Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- FCI-Nummer 17, Gruppe 6, Sektion 1.2.
- Gezüchtet für die Wildschweinjagd.
- Rüden 55–62 cm, Hündinnen 53–60 cm.
- Fell immer gewolkt, nie orange.
Ein struppiger grauer Hund mit Bart und traurigem Blick. Wer den Griffon Nivernais zum ersten Mal sieht, hält ihn für einen liebenswerten Sonderling. Der Rassestandard erzählt eine andere Geschichte.
Die kurze Antwort
Der Griffon Nivernais ist ein französischer Laufhund für die Wildschweinjagd, geführt mit Arbeitsprüfung.
Der entscheidende Punkt
Das traurige Aussehen steht wörtlich im Standard — es ist Rassemerkmal, kein Gemütszustand.
Herkunft und Einordnung
Der FCI-Standard Nr. 17 nennt Frankreich als Ursprungsland. Die gültige Fassung wurde am 24. März 2004 veröffentlicht.

Eingeordnet ist die Rasse in Gruppe 6, den Laufhunden und verwandten Rassen, Sektion 1.2, mittelgroße Laufhunde. Geführt wird sie mit Arbeitsprüfung.
FCI-Standard Nr. 17, deutsche Fassung.
Aus meiner Erfahrung wird bei solchen Rassen der Zusatz Arbeitsprüfung unterschätzt. Er bedeutet: Die Zucht misst sich an der Leistung im Feld. Wie sich das auf den Alltag auswirkt, zeigt Redbone Coonhound.
Eine Rasse, die zweimal fast verschwand
Der geschichtliche Abriss im Standard ist ungewöhnlich detailliert. Die Vorfahren waren die chiens Gris de Saint Louis und die chiens segusiens, eingesetzt schon von den Galliern.
200 Jahre lang war der Hund in großer Mode. Damit war Schluss unter François I. — er bevorzugte weiße Hunde und gab die königliche Meute auf.
Bis zur Französischen Revolution hielten wenige Liebhaber die Rasse am Leben. Danach schien sie ausgestorben. Ein Jahrhundert später wurde sie als chien de pays neu aufgebaut, mit Blut von Vendéen, Foxhound und Otterhound. 1925 entstand der Club.

Aussehen und Fell
Der Standard fasst das Erscheinungsbild in einem Wort zusammen: Krausebart. Dazu kommen robust, sehr rustikal und struppig. Die Gliedmaßen sind bemuskelt und trocken.
Und dann dieser Satz: von etwas traurigem Aussehen, aber nicht ängstlich. Genau das macht die Rasse unverwechselbar.
FCI-Standard Nr. 17, deutsche Fassung.
Mein Eindruck nach vielen Rassestandards: Kaum einer beschreibt Farbe so genau wie dieser hier.
Gewolkt heißt: Die Fellspitzen sind dunkler als der Ansatz. Der Standard nennt das rußig. Je nach Anteil weißer Haare wirkt der Hund heller oder dunkler. Wie viele Grautöne es bei Hunden gibt, zeigt Graue Hunde.

Wesen und Arbeitsweise
Der Standard beschreibt eine feine, durchdringende Nase. Der Hund mag schwieriges Gelände und Unterholz. Er ist eher für Ausdauer gebaut als für schnelle Arbeit.
Als Charakter nennt der Standard: vorzüglicher Treiber, sehr jagdlich, mutig beim Stellen, aber nicht waghalsig. Wegen seiner Selbständigkeit wird er gern in kleiner Gruppe eingesetzt.
Ich sehe darin die eigentliche Botschaft der Rasse. Sie arbeitet mit dem Menschen, aber nicht auf Zuruf. Wer das kennt, kommt gut zurecht. Ähnlich selbständig arbeiten die Hütehunde in Polski Owczarek Podhalanski.
Und noch etwas gehört zum Bild: Ein Laufhund ohne Aufgabe sucht sich selbst eine. Das endet selten dort, wo der Halter es gern hätte.
Womit du rechnen solltest
- Ausgeprägte Selbständigkeit bei der Arbeit.
- Zeigt sich laut Standard manchmal stur.
- Braucht Ausdauer statt kurzer Runden.
- Sucht Unterholz und schwieriges Gelände.
- Ist auf Wild geprägt, nicht auf Bälle.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Bei jagdlich geführten Laufhunden entscheidet, wie gut der Hund ausgelastet wird — erziehen allein reicht nicht.
Erziehen lässt er sich einfach mit der Stimme. Trotzdem bleibt er ein Hund, der eigene Entscheidungen trifft. Wer das nicht will, sucht besser in einer anderen Gruppe — etwa unter den Begleithunden in Hunderassen von A bis Z.
Haltung in Deutschland
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers. Dazu kommen mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.
Das zuständige Bundesministerium fasst die Anforderungen an die Hundehaltung zusammen. Für einen Laufhund dieser Bauart heißt das: viel Bewegung, geführte Nasenarbeit und ein sicher eingezäuntes Grundstück. Ich halte den Zaun für den wichtigsten Punkt davon.
Der Standard schließt aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde ausdrücklich von der Zucht aus. Wer einen Welpen sucht, fragt beim Züchter nach genau diesem Punkt und lässt sich die Elterntiere zeigen. In der FCI-Rassennomenklatur steht sie unter Gruppe 6. Weitere französische Rassen sammelt Französische Hunderassen.
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Passend dazu ist Rafeiro do Alentejo.
Einen genaueren Blick darauf wirft Tim und Struppi / Foxterrier.
Größe und Gewicht
Die Widerristhöhe steht im Standard 17 als Spanne, nicht als Idealmaß. Rüden messen 55 bis 62 Zentimeter, Hündinnen 53 bis 60 Zentimeter. Der Griffon Nivernais ist damit ein mittelgroßer Hund, kein schwerer Laufhund.
Ein Gewicht führt der Standard nicht auf. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein. Alles, was im Netz an Kilogramm kursiert, hat keine geprüfte Grundlage — ich schreibe deshalb keine Zahl hin, die ich nicht belegen kann.
FCI-Standard Nr. 17, deutsche Fassung, veröffentlicht am 24. März 2004.
Bei den Proportionen wird der Standard genauer als bei vielen anderen Rassen. Die Körperlänge vom Schulterblatt bis zum Sitzbein liegt etwas über der Widerristhöhe. Schädel und Fang sind gleich lang. Die Brust reicht wenn möglich bis zum Ellenbogen hinunter, sie ist lang statt breit gebaut.
Eine Größe außerhalb dieser Spanne zählt als disqualifizierender Fehler. Das klingt hart, hat aber einen praktischen Grund. Ein Hund, der stundenlang durch Unterholz arbeitet, darf weder zu schwer noch zu zierlich geraten.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung nennt der FCI-Standard nicht. Ich trage hier auch keine nach. Zahlen aus Rasseportalen sind Schätzungen ohne Beleg. Genau daran unterscheidet sich ein Rasseprofil von einer Sammlung im Netz.
Was der Standard hergibt, ist die Liste der disqualifizierenden Fehler. Sie ist beim Griffon Nivernais ungewöhnlich lang. Ausgeschlossen sind aggressive Hunde, übermäßig ängstliche Hunde sowie Hunde mit deutlichen körperlichen Abweichungen oder Verhaltensstörungen. Dazu kommen Mangel an Typ, Vorbiss, Rückbiss und verschiedenfarbige Augen.
Auch beim Fell zieht der Standard klare Grenzen. Ein völlig schwarzes Haarkleid ohne falbgewolkte Haare ist ausgeschlossen. Dasselbe gilt für goldene oder orange Hunde sowie für dreifarbige Tiere mit leuchtender Farbe und eindeutiger Abgrenzung. Weiße Abzeichen an den Extremitäten führen ebenfalls zum Ausschluss.
Ein weiterer Punkt betrifft die Pigmentierung. Viel Depigmentierung an Nasenschwamm, Augenlidern, Lefzen oder Analbereich schließt aus. Scheues Verhalten wird als Fehler geführt. Korrigierbare Erbfehler stehen ebenfalls auf der Liste. Anatomische Missbildungen ebenso.
§ 11b Tierschutzgesetz verbietet in Deutschland jede Zucht, bei der die Nachkommen erblich bedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden davontragen. Für einen Arbeitshund ist das mehr als Formsache. Frag den Züchter, wie die Elterntiere im Gelände laufen.
Aus meiner Erfahrung braucht dieser Hund im Alltag vor allem zwei Kontrollen. Die hängenden Ohren sammeln im Unterholz alles ein, was dort wächst. Und das lange, struppige Haar will nach jedem Ausflug durchgesehen werden, sonst übersiehst du Zecken und kleine Risse in der Haut.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Der erste Blick gilt den Papieren. Ein Welpe mit Ahnentafel eines FCI-angeschlossenen Zuchtverbands lässt sich zurückverfolgen, ein Welpe ohne Papiere nicht. Bei einer Rasse mit Arbeitsprüfung sagt dir die Linie außerdem, woran die Elterntiere gemessen wurden.
Besichtige den Wurf, bevor Geld fließt. Das Muttertier gehört dazu und muss sich zeigen lassen. Ihr Verhalten verrät dir mehr über die Zuchtbasis als jede Beschreibung im Internet.
Beim Abgabealter ist die Rechtslage eindeutig. § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung erlaubt die Trennung vom Muttertier erst im Alter von über acht Wochen. Früher geht es nur nach tierärztlichem Urteil zum Schutz von Mutter oder Welpe.
Impfung, Entwurmung und Chipnummer gehören vor der Übergabe auf Papier. Frag außerdem, ob die Elterntiere jagdlich geführt werden. Bei einer Rasse, deren Zucht sich an der Arbeit misst, ist das keine Nebensache.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Wer bei einem Laufhund nur auf das Aussehen schaut, kauft sich Ärger. Der struppige Bart ist schnell fotografiert. Die Nase dahinter arbeitet dann fünfzehn Kilometer weiter, wenn niemand sie beschäftigt.
Passt der Griffon Nivernais zu dir?
Er passt zu Menschen, die ihn arbeiten lassen. Jagdliche Führung ist der gerade Weg. Ohne Jagdschein bleiben Fährtenarbeit, Mantrailing und lange, geführte Suchen im Gelände — das ersetzt die Aufgabe nicht vollständig, kommt ihr aber nahe.
Er passt außerdem in Haushalte mit Platz und einem sicher eingezäunten Grundstück. Der Standard beschreibt einen Hund, der schwieriges Gelände sucht. Ein niedriger Gartenzaun ist für ihn eine Empfehlung, kein Hindernis.
Die Gegenprobe fällt deutlich aus. Für Ersthalter, die einen gehorsamen Begleiter erwarten, ist er die falsche Wahl. Wer ihn im Freilauf sicher abrufen möchte, wird enttäuscht. Und wer ihn in einer kleinen Wohnung hält, ohne ihn täglich auszulasten, erlebt bald, wie er selbst entscheidet.
Mit Kindern kommt er in der Regel gut zurecht, sofern sie seine Ruhezeiten respektieren. Andere Hunde kennt er aus der Meute, das erleichtert vieles. Auf Katzen und Kleintiere würde ich mich dagegen nicht verlassen, denn seine Prägung gilt dem Wild.
Fazit: Der Griffon Nivernais ist ein französischer Laufhund mit der FCI-Nummer 17, eingeordnet in Gruppe 6, Sektion 1.2, mittelgroße Laufhunde, mit Arbeitsprüfung. Gezüchtet wurde er für die Wildschweinjagd, meist in der Meute. Rüden erreichen 55 bis 62 cm Widerristhöhe, Hündinnen 53 bis 60 cm. Das Haar ist lang, struppig und trocken, die Farbe immer gewolkt in Nuancen von hellgrau bis wildschweingrau — orange ist ausgeschlossen. Der Standard beschreibt ihn als vorzüglichen Treiber mit feiner Nase, mutig beim Stellen, selbständig und manchmal stur. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind disqualifiziert.
Häufige Fragen zum Griffon Nivernais
Wofür wurde der Griffon Nivernais gezüchtet?
Als Laufhund für die Wildschweinjagd — meist in der Meute, aber auch einzeln.
Griffon Nivernais: Welche FCI-Nummer hat er?
Die Nummer 17. Er steht in Gruppe 6, Sektion 1.2, mittelgroße Laufhunde.
Griffon Nivernais: Wie groß wird er?
Rüden 55 bis 62 cm Widerristhöhe, Hündinnen 53 bis 60 cm.
Griffon Nivernais: Woher stammt die Rasse?
Aus Frankreich. Der Standard nennt die chiens Gris de Saint Louis als Vorfahren.
Warum sieht er traurig aus?
Der Standard beschreibt genau das: etwas trauriges Aussehen, aber nicht ängstlich.
Welche Farbe hat sein Fell?
Immer gewolkt, von hellgrau bis dunkelgrau oder wildschweingrau. Orange ist ausgeschlossen.
Wie fühlt sich das Haar an?
Lang, struppig und trocken. Wollartig oder kraus darf es laut Standard nicht sein.
Griffon Nivernais: Ist er ein Anfängerhund?
Nein. Der Standard nennt ihn selbständig und manchmal stur — das braucht Erfahrung.
Griffon Nivernais: Wird er mit Arbeitsprüfung geführt?
Ja. Die FCI führt die Rasse mit Arbeitsprüfung.
Was heißt Krausebart?
Es ist die Kurzbeschreibung des Standards für sein struppiges Erscheinungsbild.
Wie lang sind die Ohren?
Halb lang. Nach vorn gezogen erreichen sie den Anfang des Nasenschwamms.
Wann entstand der Rasseclub?
Der Standard nennt das Jahr 1925.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 17 – Griffon Nivernais, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassennomenklatur, deutsche Fassung
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zu Rasse und Gesundheit hilft deine Tierarztpraxis weiter.
