband sitzt in Spanien. In Deutschland ist die Rasse selten, Importe sind die Regel.

Drittens fahr hin. Das Muttertier gehört zu den Welpen. Schau dir Ohren, Gebiss und Pigment beider Elterntiere in Ruhe an, denn genau dort liegen die Fehler des Standards.

Was beim Züchterbesuch vorliegen sollte

  • Ahnentafel mit FCI-Logo und Angabe des Zuchtverbands.
  • EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, bei Import zusätzlich Tollwutnachweis.
  • Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll.
  • Abgabe erst im Alter von über acht Wochen.
  • Muttertier beim Wurf, Welpen im Haus statt im Zwinger.

Bis zur zwanzigsten Lebenswoche schreibt die Verordnung mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson je Tag vor.

Preise nenne ich hier bewusst nicht. Für einen provisorischen FCI-Status gibt keine Zuchtordnung einen Aufschlag her.

Passt der Ratonero Valenciano zu dir?

Er passt zu dir, wenn du einen kleinen Hund willst, der wirklich arbeitet. Nase, Kopf, Sprung. Ein Ratonero, der nur spazieren geht, sucht sich seine Aufgabe selbst.

Er passt zu dir, wenn Besuch bei euch nicht ständig wechselt. Zurückhaltung gegenüber Fremden steht im Standard. Wer das kennt, plant Begegnungen statt sie zu erzwingen.

Er passt nicht zu dir, wenn Melden im Haus stört. Warnen durch Bellen ist bei dieser Rasse Teil der Aufgabe, nicht ein Erziehungsfehler.

Und er passt nicht zu dir, wenn du einen ruhigen Schoßhund suchst. Vier bis acht Kilogramm sagen nichts über das Tempo.

Fazit: Der Ratonero Valenciano ist bei der FCI geführt, nämlich als Gos Rater Valencià unter der Standardnummer 370. Provisorisch anerkannt ist er seit dem 21. Juni 2022, das CACIB bleibt ihm bis zur endgültigen Anerkennung verwehrt. Der Standard nennt für Rüden 30 bis 40 Zentimeter und für Hündinnen 29 bis 38, dazu ungefähr vier bis acht Kilogramm. Die im Netz kursierenden acht bis zwölf Kilogramm sind falsch. Verwechsle ihn nicht mit dem Ratonero Bodeguero Andaluz, der die Nummer 371 trägt. Eine Lebenserwartung steht im Standard nicht, also nenne ich keine.

Häufige Fragen zum Ratonero Valenciano

Ist der Ratonero Valenciano von der FCI anerkannt?

Ja, provisorisch. Er läuft dort unter Gos Rater Valencià, Standard Nr. 370, seit dem 21. Juni 2022.

Was heißt provisorisch anerkannt?

Bis zur endgültigen Anerkennung bekommt die Rasse kein CACIB. FCI-Titel darf sie erlangen, ihre Ahnentafeln tragen das FCI-Logo.

Wie schwer wird ein Ratonero Valenciano?

Der Standard nennt ungefähr 4 bis 8 Kilogramm für Rüden wie für Hündinnen. Angaben von 8 bis 12 Kilogramm stimmen nicht.

Ratonero Valenciano: Wie groß wird er?

Rüden 30 bis 40 Zentimeter, ideal 36. Hündinnen 29 bis 38 Zentimeter, ideal 33. Ein Zentimeter mehr wird toleriert.

Ist er dasselbe wie der Ratonero Bodeguero Andaluz?

Nein. Der Bodeguero Andaluz trägt die Standardnummer 371 und ist seit dem 3. September 2024 provisorisch anerkannt.

Ratonero Valenciano: Welche Farbe hat er?

Gefleckt schlägt einfarbig. Am häufigsten ist dreifarbig, also schwarz mit lohfarben und weißen Abzeichen.

Ratonero Valenciano: Wie lang ist sein Fell?

Dünn und kurz, laut Standard nicht länger als zwei Zentimeter. Langes oder krauses Haar gilt als schwerer Fehler.

Ratonero Valenciano: Zu welcher FCI-Gruppe gehört er?

Gruppe 3 Terrier, Sektion 1 hochläufige und mittelläufige Terrier, ohne Arbeitsprüfung.

Ratonero Valenciano: Wofür wurde er gezüchtet?

Für die Jagd auf Wasserratten, Kaninchen und Maulwürfe. Dazu warnt er durch sein Bellen.

Wie alt wird ein Ratonero Valenciano?

Eine Lebenserwartung steht im Standard nicht. Ich nenne deshalb keine Zahl.

Werden die Ruten noch kupiert?

Der Standard hält fest, dass das früher üblich war und heute nicht mehr. Einzelne Hunde kommen ohne Rute zur Welt. In Deutschland verbietet § 6 TierSchG das Kupieren, von eng begrenzten Ausnahmen abgesehen.

Ratonero Valenciano: Passt er in eine Wohnung?

Größe spricht nicht dagegen. Sein Jagd- und Meldeverhalten schon eher, wenn niemand daran arbeitet.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Über Gebiss, Augen und Bewegungsapparat entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.