Xoloitzcuintle mit Fell: Die zweite Varietät im Standard

Xoloitzcuintle mit Fell: Die zweite Varietät im Standard

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 🔴 Der Standard kennt eine behaarte Varietät.
  • Das Haar ist kurz, flach und ohne Unterwolle.
  • Zwei behaarte Xolos dürfen nicht verpaart werden.
  • Drei Größen von 25 bis 60 Zentimetern.

Ein Nackthund mit Fell klingt nach Widerspruch. Im Rassestandard steht die behaarte Varietät aber gleich im Titel — mit eigenen Zuchtregeln.

Die kurze Antwort

Der FCI-Standard Nr. 234 führt den Xoloitzcuintle in einer unbehaarten und einer behaarten Varietät. Beide gelten als reinrassig.

🔴 Der entscheidende Punkt

Zwei behaarte Xoloitzcuintles dürfen laut Standard nicht miteinander verpaart werden.

Was der Standard beschreibt

Mittelgroßer wacher Hund mit sehr kurzem glattem dunklem Fell steht auf einer Wiese
Die behaarte Varietät trägt kurzes, flaches Haar ohne Unterwolle.

Die FCI-Nomenklatur führt die Rasse unter Mexiko als Xoloitzcuintle mit der Nummer 234 und dem deutschen Namen Mexikanischer Nackthund. Sie steht in Gruppe 5, Sektion 6 bei den Hunden vom Urtyp.

Der FCI-Rassestandard Nr. 234 trägt im Titel den Zusatz unbehaarte Varietät und behaarte Varietät. Der gültige Standard datiert auf den 8. Oktober 2012, die deutsche Übersetzung wurde vom VDH überprüft.

Varietät Größe Verwendung laut Standard
VarietätStandard Größe46 bis 60 cm Verwendung laut StandardWachhund
VarietätZwischenvarietät Größe36 bis 45 cm Verwendung laut StandardWachhund
VarietätMiniatur Größe25 bis 35 cm Verwendung laut StandardBegleithund
VarietätToleranz Standard Größeplus 2 cm bei optimaler Qualität Verwendung laut Standard
Varietätdisqualifizierend Größeüber 62 cm oder unter 25 cm Verwendung laut Standard

FCI-Rassestandard Nr. 234, deutsche Fassung, gültiger Standard vom 08.10.2012.

Die Größen gelten für Rüden und Hündinnen gleichermaßen. Wie du nachmisst, zeigt Widerristhöhe beim Hund.

🔴 Wie das Fell beschrieben ist

Zur behaarten Varietät wird der Standard konkret. Sie weist Haare am ganzen Körper auf, die am Bauch und auf der Innenseite der Hinterbeine spärlich sein können.

Mittelgroßer wacher Hund mit haarloser dunkelgrauer Haut steht auf einem Feldweg
Die unbehaarte Varietät ist die bekanntere von beiden.

Und dann die entscheidende Vorgabe: Das Haar muss kurz, flach und vorzugsweise glatt sein — und darf keine Unterwolle aufweisen. Ein flauschiger Xolo entspricht dem Standard also nicht.

Bei der Farbe gelten für beide Varietäten dieselben Regeln. Bevorzugt werden einheitliche, einfarbige und dunkle Färbungen: schwarz, schwarzgrau, schiefergrau, dunkelgrau, rötlich, leberfarben, bronzefarben oder blond. Flecken gleich welcher Farbe können auftreten, auch weiße. Wie andere Standards mit Dunkeltönen umgehen, zeigt Schwarze Hunderassen.

Ich finde die Vorgabe ohne Unterwolle bemerkenswert. Sie erklärt, warum auch die behaarte Varietät kaum haart — anders als die nordischen Rassen in Lappländischer Rentierhund.

Ausgeschlossen sind dagegen Albinismus, Merle-Farben und alle nicht aufgeführten Farben — genannt werden schwarz mit roten Abzeichen, gestromt, weiß und zobelfarben.

Die Zuchtregeln dahinter

Hier wird der Standard ungewöhnlich ausführlich. Die Verpaarung zweier unbehaarter Hunde bringt am wenigsten behaarte Welpen hervor und wird daher bevorzugt. Diese Kreuzung erhält und verbessert erwiesenermaßen die Qualität der Rasse.

Was der Standard zur behaarten Varietät festlegt

  • 🔴 Verpaarungen zweier behaarter Xoloitzcuintles sind nicht zulässig.
  • Behaarte Zuchttiere müssen aus registrierten Linien stammen.
  • In den letzten drei Generationen nur Unbehaart mit Unbehaart.
  • Bei Ausstellungen gilt die behaarte Varietät als rasserein.
  • Gekreuzt werden darf sie nur mit unbehaarten Hunden.

Zum Erhalt der genetischen Vielfalt dürfen gut gebaute behaarte Xolos mit standardgemäßen Farben eingesetzt werden.

Mittelgroßer Hund ruht zusammengerollt auf einer weichen Decke im Wohnzimmer
Der Standard beschreibt ihn als ruhigen und leisen Hund.

Aus meiner Erfahrung erklärt genau das die Verwirrung bei Käufern. Ein behaarter Welpe aus einem regulären Wurf ist kein Fehler und kein Mischling — er ist die zweite Varietät derselben Rasse. Ähnlich systematisch geht die FCI bei den Varietäten in Hunderassen mit P vor.

Wesen und Haltung

Beim Wesen macht der Standard keinen Unterschied. Der Xoloitzcuintle ist ein ruhiger und leiser Hund, fröhlich, wachsam und intelligent. Er kann Fremden misstrauen, ist ein guter Wachhund und hervorragender Begleiter — und niemals aggressiv.

Ich lese diesen Satz als bewusste Klarstellung. Wer einen behaarten Xolo kauft, bekommt keinen anderen Charakter — nur ein anderes Fell.

Ausdrücklich steht dort: Die Varietät mit Haar muss in jeder Hinsicht dieselben Verhaltensmerkmale zeigen.

Ich achte bei unbehaarten Hunden im Sommer auf Schatten und im Winter auf einen Mantel. Die Haut ist der Punkt, an dem diese Rasse Pflege braucht — nicht das Fell.

§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen. Bei einem unbehaarten Hund kommt der Schutz der Haut vor Sonne und Kälte dazu.

Meine langjährige Erfahrung sagt: Genau dieser Punkt gehört vor die Anschaffung. § 11b des Tierschutzgesetzes setzt Grenzen bei Merkmalen, die dem Tier schaden — wer über Haarlosigkeit nachdenkt, sollte den Hautschutz im Alltag realistisch einplanen.

Und wenn du gezielt nach der behaarten Variante suchst: Frag den Züchter nach den letzten drei Generationen. Die Regel steht im Standard, die Papiere zeigen sie — ähnlich wie bei den Nachweisen in Hunderassen von A bis Z.

Fazit: Der FCI-Rassestandard Nr. 234 führt den Xoloitzcuintle ausdrücklich in einer unbehaarten und einer behaarten Varietät. Die deutsche Nomenklatur nennt ihn Mexikanischer Nackthund. Er steht in Gruppe 5, Sektion 6 bei den Hunden vom Urtyp. Es gibt drei Größen: Standard 46 bis 60 Zentimeter, Zwischenvarietät 36 bis 45 und Miniatur 25 bis 35. Standard- und Zwischenvarietät gelten als Wachhund, die Miniaturvarietät als Begleithund. Die behaarte Varietät trägt Haare am ganzen Körper, die kurz, flach und vorzugsweise glatt sein müssen und keine Unterwolle aufweisen dürfen. Bei Ausstellungen ist sie als rasserein zu behandeln, darf aber nur mit unbehaarten Hunden gekreuzt werden — Verpaarungen zweier behaarter Xoloitzcuintles sind nicht zulässig. Das Wesen beschreibt der Standard als ruhig, leise, fröhlich, wachsam und intelligent, niemals aggressiv.

Häufige Fragen zum Xoloitzcuintle mit Fell

🔴 Gibt es den Xoloitzcuintle wirklich mit Fell?

Ja. Der FCI-Standard Nr. 234 führt ausdrücklich eine unbehaarte und eine behaarte Varietät.

Wie sieht das Fell aus?

Kurz, flach und vorzugsweise glatt — ohne jede Unterwolle.

Ist die behaarte Varietät reinrassig?

Ja. Der Standard sagt, sie ist bei Ausstellungen als rasserein zu behandeln.

🔴 Dürfen zwei behaarte Xolos verpaart werden?

Nein. Der Standard verbietet Verpaarungen zweier behaarter Xoloitzcuintles ausdrücklich.

Warum diese Regel?

Die Verpaarung zweier unbehaarter Hunde bringt am wenigsten behaarte Welpen und wird bevorzugt.

Welche Größen gibt es?

Drei: Standard 46 bis 60 cm, Zwischen 36 bis 45 cm, Miniatur 25 bis 35 cm.

Wofür wurden sie gezüchtet?

Standard und Zwischenvarietät als Wachhund, die Miniaturvarietät als Begleithund.

Wie ist das Wesen beschrieben?

Ruhig und leise, fröhlich, wachsam und intelligent — und niemals aggressiv.

🔴 Verhält sich die behaarte Varietät anders?

Nein. Sie muss in jeder Hinsicht dieselben Verhaltensmerkmale zeigen.

Welche Farben sind erlaubt?

Bevorzugt einfarbig dunkel: schwarz, grau in Abstufungen, rötlich, leberfarben, bronzefarben oder blond.

Was führt zur Disqualifikation?

Unter anderem Albinismus, Merle-Farben sowie Hunde über 62 oder unter 25 Zentimeter.

Wie heißt die Rasse auf Deutsch?

Mexikanischer Nackthund. So steht es in der deutschen FCI-Nomenklatur.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Hautschutz und Belastbarkeit des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.