Staffordshire Bullterrier: Größe und Wesen

Staffordshire Bullterrier: Größe und Wesen

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Widerristhöhe 35,5–40,5 cm, Gewicht 11–17 kg.
  • Gründliche Sozialisierung von klein auf ist Pflicht.
  • Rührende Zärtlichkeit gegenüber Kindern.
  • Anerkannt 1935, hundert Jahre nach dem Kampfverbot.

Der Staffordshire Bullterrier hat eine schwierige Vorgeschichte. Was der VDH heute über ihn schreibt, klingt anders. Ich gehe die Angaben durch.

Die kurze Antwort

Ein kompakter englischer Terrier von 35,5 bis 40,5 Zentimetern und 11 bis 17 Kilogramm, mutig und ruhig.

Der entscheidende Punkt

Sozialisierung von klein auf. Kontakt zu Artgenossen, Haustieren und Umweltreizen gehört dazu.

Vom Rattenfänger zum Familienhund

Der VDH verortet die Vorfahren in England. Man fand die bulligen, kleinen Hunde vor allem bei den Bergleuten des mittelenglischen Black Country — dem Gebiet rund um Birmingham und die Grafschaft Staffordshire.

Wacher Staffordshire Bullterrier liegt aufmerksam auf einer Wiese
Kräftig im Verhältnis zur Größe, mit deutlich ausgeprägter Muskulatur. Foto: V.O.ERIC / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ihre ursprüngliche Aufgabe war die Rattenvernichtung. Später missbrauchte man sie für blutige Wettbewerbe, in denen es galt, möglichst viele Ratten in kurzer Zeit zu töten. Schließlich folgten Hundekämpfe.

Der Wendepunkt kam 1835. Als England Tierkämpfe verbot, verlagerte sich der Fokus der Zucht auf die Familienhunde-Qualitäten des gedrungenen Engländers. Hundert Jahre später, 1935, erfolgte die Anerkennung als eigenständige Rasse. In Großbritannien zählt sie heute zu den beliebtesten.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüde35,5 – 40,5 cm Hündin35,5 – 40,5 cm
MerkmalGewicht Rüde12,7 – 17 kg Hündin11 – 15,4 kg
MerkmalHaarkleid Rüdekurz Hündinkurz
MerkmalRute Rüdemittellang, tiefer Ansatz Hündinmittellang, tiefer Ansatz
MerkmalAnerkennung Rüde1935 Hündin1935

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Wesen: ruhig und aufmerksam

Der Staffordshire Bullterrier gilt als mutig, hartnäckig und tapfer. Verlassen kann man sich auf ihn ebenfalls. Er lässt sich nicht schnell aus der Ruhe bringen und beobachtet aufmerksam, was um ihn herum geschieht.

Als Familienhund entwickelt er insbesondere gegenüber Kindern eine geradezu rührende Zärtlichkeit. So formuliert es der VDH. Aus meiner Erfahrung überrascht das viele, die die Rasse nur aus der Presse kennen. Wie du das früh festigst, steht in Sozialisierung von Welpen.

Er genießt die enge Bindung an seine Menschen. In eine große Familie integriert er sich problemlos und ist oft zu Spiel und Spaß aufgelegt. Als Single-Hund schließt er sich treu seinem Menschen an und treibt für sein Leben gerne gemeinsam mit ihm Sport. Passende Beschäftigung findest du unter Hundespielzeug.

Sozialisierung und klare Regeln

Beim Aufwachsen nennt der VDH zwei Punkte, die zusammengehören. Staffordshire Bullterrier sollten von klein auf von einer gründlichen Sozialisierung profitieren. Möglichst viel Kontakt zu Artgenossen und anderen Haustieren ist dabei ebenso wichtig wie die Gewöhnung an verschiedene Umweltreize.

Der zweite Punkt betrifft die Führung. Da die aktiven Muskelpakete sehr selbstbewusst sind, ist es wichtig, von Anfang an klare Regeln aufzustellen und konsequent auf deren Einhaltung zu achten. Ich rate dazu, diese Regeln vor dem Einzug festzulegen statt im laufenden Betrieb. Die Grundlagen stehen in Erziehung des Hundes.

Die Tierschutz-Hundeverordnung nennt in § 2 den gesetzlichen Rahmen: Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen. Gerade der letzte Punkt deckt sich hier mit der Empfehlung des VDH.

Was ein Staffordshire Bullterrier im Alltag braucht

  • Kontakt zu Artgenossen und Haustieren von klein auf.
  • Klare Regeln ab dem ersten Tag.
  • Gemeinsamen Sport mit seinem Menschen.
  • Gelegentliches Bürsten, im Fellwechsel einen Noppenhandschuh.
  • Einen Halter, der Selbstbewusstsein führen kann.

Für die Aufzucht: Welpen richtig füttern.

Körperbau und die Sache mit der Rute

Der Körperbau ist ausgewogen und dabei sehr kräftig im Verhältnis zur Größe. Die Muskeln des aktiven und überaus beweglichen Hundes sind deutlich ausgeprägt. Der Schädel zeigt eine gleichmäßige Tiefe und Breite.

Beim Ende des Körpers wird der VDH bildhaft. Der gedrungene Körper endet in einer mittellangen Rute mit tiefem Ansatz, die idealerweise an einen traditionellen Pumpenschwengel erinnert. Ich nutze diesen Vergleich gern, weil er das Bild sofort trifft. Wichtig ist außerdem: Diese Form ist angelegt, nicht das Ergebnis eines Eingriffs. Was bei kupierten Ruten gilt, steht in Kupierte Ohren und Ruten. In Deutschland verbietet § 6 TierSchG das Kupieren, von eng begrenzten Ausnahmen abgesehen.

In der Bewegung zeigt sich die Rasse frei, kraftvoll und flink. Die Größenangabe des VDH kommt mit einem Zusatz, den man beachten sollte. Die 35,5 bis 40,5 Zentimeter gelten im richtigen Verhältnis zum Gewicht — ein sehr schwerer Hund am unteren Größenrand entspricht dem also nicht.

Pflege und Alltag

Die Pflege des kurzen Haarkleids ist unproblematisch. Gelegentliches Bürsten reicht aus. Während des Fellwechsels hilft ein simpler Gumminoppen-Handschuh dabei, lose Haare von Polstern und Teppichböden fernzuhalten.

Meine langjährige Erfahrung mit kurzhaarigen, muskulösen Rassen zeigt einen anderen Schwerpunkt. Statt Fellarbeit fällt hier Bewegungsarbeit an. Ein Hund mit dieser Muskulatur will sie einsetzen. Was dabei die Gelenke belastet, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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Wacher Staffordshire Bullterrier läuft über einen Weg
In der Bewegung frei, kraftvoll und flink. Foto: Powerdog / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

So sieht der Staffordshire Bullterrier aus

Drei Worte reichen dem FCI-Standard Nr. 76 für das Haar: glatt, kurz und dicht. Eine Unterwolle erwähnt er nicht. Deshalb zeichnet sich jede Muskelpartie ab.

Bei den Farben führt der Standard eine feste Liste. Rot, falb, weiß, schwarz und blau stehen darin. Jede davon darf auch zusammen mit Weiß vorkommen.

Gestromt ist in jeder Schattierung erlaubt, ebenfalls zusammen mit Weiß. Zwei Varianten nennt der Text höchst unerwünscht. Das sind schwarz mit Loh sowie leberfarben.

Am Kopf fällt zuerst die Kürze auf. Der Schädel ist gleichmäßig tief und breit, der Stopp deutlich, der Nasenschwamm schwarz. Sehr ausgeprägte Wangenmuskeln geben dem Gesicht seine Form.

Die Augen sind rund und von mittlerer Größe. Dunkel werden sie bevorzugt, ein gewisser Bezug zur Haarfarbe bleibt erlaubt. Dazu gehören dunkle Lidränder.

Bei den Ohren bleibt der Standard streng. Rosen- oder Halbstehohr lautet die Vorgabe, weder groß noch schwer. Ein vollständiges Schlapp- oder Stehohr gilt als höchst unerwünscht.

Größe und Gewicht

Der Standard nennt zuerst das Gewicht und erst danach die Höhe. Diese Reihenfolge ist kein Zufall. Bei dieser Rasse zählt die Masse mindestens so viel wie der Zentimeterwert.

Für Rüden stehen dort 12,7 bis 17 Kilogramm. Hündinnen liegen bei 11 bis 15,4 Kilogramm. Die erwünschte Widerristhöhe reicht von 35,5 bis 40,5 Zentimetern, bei beiden Geschlechtern gleich.

Daran hängt ein Satz, den viele überlesen. Diese Größen sollen im richtigen Verhältnis zum Gewicht stehen. Höhe und Gewicht bewertet ein Richter also zusammen, nie einzeln.

Merkmal Was der FCI-Standard Nr. 76 sagt
MerkmalWiderristhöhe Rüde Was der FCI-Standard Nr. 76 sagt35,5 – 40,5 cm (erwünscht)
MerkmalWiderristhöhe Hündin Was der FCI-Standard Nr. 76 sagt35,5 – 40,5 cm (erwünscht)
MerkmalGewicht Rüde Was der FCI-Standard Nr. 76 sagt12,7 – 17 kg
MerkmalGewicht Hündin Was der FCI-Standard Nr. 76 sagt11 – 15,4 kg
MerkmalMaßstab Was der FCI-Standard Nr. 76 sagtGröße im richtigen Verhältnis zum Gewicht
MerkmalFCI-Einordnung Was der FCI-Standard Nr. 76 sagtGruppe 3 Terrier, Sektion 3 Bullartige Terrier, Nr. 76

FCI-Standard Nr. 76 Staffordshire Bull Terrier, deutsche Fassung, gültig seit 24.06.1987.

Was in Deutschland rechtlich gilt

Eine Vorschrift des Bundes nennt diese Rasse beim Namen. § 2 des Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetzes führt vier auf: Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier.

Solche Hunde dürfen nicht in das Inland eingeführt oder verbracht werden. Der Text erfasst ausdrücklich auch Kreuzungen untereinander sowie Kreuzungen mit anderen Hunden. Ein Welpe aus dem Ausland scheidet damit aus.

Die Haltung selbst regelt dieses Gesetz nicht. Ob ein Staffordshire Bullterrier bei dir als gefährlicher Hund gilt, entscheidet das Recht deines Bundeslandes. Eine bundesweit einheitliche Liste dazu gibt es nicht.

Ich halte hier einen einzigen Anruf für wertvoller als jede Suche im Netz. Verbindlich antwortet das Ordnungsamt deines Wohnorts. Lass dir die Auskunft schriftlich geben, bevor du etwas unterschreibst. Wie sich die verwandten Rassen unterscheiden, steht in Pitbull und Staffordshire Bull Terrier im Vergleich.

Wacher Staffordshire Bullterrier sitzt im Freien
Der Schädel zeigt gleichmäßige Tiefe und Breite. Foto: Wikimedia Commons, CC0

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung sucht man im Rassestandard vergeblich. Für die Zahlen, die im Netz kursieren, liefert niemand einen Beleg. Deshalb steht hier keine.

Zwei Gruppen schließt der Standard von der Bewertung aus. Das sind aggressive Hunde und übermäßig ängstliche. Dazu kommen Hunde mit deutlichen körperlichen Abweichungen oder mit Verhaltensstörungen.

Bei allen übrigen Fehlern zählt der Grad der Abweichung. Der Text verlangt zusätzlich, den Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden mitzubewerten. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen.

Über den Standard hinaus greift § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist eine Zucht, bei der erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt, wenn sie untauglich oder umgestaltet sind und daraus Leiden entstehen.

Am Wurfkasten hilft dir das ganz praktisch. Sieh dir beide Elterntiere in Bewegung an. Ein Hund, der frei atmet, locker läuft und ruhig auf Besuch reagiert, sagt mehr als jedes Papier.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Der erste Schritt führt zu einem Züchter mit Anschluss an einen Zuchtverband. Die Papiere belegen Abstammung und Wurfkontrolle. Fehlt dieser Rahmen, prüft niemand außer dir.

Vereinbare einen Besuch und nimm dir Zeit dafür. Die Welpen sollen beim Muttertier liegen, in der Umgebung, in der sie aufwachsen. Wer dir das ausredet, hat einen Grund dafür.

Das Abgabealter bestimmt nicht der Züchter, sondern das Recht. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. So steht es in § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung.

Dieselbe Vorschrift stellt eine zweite Bedingung. Welpen bis zu einem Alter von zwanzig Wochen brauchen täglich mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson. Frag ruhig nach, wie das dort aussieht.

Lass dir Impfungen und Entwurmungen im Heft zeigen. Frag nach dem Wesen beider Elterntiere und nach ihrer Gesundheit. Bei dieser Rasse gehört die Frage nach den Umweltreizen dazu, die der Wurf schon kennt.

Umgekehrt sollte der Züchter dich befragen. Wohnung, Arbeitszeiten und Vorerfahrung gehören für ihn dazu. Wer nichts davon wissen will, verkauft nur.

Passt der Staffordshire Bullterrier zu dir?

Er passt zu Menschen, die sich gerne bewegen. Der VDH beschreibt einen Hund, der für sein Leben gern gemeinsam mit seinem Menschen Sport treibt. Eine Runde um den Block reicht ihm nicht.

Er passt in Familien mit Kindern. Die rührende Zärtlichkeit gegenüber Kindern steht ausdrücklich im Rasselexikon. Trotzdem gilt bei jedem kräftigen Hund dieselbe Regel: Kleinkind und Hund bleiben nie unbeaufsichtigt.

Eine Wohnung genügt ihm, wenn der Tag stimmt. Mit 35,5 bis 40,5 Zentimetern braucht er wenig Platz. Er braucht Aufgaben und einen Menschen in der Nähe, jeden Tag.

Er passt nicht zu jemandem, der Diskussionen scheut. Selbstbewusst nennt der VDH die aktiven Muskelpakete, klare Regeln sind die Antwort darauf. Wer Regeln nur ankündigt, verliert sie wieder.

Er passt ebenso wenig zu jemandem, der die Rechtslage aussitzt. Vor dem Kauf gehört ein Blick in die Hundeverordnung deines Bundeslandes dazu. Nach einem Umzug über die Landesgrenze stellt sich die Frage neu.

Fazit: Der Staffordshire Bullterrier misst 35,5 bis 40,5 Zentimeter und wiegt 11 bis 17 Kilogramm, je nach Geschlecht. Er stammt aus dem englischen Black Country, wo er zunächst Ratten jagte und später für Kämpfe missbraucht wurde. Nach dem Verbot von 1835 richtete sich die Zucht auf Familienhund-Qualitäten, 1935 folgte die Anerkennung. Sein Wesen gilt als mutig, ruhig und aufmerksam, gegenüber Kindern rührend zärtlich. Entscheidend bleibt die gründliche Sozialisierung von klein auf.

Häufige Fragen zum Staffordshire Bullterrier

Wie groß wird ein Staffordshire Bullterrier?

Die erwünschte Widerristhöhe liegt bei 35,5 bis 40,5 cm.

Wie schwer wird er?

Rüden wiegen 12,7 bis 17 kg, Hündinnen 11 bis 15,4 kg.

Wie ist sein Wesen?

Mutig und tapfer. Dazu hartnäckig und verlässlich.

Ist er nervös?

Nein. Er lässt sich nicht schnell aus der Ruhe bringen und beobachtet aufmerksam.

Wie ist er zu Kindern?

Der VDH nennt eine geradezu rührende Zärtlichkeit gegenüber Kindern.

Worauf kommt es bei der Erziehung an?

Auf klare Regeln von Anfang an und konsequente Einhaltung.

Wie wichtig ist Sozialisierung?

Sehr. Kontakt zu Artgenossen, anderen Haustieren und Umweltreizen gehört von klein auf dazu.

Wie aufwendig ist die Pflege?

Gering. Gelegentliches Bürsten des kurzen Haarkleids reicht.

Wie sieht die Rute aus?

Mittellang mit tiefem Ansatz. Idealerweise erinnert sie an einen traditionellen Pumpenschwengel.

Woher stammt die Rasse?

Aus dem mittelenglischen Black Country rund um Birmingham und die Grafschaft Staffordshire.

Was war ihre ursprüngliche Aufgabe?

Die Rattenvernichtung. Später wurde sie für Kämpfe missbraucht.

Seit wann ist sie anerkannt?

Seit 1935. Nach dem Kampfverbot von 1835 verlagerte sich die Zucht auf Familienhund-Qualitäten.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Haltungsvorschriften in deinem Bundesland gibt die zuständige Behörde Auskunft.