Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Die FCI führt in Gruppe 3 aktuell 34 anerkannte Terrierrassen.
- Sie stehen in vier Sektionen — nach Bau, nicht nach Charakter.
- Von 3,2 Kilogramm bis 61 Zentimeter reicht die Spanne.
- Die Arbeitsprüfung im Standard verrät den Ursprungszweck.
Terrier gelten als eigensinnig, laut und schnell. Das stimmt für manche und geht bei anderen völlig am Tier vorbei — die Gruppe ist viel breiter, als ihr Ruf vermuten lässt.
Die kurze Antwort
Terrier sind FCI-Gruppe 3 mit derzeit 34 anerkannten Rassen in vier Sektionen, geordnet nach Körperbau.
Der entscheidende Punkt
Die Sektion sagt etwas über die Größe. Über den Alltag mit dem Hund sagt der Vermerk zur Arbeitsprüfung mehr.
Wie die Gruppe aufgebaut ist
Die FCI ordnet alle anerkannten Hunderassen in zehn Gruppen. Terrier bilden die Gruppe 3.

Innerhalb der Gruppe gibt es vier Sektionen. Sie trennen nach Körperbau und Ursprung, nicht nach Wesen.
Eigene Auszählung der FCI-Nomenklatur Gruppe 3, Stand 25. August 2026.
Aus meiner Erfahrung überrascht die Zahl 34 viele. Gefühlt sind es mehr, weil einzelne Rassen in mehreren Haarvarianten vorkommen.
Zwei weitere Rassen stehen derzeit auf vorläufiger Anerkennung. Es sind der Andalusische und der Valencianische Terrier, beide aus Spanien.
Die Spannweite ist enorm
Zwischen dem kleinsten und dem größten Terrier liegen Welten. Das macht Pauschalaussagen über die Gruppe wertlos.
Zahlen aus dem VDH-Rasselexikon. Die Angabe zur Arbeitsprüfung stammt aus dem jeweiligen Standard.
Der Airedale Terrier trägt den Beinamen König der Terrier. Er ist der einzige Terrier, der offiziell als Schutzhundrasse anerkannt ist.
Beim Jack Russell nennt der Standard eine ungewöhnlich klare Faustregel für das Gewicht. Pro fünf Zentimeter Widerristhöhe rechnet man ein Kilogramm.

Ein Hund von 25 Zentimetern sollte demnach etwa fünf Kilogramm wiegen. Bei 30 Zentimetern sind es sechs.
Ich halte diese Regel für die praktischste im ganzen Standard. Sie kommt ohne Tabelle aus und passt auf jeden Hund der Rasse.
Warum die Arbeitsprüfung so viel verrät
Im Rassestandard steht bei jeder Rasse, ob eine Arbeitsprüfung gefordert wird. Dieser kleine Vermerk sagt mehr über den Alltag als jede Wesensbeschreibung.
Bei manchen Rassen ist sie vorgeschrieben. Bei anderen gilt sie nur in den Ländern, die eine solche beantragt haben.
Der Deutsche Jagdterrier steht am einen Ende. Er ist ein Hund, der einem Wildschwein aus kurzer Distanz standhält.
Was ein Terrier mit Arbeitsprüfung im Alltag braucht
- Eine Aufgabe, nicht nur Bewegung.
- Frühes und konsequentes Training am Rückruf.
- Sichere Gärten — Buddeln und Ausbüxen gehören zum Programm.
- Ruhe als eigenes Übungsziel, nicht als Selbstverständlichkeit.
Ohne das entsteht kein ruhiger Hund, sondern ein unterforderter mit eigenen Ideen.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Genau hier scheitern die meisten Anschaffungen. Der Hund ist klein, also unterschätzt man ihn. Wie das beim bekanntesten Vertreter aussieht, steht in Der Jack Russell Terrier.
Woher der Name Russell kommt

Der VDH beschreibt die Herkunft genau. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts züchtete der englische Reverend John Russell Fox Terrier.
Diese sollten mit seinen Foxhounds mitlaufen können. Und sie sollten in Baue eindringen, um Füchse herauszutreiben.
Dabei entstanden zwei Varietäten. Die größere, quadratischere wurde zum Parson Russell Terrier.
Die kleineren, länger gebauten Hunde wurden zum Jack Russell Terrier. Der Unterschied ist damit kein Zufall, sondern gezüchtet — nachzulesen in Parson Russell Terrier.
Die bullartigen Terrier
Sektion 3 ist die kleinste mit vier Rassen. Drei kommen aus Großbritannien, eine aus den Vereinigten Staaten.
Diese Hunde sind kräftiger gebaut als die übrigen Terrier. Bei einigen kommen in Deutschland länderspezifische Vorschriften dazu.
Ich sehe bei dieser Sektion die größte Kluft zwischen Ruf und Hund. Wer hier kauft, sollte die Landesregelung vorher kennen — mehr dazu in Staffordshire Bullterrier.
Fell und Pflege
Terrier gibt es glatt-, rauh- und stichelhaarig. Alle drei Typen sind wetterfest.
Rauhaarige Hunde werden getrimmt statt geschoren. Beim Jack Russell empfiehlt der VDH das zweimal jährlich.
Beim Trimmen wird abgestorbenes Haar von Hand entfernt. Scheren wäre bequemer und würde die Haarstruktur auf Dauer verändern.
Ich rate dazu, das vor dem Welpenkauf einzuplanen. Zwei Termine im Jahr kosten Zeit und Geld. Wie sich das bei einem beliebten Rauhaar-Vertreter zeigt, steht in West Highland White Terrier.
Größe und Gewicht mit Standardnummer
Die Zahlen aus dem VDH-Lexikon oben sind praktisch. Belastbarer sind die Standards selbst, denn dort steht auch die Nummer der Rasse. Die Übersicht folgt den vier Sektionen.
Angaben wörtlich aus den deutschsprachigen FCI-Standards, abgerufen am 27. August 2026.
Eine Zeile fällt aus dem Rahmen. Beim Bull Terrier nennt Nummer 11 weder eine Größengrenze noch eine Gewichtsgrenze. Verlangt wird stattdessen der Eindruck höchstmöglicher Substanz, passend zu Größe und Geschlecht des Hundes.
Beim Scottish Terrier rundet das VDH-Lexikon anders als der Standard. Dort stehen 25,4 bis 28 Zentimeter, im Standard 25 bis 28. Beide Werte stammen aus denselben englischen Zollmaßen.
Wesen im Alltag: was die Standards wörtlich sagen
Ein Rassestandard beschreibt das Zuchtziel, nicht den einzelnen Hund. Der Vergleich der Wortwahl lohnt trotzdem.
Nummer 7 nennt den Airedale offen und vertrauensvoll, freundlich, couragiert und intelligent. Stets wachsam, nicht aggressiv, aber furchtlos. Wie sich das im Alltag zeigt, steht in Airedale Terrier.
Nummer 345 beschreibt den Jack Russell als lebhaften, wachsamen, aktiven Terrier mit durchdringendem, intelligentem Ausdruck. Kühn und furchtlos, freundlich mit ruhigem Selbstvertrauen.
Am deutlichsten wird Nummer 103 beim Deutschen Jagdterrier. Mutig und hart, arbeitsfreudig und ausdauernd, vital und temperamentvoll. Zuverlässig, umgänglich und führig, weder scheu noch aggressiv.
Nummer 11 formuliert beim Bull Terrier eine Warnung zwischen den Zeilen. Mutig, lebhaft, verspielt, ausgeglichen und diszipliniert — obgleich sehr eigensinnig. Was das praktisch bedeutet, steht in Bullterrier.
Beim Yorkshire bleibt Nummer 86 knapp. Reger und intelligenter Zwerg-Terrier, lebhaft bei ausgeglichenen Wesensanlagen. Von einem Schoßhund steht dort kein Wort.
Haltung, Auslastung und Erziehung
Bei mehreren Rassen der Gruppe steht als Verwendung schlicht „Terrier". Das klingt nichtssagend. Gemeint ist die Arbeit am und im Bau.
Nummer 345 wird konkreter. Der Jack Russell sei ein guter Arbeitsterrier mit der Fähigkeit einzuschliefen, dazu ein ausgezeichneter Begleithund. Einschliefen heißt: in einen Fuchs- oder Dachsbau kriechen.
Nummer 103 nennt den Deutschen Jagdterrier einen vielseitig einsetzbaren Jagdgebrauchshund für Baujagd und Stöberarbeit. Wer ihn im Wohnzimmer hält, schuldet ihm einen Ersatz dafür.
Im Alltag heißt das Nasenarbeit, Suchspiele und einen wirklich sicheren Zaun. Buddeln ist bei diesen Rassen kein Fehlverhalten, sondern das Zuchtziel.
Beim Yorkshire steht als Verwendung Gesellschaftshund. Das ist der einzige echte Bruch in der Gruppe. Genau deshalb gehört Sektion 4 in der Beratung getrennt behandelt.
Gesundheit und was die Standards ausschließen
Eine Lebenserwartung nennt keiner der Terrierstandards. Sie liefern etwas anderes: Fehlerlisten und einen Schlusssatz zur Zucht. Bei Airedale, Jack Russell, Bull Terrier und Yorkshire lautet er wörtlich gleich.
Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden. Das Wort funktional trägt hier das Gewicht. Ein Hund, der nur im Ring gut aussieht, erfüllt die Vorgabe nicht.
Die Listen der disqualifizierenden Fehler fallen kurz aus. Ausgeschlossen sind aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sowie Hunde mit deutlichen körperlichen Abnormalitäten.
Nummer 345 setzt beim Jack Russell noch einen eigenen Punkt darüber. Die Fehlerbewertung berücksichtigt ausdrücklich die Fähigkeit des Hundes, die verlangte rassetypische Arbeit zu erbringen. Als Fehler gilt dort außerdem ein Mangel an typischen Terrier-Eigenschaften.
Der Gesetzgeber zieht die zweite Grenze. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Verpaarungen, wenn Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Erblich bedingte Verhaltensstörungen zählen ausdrücklich dazu.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Frag als Erstes nach der Standardnummer der Rasse. Wer sie nicht kennt, züchtet nicht ernsthaft.
Die zweite Frage betrifft die Arbeitsprüfung. Haben die Elterntiere eine abgelegt? Bei Jack Russell, Parson Russell und Deutschem Jagdterrier ist das die aussagekräftigste Auskunft über den Wurf.
Die dritte Frage betrifft die Maße der Elterntiere. Ein Parson Russell mit 45 Zentimetern hat mit dem Idealmaß von 36 Zentimetern nichts mehr zu tun.
Mein Tipp: Das Abgabealter regelt die Tierschutz-Hundeverordnung. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Fahr zum Wurf und lass dir das Muttertier zeigen. Über Preise schreibe ich hier bewusst nichts.
Welcher Terrier zu wem passt
Eine ehrliche Antwort beginnt nicht bei der Optik. Sie beginnt bei drei Fragen an dich selbst.
Wie viel Beschäftigung kannst du an einem normalen Dienstag leisten? Wie sicher ist dein Garten wirklich?
Und wie viel Eigensinn hältst du aus, ohne genervt zu sein? Wer darauf ehrlich antwortet, hat die Auswahl schon halbiert.
Mir ist wichtig, dass niemand nach Größe geht. Ein Yorkshire ist kein Anfängerhund, nur weil er leicht ist — mehr dazu in Yorkshire Terrier.
Fazit: Terrier sind FCI-Gruppe 3 mit derzeit 34 endgültig anerkannten Rassen, verteilt auf 15 hochläufige, zwölf niederläufige, vier bullartige und drei Zwergterrier. Die Spanne reicht vom Yorkshire mit bis zu 3,2 Kilogramm bis zum Airedale mit 58 bis 61 Zentimetern bei Rüden. Über den Alltag sagt der Vermerk zur Arbeitsprüfung im Standard mehr als jede Wesensbeschreibung, denn Jack Russell, Parson Russell und Deutscher Jagdterrier tragen ihn. Rauhaarige Terrier werden getrimmt statt geschoren, beim Jack Russell zweimal im Jahr.
Häufige Fragen zu Terrier-Rassen
Wie viele Terrierrassen gibt es?
Die FCI führt in Gruppe 3 derzeit 34 endgültig anerkannte Rassen.
Wie sind sie geordnet?
In vier Sektionen: hochläufig, niederläufig, bullartig und Zwergterrier.
Welche Sektion ist die größte?
Sektion 1 mit 15 Rassen, dicht gefolgt von Sektion 2 mit zwölf.
Was heißt hochläufig?
Lange Beine im Verhältnis zum Körper — der Airedale ist mit bis zu 61 Zentimetern das Extrem.
Welcher Terrier ist der größte?
Der Airedale Terrier. Rüden messen 58 bis 61 Zentimeter.
Welcher ist der kleinste?
Der Yorkshire Terrier mit bis zu 3,2 Kilogramm.
Was bedeutet Arbeitsprüfung im Rassestandard?
Bei manchen Rassen ist sie für den Titel vorgeschrieben, bei anderen gilt das nur in den Ländern, die es beantragt haben.
Welche Terrier haben eine Arbeitsprüfung?
Unter anderem Jack Russell, Parson Russell und der Deutsche Jagdterrier.
Woher kommt der Jack Russell?
Aus der Zucht des englischen Reverend John Russell, der Fox Terrier für die Baujagd wollte.
Wie unterscheidet er sich vom Parson Russell?
Der Parson ist größer und quadratischer gebaut, der Jack kleiner und länger.
Wie oft muss ein Rauhaar getrimmt werden?
Zweimal im Jahr.
Gibt es einen Terrier als Schutzhundrasse?
Ja, den Airedale Terrier.
Quellen
- FCI – Rassennomenklatur, Gruppe 3: Terrier
- VDH Welpen – Jack Russell Terrier
- VDH Welpen – Airedale Terrier
- VDH Welpen – Deutscher Jagdterrier
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Fragen zu Gesundheit und Belastbarkeit einer Rasse gehören in ein tierärztliches Gespräch.
