Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Der Standard kennt eine behaarte Varietät.
- Das Haar ist kurz, flach und ohne Unterwolle.
- Zwei behaarte Xolos dürfen nicht verpaart werden.
- Drei Größen von 25 bis 60 Zentimetern.
Ein Nackthund mit Fell klingt nach Widerspruch. Im Rassestandard steht die behaarte Varietät aber gleich im Titel — mit eigenen Zuchtregeln.
Die kurze Antwort
Der FCI-Standard Nr. 234 führt den Xoloitzcuintle in einer unbehaarten und einer behaarten Varietät. Beide gelten als reinrassig.
Der entscheidende Punkt
Zwei behaarte Xoloitzcuintles dürfen laut Standard nicht miteinander verpaart werden.
Was der Standard beschreibt

Die FCI-Nomenklatur führt die Rasse unter Mexiko als Xoloitzcuintle mit der Nummer 234 und dem deutschen Namen Mexikanischer Nackthund. Sie steht in Gruppe 5, Sektion 6 bei den Hunden vom Urtyp.
Der FCI-Rassestandard Nr. 234 trägt im Titel den Zusatz unbehaarte Varietät und behaarte Varietät. Der gültige Standard datiert auf den 8. Oktober 2012, die deutsche Übersetzung wurde vom VDH überprüft.
FCI-Rassestandard Nr. 234, deutsche Fassung, gültiger Standard vom 08.10.2012.
Die Größen gelten für Rüden und Hündinnen gleichermaßen. Wie du nachmisst, zeigt Widerristhöhe beim Hund.
Wie das Fell beschrieben ist
Zur behaarten Varietät wird der Standard konkret. Sie weist Haare am ganzen Körper auf, die am Bauch und auf der Innenseite der Hinterbeine spärlich sein können.

Und dann die entscheidende Vorgabe: Das Haar muss kurz, flach und vorzugsweise glatt sein — und darf keine Unterwolle aufweisen. Ein flauschiger Xolo entspricht dem Standard also nicht.
Bei der Farbe gelten für beide Varietäten dieselben Regeln. Bevorzugt werden einheitliche, einfarbige und dunkle Färbungen: schwarz, schwarzgrau, schiefergrau, dunkelgrau, rötlich, leberfarben, bronzefarben oder blond. Flecken gleich welcher Farbe können auftreten, auch weiße. Wie andere Standards mit Dunkeltönen umgehen, zeigt Schwarze Hunderassen.
Ich finde die Vorgabe ohne Unterwolle bemerkenswert. Sie erklärt, warum auch die behaarte Varietät kaum haart — anders als die nordischen Rassen in Lappländischer Rentierhund.
Ausgeschlossen sind dagegen Albinismus, Merle-Farben und alle nicht aufgeführten Farben — genannt werden schwarz mit roten Abzeichen, gestromt, weiß und zobelfarben.
Die Zuchtregeln dahinter
Hier wird der Standard ungewöhnlich ausführlich. Die Verpaarung zweier unbehaarter Hunde bringt am wenigsten behaarte Welpen hervor und wird daher bevorzugt. Diese Kreuzung erhält und verbessert erwiesenermaßen die Qualität der Rasse.
Was der Standard zur behaarten Varietät festlegt
- Verpaarungen zweier behaarter Xoloitzcuintles sind nicht zulässig.
- Behaarte Zuchttiere müssen aus registrierten Linien stammen.
- In den letzten drei Generationen nur Unbehaart mit Unbehaart.
- Bei Ausstellungen gilt die behaarte Varietät als rasserein.
- Gekreuzt werden darf sie nur mit unbehaarten Hunden.
Zum Erhalt der genetischen Vielfalt dürfen gut gebaute behaarte Xolos mit standardgemäßen Farben eingesetzt werden.

Aus meiner Erfahrung erklärt genau das die Verwirrung bei Käufern. Ein behaarter Welpe aus einem regulären Wurf ist kein Fehler und kein Mischling — er ist die zweite Varietät derselben Rasse. Ähnlich systematisch geht die FCI bei den Varietäten in Hunderassen mit P vor.
Wesen und Haltung
Beim Wesen macht der Standard keinen Unterschied. Der Xoloitzcuintle ist ein ruhiger und leiser Hund, fröhlich, wachsam und intelligent. Er kann Fremden misstrauen, ist ein guter Wachhund und hervorragender Begleiter — und niemals aggressiv.
Ich lese diesen Satz als bewusste Klarstellung. Wer einen behaarten Xolo kauft, bekommt keinen anderen Charakter — nur ein anderes Fell.
Ausdrücklich steht dort: Die Varietät mit Haar muss in jeder Hinsicht dieselben Verhaltensmerkmale zeigen.
Ich achte bei unbehaarten Hunden im Sommer auf Schatten und im Winter auf einen Mantel. Die Haut ist der Punkt, an dem diese Rasse Pflege braucht — nicht das Fell.
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen. Bei einem unbehaarten Hund kommt der Schutz der Haut vor Sonne und Kälte dazu.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Genau dieser Punkt gehört vor die Anschaffung. § 11b des Tierschutzgesetzes setzt Grenzen bei Merkmalen, die dem Tier schaden — wer über Haarlosigkeit nachdenkt, sollte den Hautschutz im Alltag realistisch einplanen.
Und wenn du gezielt nach der behaarten Variante suchst: Frag den Züchter nach den letzten drei Generationen. Die Regel steht im Standard, die Papiere zeigen sie — ähnlich wie bei den Nachweisen in Hunderassen von A bis Z.
Für Haut und Fell zählen bei jeder Rasse dieselben Bausteine. Die B-Vitamine gibt es gebündelt im Lucky Pets Vitamin B-Komplex.

Wie das zusammenhängt, zeigt Westsibirischer Laika.
Größe und Gewicht
Beim Maßband arbeitet der Standard mit drei Klassen, die für Rüden und Hündinnen gleich gelten. Die Standardvarietät misst 46 bis 60 Zentimeter. Bei Hunden von optimaler Qualität sind zwei Zentimeter mehr erlaubt. Die Zwischenvarietät liegt bei 36 bis 45 Zentimetern, die Miniaturvarietät bei 25 bis 35.
FCI-Standard Nr. 234, gültiger offizieller Standard vom 08.10.2012.
Ein Gewicht steht dort nicht. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein. Als Proportion nennt der Text ein Verhältnis von etwa zehn zu neun. Der Körper ist also eine Spur länger als hoch, bei Hündinnen darf er noch etwas länger sein.
Haarlosigkeit, Zähne und der rechtliche Rahmen
Der Standard erklärt die Haarlosigkeit selbst. Im Vorwort steht, dass das Gen dominant vererbt wird. Trotzdem kommen einzelne Welpen mit Haar zur Welt. Daraus folgen die Zuchtregeln, die weiter oben stehen.
Dasselbe Gen taucht im Text ein zweites Mal auf, beim Gebiss. Bei der unbehaarten Varietät ist es fast immer unvollständig. Wörtlich heißt es dort: Genetisch geht die Haarlosigkeit meist mit fehlenden Zähnen einher. Einzelne fehlende Schneide-, Eck- und Backenzähne werden deshalb nicht bestraft, weil manche Tiere keine tiefen Zahnwurzeln haben. Von der behaarten Varietät verlangt derselbe Standard ein vollständiges Gebiss mit 42 Zähnen.
Damit ist ein rechtlicher Rahmen berührt. Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Der Standard nennt den erblichen Zusammenhang, er sagt aber nichts über Schmerzen oder Schäden. Ob ein einzelner Wurf unter die Vorschrift fällt, entscheidet die zuständige Behörde.
Ich halte diese Trennung für wichtig. Belegt ist, was im Standard steht. Was daraus im Einzelfall folgt, beurteilen Behörde und Tierarztpraxis. Für Käufer bleibt eine praktische Frage: Wie sieht das Gebiss der Elterntiere aus?
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung führt der Standard nicht auf. Was er auflistet, sind die Fehler, die ein Tier von der Zucht ausschließen. Bei Nummer 234 fällt diese Liste lang aus.
Disqualifizierend sind unter anderem Blindheit und Taubheit, blaue oder verschiedenfarbige Augen sowie eine gelähmte Zunge. Dazu kommen Kieferfehlstellungen und ein schlechter Biss. Bei der behaarten Varietät fällt jedes Fellkleid heraus, das nicht kurz oder nicht glatt ist. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind ebenso ausgeschlossen wie Hunde mit deutlich physischen Abnormalitäten.
Zur Haut wird der Standard ungewöhnlich ausführlich. Sie bietet keinen natürlichen Schutz gegen Sonne und schlechtes Wetter und braucht deshalb besondere Pflege. Offensichtliche Hautprobleme dürfen nicht vorliegen. Vereinzelte Narben gelten dagegen nicht als Fehler. Der Hund schwitzt über die Pfoten und hechelt außer bei großer Hitze kaum. Als Fehler nennt der Text schlaffe, lose und faltige Haut bei erwachsenen Hunden.
Am Ende folgt der Satz, der über den Ausstellungsring hinausreicht. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Fang beim Zuchtverband an. Die Rasse ist anerkannt und trägt die Standardnummer 234 — nach dieser Nummer darfst du fragen. Aus der Ahnentafel liest du ab, welche Hunde hinter dem Wurf stehen. Dazu gehören Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll.
Ich fahre grundsätzlich hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Wer früher abgibt, verstößt gegen geltendes Recht.
Sieh dir außerdem die Haut der erwachsenen Hunde an. Bei der unbehaarten Varietät ist sie das Organ, das die Arbeit des Fells übernimmt. Wie sie durch den Sommer kommt, erzählt dir am besten der Züchter der Elterntiere.
Passt der Xoloitzcuintle zu dir?
Er passt zu ruhigen Haushalten. Beschrieben ist er als leise und wachsam, dazu fröhlich und intelligent. Eine Wohnung reicht ihm, wenn er draußen genug erlebt. Die passende Größe wählst du über die Varietät.
Mit Kindern klappt es, sobald die Kinder seine Ruhezonen achten. Fremden gegenüber bleibt er misstrauisch. Das gehört laut Standard zum Wachhund und lässt sich durch frühe, ruhige Begegnungen entschärfen.
Für wen passt er nicht? Für Gärten ohne Schatten. Für alle, die einen pflegeleichten Kurzhaarhund erwarten — bei der unbehaarten Varietät ersetzt die Hautpflege das Bürsten. Und für jeden, der einen robusten Draußenhund für jedes Wetter sucht.
Fazit: Der FCI-Rassestandard Nr. 234 führt den Xoloitzcuintle ausdrücklich in einer unbehaarten und einer behaarten Varietät. Die deutsche Nomenklatur nennt ihn Mexikanischer Nackthund. Er steht in Gruppe 5, Sektion 6 bei den Hunden vom Urtyp. Es gibt drei Größen: Standard 46 bis 60 Zentimeter, Zwischenvarietät 36 bis 45 und Miniatur 25 bis 35. Standard- und Zwischenvarietät gelten als Wachhund, die Miniaturvarietät als Begleithund. Die behaarte Varietät trägt Haare am ganzen Körper, die kurz, flach und vorzugsweise glatt sein müssen und keine Unterwolle aufweisen dürfen. Bei Ausstellungen ist sie als rasserein zu behandeln, darf aber nur mit unbehaarten Hunden gekreuzt werden — Verpaarungen zweier behaarter Xoloitzcuintles sind nicht zulässig. Das Wesen beschreibt der Standard als ruhig, leise, fröhlich, wachsam und intelligent, niemals aggressiv.
Häufige Fragen zum Xoloitzcuintle mit Fell
Gibt es den Xoloitzcuintle wirklich mit Fell?
Ja. Der FCI-Standard Nr. 234 führt ausdrücklich eine unbehaarte und eine behaarte Varietät.
Xoloitzcuintle mit Fell: Wie sieht das Fell aus?
Kurz, flach und vorzugsweise glatt — ohne jede Unterwolle.
Ist die behaarte Varietät reinrassig?
Ja. Der Standard sagt, sie ist bei Ausstellungen als rasserein zu behandeln.
Dürfen zwei behaarte Xolos verpaart werden?
Nein. Der Standard verbietet Verpaarungen zweier behaarter Xoloitzcuintles ausdrücklich.
Xoloitzcuintle mit Fell: Warum diese Regel?
Die Verpaarung zweier unbehaarter Hunde bringt am wenigsten behaarte Welpen und wird bevorzugt.
Welche Größen gibt es?
Drei: Standard 46 bis 60 cm, Zwischen 36 bis 45 cm, Miniatur 25 bis 35 cm.
Xoloitzcuintle mit Fell: Wofür wurden sie gezüchtet?
Standard und Zwischenvarietät als Wachhund, die Miniaturvarietät als Begleithund.
Xoloitzcuintle mit Fell: Wie ist das Wesen beschrieben?
Ruhig und leise, fröhlich, wachsam und intelligent — und niemals aggressiv.
Verhält sich die behaarte Varietät anders?
Nein. Sie muss in jeder Hinsicht dieselben Verhaltensmerkmale zeigen.
Xoloitzcuintle mit Fell: Welche Farben sind erlaubt?
Bevorzugt einfarbig dunkel: schwarz, grau in Abstufungen, rötlich, leberfarben, bronzefarben oder blond.
Xoloitzcuintle mit Fell: Was führt zur Disqualifikation?
Unter anderem Albinismus, Merle-Farben sowie Hunde über 62 oder unter 25 Zentimeter.
Xoloitzcuintle mit Fell: Wie heißt die Rasse auf Deutsch?
Mexikanischer Nackthund. So steht es in der deutschen FCI-Nomenklatur.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 234 – Xoloitzcuintle, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Nomenklatur Gruppe 5 – Spitze und Hunde vom Urtyp, deutsche Fassung
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Tierschutzgesetz § 11b – Verbot des Züchtens mit Qualzuchtmerkmalen
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Hautschutz und Belastbarkeit des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.
