Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Der Standard Nr. 313 nennt den Schapendoes ausdrücklich langhaarig.
- Eine Kurzhaar-Varietät führt die FCI zu dieser Rasse nicht.
- Das Haar ist gut sieben Zentimeter lang, leicht gewellt, nicht seidig.
- Die Verwechslung führt vermutlich zum Holländischen Schäferhund Nr. 223.
Schapendoes Kurzhaar wird oft gesucht, doch die Rasse gibt es so nicht. Ich habe den FCI-Standard, die Nomenklatur der Gruppe 1 und den VDH nachgelesen. Alle drei sagen dasselbe.
Die kurze Antwort
Der FCI-Standard Nr. 313 beschreibt den Schapendoes im ersten Satz als leicht gebauten, langhaarigen Hund. Eine zweite Haarvarietät gibt es nicht. Der Zusatz Kurzhaar steht in keinem Register.
Der entscheidende Punkt
Die FCI führt Haarvarietäten auf, wenn es sie gibt. Beim Holländischen Schäferhund mit der Nummer 223 stehen drei davon im Kapitel. Beim Schapendoes steht keine.
Was im Standard wirklich steht
Der FCI-Rassestandard Nr. 313 beginnt mit einem Satz, der die Frage schon beantwortet. Beschrieben wird ein leicht gebauter, langhaariger Hund mit einer Widerristhöhe zwischen 40 und 50 Zentimetern. Seine Bewegungen seien federnd und leichtfüßig.

Im Haarkleid wird es genauer. Der Schapendoes hat ein dichtes Haarkleid mit genügend Unterhaar. Die Haare sind lang, gut sieben Zentimeter oder mehr an der Hinterhand. Sie sind nicht glatt, sondern leicht gewellt.
Ausgesprochenes Kraushaar ist nicht zulässig. Die Haare wachsen dicht aneinander, sie sind dünn und trocken, vor allem aber nicht seidig. Dazu kommen ein mächtiger Haarschopf, Schnauz und Bart.
Bei der Farbe ist der Standard großzügig. Alle Farben sind zulässig. Bevorzugt wird jedoch ein Blaugrau bis Schwarz.
So sieht die FCI aus, wenn es Varietäten gibt
Jetzt die Gegenprobe. In der FCI-Nomenklatur der Gruppe 1 steht der Nederlandse Schapendoes mit der Nummer 313 ohne jeden Zusatz. Zwei Zeilen darüber steht der Hollandse Herdershond mit der Nummer 223.
Bei ihm listet die Nomenklatur drei Varietäten mit eigenen Buchstaben: a) kurzhaarig, b) langhaarig, c) rauhhaarig. Auch sein Standard führt sie einzeln aus.
Der Standard Nr. 223 beschreibt beim Kurzhaar ein recht hartes, nicht zu kurzes Haar mit Unterwolle. Beim Langhaar folgt ein eigener Absatz mit langem, geradem, anliegendem Haar. So sieht eine echte Haarvarietät aus.
Aus meiner Erfahrung entsteht genau hier die Verwechslung. Zwei niederländische Hütehunde, ähnlich klingende Namen, einer davon mit Kurzhaar. Der Schapendoes ist es nicht.
Aus den deutschen FCI-Standards Nr. 313 und Nr. 223 sowie der FCI-Nomenklatur Gruppe 1, gelesen am 27.08.2026.
Wie stark sich zwei Hütehunde derselben Sektion unterscheiden, zeigt Schäferhunde-Arten.

Größe und Gewicht
Der Standard nennt für Rüden 43 bis 50 Zentimeter Widerristhöhe und für Hündinnen 40 bis 47. Der VDH führt dieselben Zahlen zur Standardnummer 313. Ein Gewicht führt keine der beiden Quellen auf.
Das ist kein Mangel, sondern die ehrliche Auskunft. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein.
Der VDH beschreibt den Körperbau als eher leicht. Auffallen tut das kaum, weil das lange Haarkleid darüber liegt. Genau dieser Eindruck führt bei Anzeigen regelmäßig zu falschen Gewichtsangaben.
Wesen im Alltag
Der Standard beschreibt einen normal und harmonisch gebauten Hirtenhund mit aufmerksamem und mutigem Charakter. Er sei intelligent, wachsam, fröhlich, lebhaft, freundlich und temperamentvoll. Vertrauten Menschen gegenüber entwickle er große Zuneigung und Treue.
Der VDH setzt noch ein Wort dazu: Verwegenheit. Ausgesprochen wird der Name übrigens Schapeduss. Für den Alltag heißt das: Ein Hund, der mitdenkt und gern selbst entscheidet.
Der Standard beschreibt ein Zuchtziel, nicht deinen Hund. Über Rückruf, Besuch und Alleinbleiben entscheidet die Aufzucht. Meine langjährige Erfahrung sagt: Bei wachsamen Hütehunden entscheiden die ersten Monate mehr als jede Rassebeschreibung.
Haltung, Auslastung und Erziehung

Die Verwendung im Standard sagt dir, was dieser Hund braucht. Er ist ein Herdenhund zum Hüten von Schafherden. Der Standard schreibt: bis heute. Weil die Weiden in ruhigen, einsamen Gegenden liegen, nennt der Standard große Ausdauer, Wendigkeit und Schnelligkeit.
Große Sprungkraft ist dabei notwendig, dazu Intelligenz für selbstständiges Handeln. Ein Satz des Standards fasst es zusammen: Er muss ein Herdenhund sein in Charakter, Leib und Seele.
Der VDH nennt Agility und Breitensport als passende Beschäftigung. Auch in der Rettungshundearbeit überzeugen diese Hunde. Wer springt, wendet und selbst denkt, langweilt sich beim Fußgehen.
Zum Freilauf schreibt der VDH etwas Praktisches. Die jagdliche Motivation sei wenig ausgeprägt, deshalb sei Freilauf mit liebevoller, konsequenter Erziehung meistens möglich.
Fellpflege: weniger Aufwand als gedacht
Hier kommt die angenehme Überraschung. Der VDH schreibt, dass das opulente Haarkleid nicht so pflegeintensiv ist, wie man vermuten könnte. Normalerweise reicht es, das Fell einmal pro Woche gründlich zu bürsten.
Die lange Rute ist gut behaart und befedert. Der Kopf wirkt durch die üppige Behaarung größer und breiter, als er ist. Genau das steht so im Standard. Was beim Bürsten sonst zählt, steht in Fellpflege beim Hund.
Für Haut und Fell spielen B-Vitamine eine Rolle. Gebündelt stecken sie im Lucky Pets Vitamin B-Komplex auf Basis inaktivierter Bierhefe, dazu kommen Calciumcarbonat und getrockneter Apfeltrester. Eine Tablette deckt zehn Kilogramm Körpergewicht am Tag ab.

Was du bei einer Kurzhaar-Anzeige prüfst
- Frag nach der Standardnummer, nicht nur nach dem Rassenamen.
- Prüfe, ob die FCI zu dieser Nummer Varietäten führt.
- Lass dir Papiere und Zuchtverband nennen.
- Sieh dir beide Elterntiere an, nicht nur Fotos.
- Misstraue Gewichtsangaben, die kein Standard hergibt.
Denselben Denkfehler behandelt Tibet Terrier Kurzhaar.
Herkunft: eine Rasse, die fast verschwunden wäre
Die zottelhaarigen Hütehunde stammen laut VDH aus niederländischen Heidegegenden. Dort galten sie lange als erste Wahl der Schäfer. Gezählt hat bei der Zucht nur, was an der Herde nützte.
Ihre Blütezeit lag Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Kynologe P. M. C. Toepoel gilt als Begründer der gezielten Rassezucht. Während des Zweiten Weltkriegs lenkte er den Blick auf die bedrohte Rasse.
Danach ging es Schritt für Schritt. 1947 gründete sich der Rasseclub, 1952 folgte die vorläufige Anerkennung durch den Raad van Beheer. 1954 wurde der Standard niedergelegt, 1971 kam die offizielle Anerkennung.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung steht im FCI-Standard nicht. Ich nenne deshalb keine. Was drinsteht, sind die zuchtausschließenden Fehler. Beim Schapendoes fallen sie kurz aus.
Ausgeschlossen sind aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sowie Hunde mit deutlichen physischen Abnormitäten. Dazu kommt ein eigener Satz: Ein Schapendoes, der sich im Ring ängstlich oder aggressiv verhält, wird weder plaziert noch qualifiziert.
In Deutschland greift zusätzlich § 11b des Tierschutzgesetzes. Er verbietet Zucht, wenn bei den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Voraussetzung ist, dass dadurch Leiden entstehen.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Frag nach dem Zuchtverband und den Papieren. Daraus liest du ab, nach welchem Standard gezüchtet wird. Wer dir eine Kurzhaar-Linie anbietet, arbeitet nicht nach Standard Nr. 313.
Besuche den Wurf und lass dir das Muttertier zeigen. Frag nach Impfstatus und Entwurmung. Die Trennung vom Muttertier ist in Deutschland erst nach dem Alter von acht Wochen erlaubt.
Ich frage außerdem nach den Augenuntersuchungen der Elterntiere. Ein sorgfältiger Züchter legt Befunde von sich aus vor, ohne dass ich nachhaken muss.
Mein Tipp: Fass das Fell der Elterntiere an. Der Standard verlangt dünnes, trockenes Haar, ausdrücklich nicht seidig. Das erkennst du in fünf Sekunden mit der Hand.
Passt ein Schapendoes zu dir?
Er passt zu aktiven Haushalten mit Zeit für Kopfarbeit. Springen, wenden, selbst entscheiden — dafür wurde er gezüchtet. Wer das bedient, bekommt einen unkomplizierten Begleiter.
Er passt weniger zu Menschen, die einen ruhigen Sofahund suchen. Ein wachsamer, temperamentvoller Hütehund ohne Aufgabe erfindet sich eine. Meist ist das nicht die, die du dir wünschst.
Und er passt nicht zu jemandem, der Fellarbeit komplett vermeiden will. Einmal pro Woche gründlich bürsten ist wenig, aber es ist nicht null.
Fazit: Einen Schapendoes Kurzhaar gibt es nicht. Der FCI-Rassestandard Nr. 313 beschreibt die Rasse im ersten Satz als leicht gebauten, langhaarigen Hund mit einer Widerristhöhe zwischen 40 und 50 Zentimetern. Das Haar ist laut Standard lang, gut sieben Zentimeter oder mehr an der Hinterhand, leicht gewellt, dünn und trocken, aber nicht seidig. Alle Farben sind zulässig, bevorzugt wird ein Blaugrau bis Schwarz. Rüden messen 43 bis 50 Zentimeter, Hündinnen 40 bis 47, ein Gewicht nennt der Standard nicht. Die FCI-Nomenklatur der Gruppe 1 führt zur Nummer 313 keine einzige Varietät. Beim Holländischen Schäferhund mit der Nummer 223 stehen dagegen drei: kurzhaarig, langhaarig und rauhhaarig. Dort liegt vermutlich der Ursprung der Verwechslung.
Häufige Fragen zum Schapendoes
Gibt es den Schapendoes als Kurzhaar?
Nein. Der FCI-Standard Nr. 313 beschreibt ihn im ersten Satz als langhaarigen Hund. Eine zweite Haarvarietät führt die FCI nicht.
Wie lang ist das Haar laut Standard?
Lang, gut sieben Zentimeter oder mehr an der Hinterhand. Es ist leicht gewellt, dünn und trocken, aber nicht seidig.
Woher kommt die Verwechslung?
Vermutlich vom Holländischen Schäferhund. Der trägt die Nummer 223 und hat tatsächlich drei Varietäten: kurzhaarig, langhaarig und rauhhaarig.
Wie groß wird ein Schapendoes?
Rüden 43 bis 50 Zentimeter, Hündinnen 40 bis 47. Ein Gewicht nennt der Standard nicht.
Schapendoes Kurzhaar: Welche Farben sind erlaubt?
Alle. Der Standard bevorzugt jedoch ein Blaugrau bis Schwarz.
Schapendoes Kurzhaar: Wie aufwendig ist die Fellpflege?
Der VDH schreibt, dass das opulente Haarkleid nicht so pflegeintensiv ist wie erwartet. Einmal pro Woche gründlich bürsten reicht normalerweise.
Ist der Schapendoes ein Herdenschutzhund?
Nein. Er steht in Gruppe 1, Sektion 1 Schäferhunde und ist laut Standard ein Herdenhund zum Hüten von Schafherden.
Schapendoes Kurzhaar: Wie ist sein Wesen?
Der Standard nennt ihn intelligent, wachsam, fröhlich, lebhaft, freundlich und temperamentvoll, mit aufmerksamem und mutigem Charakter.
Schapendoes Kurzhaar: Kann er ohne Leine laufen?
Der VDH schreibt, dass Freilauf dank wenig ausgeprägter jagdlicher Motivation meistens möglich ist. Voraussetzung ist konsequente Erziehung.
Schapendoes Kurzhaar: Welcher Hundesport passt?
Der VDH nennt Agility und Breitensport. Auch in der Rettungshundearbeit überzeugen die Hunde.
Schapendoes Kurzhaar: Seit wann ist die Rasse anerkannt?
Laut VDH kam 1952 die vorläufige Anerkennung durch den Raad van Beheer, 1954 der Standard und 1971 die offizielle Anerkennung.
Was schließt im Ring aus?
Ängstliches oder aggressives Verhalten. Ein solcher Hund wird laut Standard weder plaziert noch qualifiziert.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 313 – Nederlandse Schapendoes, deutsche Fassung (PDF)
- FCI – Rassennomenklatur Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde
- FCI-Rassestandard Nr. 223 – Hollandse Herdershond, deutsche Fassung (PDF)
- VDH-Rasselexikon – Schapendoes
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Augen, Gelenken und Belastbarkeit des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.
