Tamaskan Black: Was hinter dem Namen steckt

Tamaskan Black: Was hinter dem Namen steckt

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 🔴 Die FCI kennt keinen Tamaskan.
  • Es gibt zwei wolfsähnliche FCI-Rassen.
  • Schwarz ist bei beiden keine Standardfarbe.
  • Beide sind keine Anfängerhunde.

Wolfsoptik in Schwarz — das klingt nach einem seltenen Hund. Ein Blick in die offizielle Rasseliste zeigt aber zwei Dinge, die viele überraschen.

Die kurze Antwort

Der Tamaskan ist keine von der FCI anerkannte Rasse. Es gibt für ihn keinen Zuchtstandard.

🔴 Der entscheidende Punkt

Bei den beiden wolfsähnlichen FCI-Rassen ist Schwarz ausdrücklich keine Standardfarbe.

Was die FCI führt — und was nicht

Ich habe alle zehn Gruppen der deutschen FCI-Rassennomenklatur durchgesehen. Ein Tamaskan taucht dort nicht auf.

Wolfsähnlicher grauer Hund mit heller Maske steht wach auf einer Lichtung
Standard 332 nennt gelbgrau bis silbergrau mit heller Maske.

Wolfsähnlich sind stattdessen zwei anerkannte Rassen, beide in Gruppe 1, Sektion 1, bei den Schäferhunden.

Rasse Nr. Ursprung Arbeitsprüfung
RasseSaarlooswolfhund Nr.311 UrsprungNiederlande Arbeitsprüfungnein
RasseTschechoslowakischer Wolfhund Nr.332 Ursprungehem. Tschechoslowakei Arbeitsprüfungja

FCI-Nomenklatur Gruppe 1, deutsche Fassung, Stand 24.08.2026.

Aus meiner Erfahrung ist genau dieser Unterschied wichtig. Ein Name ohne Standard sagt nichts über Größe, Wesen oder Gesundheit. Ein ähnlicher Fall steht in Toy Fox Terrier.

🔴 Warum es kein anerkanntes Schwarz gibt

Der FCI-Standard Nr. 311 beschreibt die Farben des Saarlooswolfhunds so: hell bis dunkel schwarz-schattiertes wildfarben, auch Wolfsgrau genannt. Dazu kommt hell bis dunkel braun-schattiertes wildfarben.

Schwarz-schattiert heißt: einzelne Haarspitzen sind dunkel, das Fell insgesamt bleibt wildfarben. Dazu kommen typische Wolfabzeichen von hell cremefarben weiß bis weiß.

Beim FCI-Standard Nr. 332 ist es noch knapper. Er nennt gelbgrau bis silbergrau mit charakteristischer heller Maske. Zulässig ist eine dunkelgraue Färbung, ebenfalls mit heller Maske.

Wolfsähnlicher Hund mit wildfarbenem Fell steht wach auf einer Wiese
Der Saarlooswolfhund trägt wildfarbenes Grau oder Braun.
Rasse Farbe laut Standard
RasseSaarlooswolfhund Farbe laut Standardwildfarben grau oder braun, helle Abzeichen
RasseTschechoslowakischer Wolfhund Farbe laut Standardgelbgrau bis silbergrau, helle Maske
RasseZulässige Abweichung 332 Farbe laut Standarddunkelgrau mit heller Maske
RasseDurchgehendes Schwarz Farbe laut Standardin keinem der beiden Standards

FCI-Standards Nr. 311 und 332, deutsche Fassungen.

Wer also einen komplett schwarzen Hund mit Wolfsoptik sucht, sucht außerhalb der anerkannten Rassen. Welche Rassen tatsächlich schwarz sind, sammelt Schwarze Hunderassen.

Zwei Rassen, zwei Geschichten

Leendert Saarloos lebte von 1884 bis 1969 und fand, Hunde seien zu stark vermenschlicht. Als Liebhaber des Deutschen Schäferhundes wollte er natürliche Eigenschaften zurückzüchten.

Der Standard hält fest: Die Rasse wurde nicht auf eine besondere Nutzung gezüchtet. Sie soll ein treuer und zuverlässiger Gesellschafts- und Haushund sein.

Das ist ungewöhnlich. Die meisten Rassen der Gruppe 1 tragen eine klare Arbeitsaufgabe im Standard. Hier fehlt sie bewusst.

Wolfsähnlicher grauer Hund trabt wach über offenes Gelände
Beide Rassen brauchen viel Bewegung und klare Aufgaben.

Ganz anders die Nummer 332. 1955 kam es in der damaligen CSSR zu einem biologischen Versuch: der Kreuzung des Deutschen Schäferhundes mit einem Karpatenwolf. Mehr dazu steht in Tschechisch-Slowakischer Wolfshund.

Wesen und Ansprüche

Standard 311 beschreibt einen lebhaften, energiegeladenen Hund mit stolzem, unabhängigem Wesen. Und dann kommt der Satz, der alles erklärt: Er gehorcht hauptsächlich aus eigenem Willen.

Fremden gegenüber ist er reserviert und sucht normalerweise keinen Kontakt. Diese Zurückhaltung nennt der Standard ausdrücklich wolfsähnlich.

Ich lese das als klare Warnung an alle, die einen unkomplizierten Familienhund suchen. Wer dagegen einen eigenständigen Charakter mag, ist hier richtig. Ähnlich selbständig arbeiten die Herdenschutzhunde in Kaukasischer Bärenhund.

Standard 332 klingt anders: temperamentvoll, sehr aktiv, ausdauerfähig, gelehrig, furchtlos und mutig. Dazu misstrauisch, aber dem Herrn gegenüber ungemein treu.

Der Standard nennt ihn außerdem widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse und vielseitig verwendbar. Das passt zur Arbeitsprüfung, die diese Rasse verlangt.

Womit du bei wolfsähnlichen Rassen rechnest

  • 🔴 Gehorsam aus eigenem Willen, nicht auf Zuruf.
  • Ausgeprägte Zurückhaltung gegenüber Fremden.
  • Hoher Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf.
  • Sicher eingezäuntes Grundstück nötig.
  • Lange Prägungs- und Sozialisierungsphase.

Meine langjährige Erfahrung sagt: Wer Wolfsoptik will, sollte zuerst prüfen, ob er das dazugehörige Wesen wirklich will.

Haltung in Deutschland

§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers. Dazu kommen mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Das zuständige Bundesministerium fasst die Anforderungen an die Hundehaltung zusammen. Bei diesen Rassen kommt oft Landesrecht dazu. Mein Rat: vorher die örtliche Hundeverordnung lesen.

Ich sehe bei wolfsähnlichen Hunden immer wieder dasselbe Muster. Die Optik zieht, das Wesen überfordert. Wer sich unsicher ist, findet Alternativen in Hunderassen von A bis Z.

Fazit: Der Tamaskan ist keine von der FCI anerkannte Hunderasse und taucht in keiner der zehn Gruppen auf. Wolfsähnlich und anerkannt sind nur zwei Rassen, beide in Gruppe 1, Sektion 1. Der Saarlooswolfhund trägt die Nummer 311, stammt aus den Niederlanden und wird ohne Arbeitsprüfung geführt. Rüden messen 65 bis 75 cm, Hündinnen 60 bis 70 cm. Dazu der Tschechoslowakische Wolfhund mit der Nummer 332, geführt mit Arbeitsprüfung, entstanden 1955 aus der Kreuzung von Deutschem Schäferhund und Karpatenwolf. Schwarz ist bei keinem von beiden eine Standardfarbe. Standard 311 nennt wildfarbene Grau- und Brauntöne mit hellen Wolfabzeichen, Standard 332 gelbgrau bis silbergrau mit heller Maske und lässt zusätzlich dunkelgrau mit heller Maske zu.

Häufige Fragen zu wolfsähnlichen Hunden

🔴 Ist der Tamaskan eine anerkannte Rasse?

Bei der FCI nicht. Er steht in keiner der zehn Gruppen.

Welche wolfsähnlichen Rassen führt die FCI?

Zwei: den Saarlooswolfhund mit Nummer 311 und den Tschechoslowakischen Wolfhund mit Nummer 332.

🔴 Gibt es diese Rassen in Schwarz?

Nein. Beide Standards nennen ausschließlich Grau- und Wildfarbtöne.

Welche Farbe hat der Saarlooswolfhund?

Wildfarben in Grau oder Braun, dazu helle Wolfabzeichen von cremeweiß bis weiß.

Welche Farbe hat der Tschechoslowakische Wolfhund?

Gelbgrau bis silbergrau mit heller Maske. Dunkelgrau mit heller Maske ist zulässig.

Wie groß wird ein Saarlooswolfhund?

Rüden 65 bis 75 cm, Hündinnen 60 bis 70 cm Widerristhöhe.

Wie entstand der Tschechoslowakische Wolfhund?

Aus einem Versuch von 1955: der Kreuzung eines Deutschen Schäferhundes mit einem Karpatenwolf.

Ist ein Wolfhund ein Anfängerhund?

Nein. Der Standard 311 sagt, der Hund gehorche hauptsächlich aus eigenem Willen.

Wie verhält er sich Fremden gegenüber?

Reserviert. Er sucht laut Standard normalerweise keinen Kontakt.

Welche Augenfarbe hat der Saarlooswolfhund?

Gelb. Eine braune Farbanlage ist laut Standard unerwünscht.

Wird der Tschechoslowakische Wolfhund mit Arbeitsprüfung geführt?

Ja. Der Saarlooswolfhund dagegen ohne.

Was heißt das für die Welpensuche?

Ohne Standard gibt es keinen Maßstab. Die Prüfung liegt komplett bei dir.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

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