Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Trotz des Namens kein Terrier, sondern Begleithund.
- Entstanden aus English Bulldog und weißem English Terrier.
- Anerkannt 1893 durch den Amerikanischen Kennel Club.
- Kurze Rute ist angeboren — ein fehlender Ansatz ist fehlerhaft.
Der Boston Terrier trägt einen irreführenden Namen. Mit der Terriergruppe hat er nichts zu tun. Ich gehe die VDH-Angaben durch.
Die kurze Antwort
Ein kurzhaariger amerikanischer Begleithund mit kurzem Kopf, kompaktem Körper und kurzer Rute.
Der entscheidende Punkt
Die FCI führt ihn in Gruppe 9 bei den kleinen doggenartigen Hunden — nicht bei den Terriern.
Ein Terrier, der keiner ist
Die Einordnung überrascht viele. Der VDH führt den Boston Terrier unter den Gesellschafts- und Begleithunden, Sektion kleine doggenartige Hunde. Der Name stammt nicht von der Gruppe, sondern von einem seiner Vorfahren.

Entstanden ist die Rasse aus der Kreuzung von English Bulldog und dem alten Typ des weißen English Terrier. Der Bulldoggen-Anteil erklärt den kompakten Bau und den kurzen Kopf. Benannt wurde der Hund nach der Stadt, in der der erste Klub für diese Rasse gegründet wurde. Der Amerikanische Kennel Club erkannte ihn 1893 an.
Heute gilt er als Nationalhund Amerikas. Der VDH beschreibt ihn als repräsentativen Hund, der Haltung und Würde ausstrahlt wie ein Boston Gentleman. Aus meiner Erfahrung passt dieses Bild — er wirkt formeller als andere kleine Rassen. Wie er sich vom Terrier-Typ unterscheidet, zeigt Yorkshire Terrier.
Angaben nach dem VDH-Rasselexikon.
Merkmale: Kopf, Zeichnung und Rute
Der VDH beschreibt ihn als lebhaften, höchst intelligenten und kurzhaarigen Hund von ausgewogener Gesamterscheinung. Kennzeichnend sind der kurze Kopf, das kompakte Gebäude und die kurze Rute.
Charakteristisch ist außerdem die Weißzeichnung des Fells, deren Verteilung der Standard im Detail beschreibt. Größten Wert legen die Förderer der Rasse bis heute auf die klaren quadratischen Linien des Kopfes und die eleganten Körperkonturen.
Bei der Rute lohnt ein genauer Blick. Sie soll entweder kurz und gerade oder als Schraubenrute ausgebildet sein. Fehlerhaft ist das gänzliche Fehlen eines Rutenansatzes. Die kurze Form ist also angelegt und kein Eingriff — anders als bei Rassen, wo kupiert wurde. Was dort gilt, steht in Kupierte Ohren und Ruten.
Kurzer Kopf: worauf zu achten ist
Der kurze Kopf gehört zum Standard. Er bringt eine Anforderung mit, die beim Kauf zählt: Die Atmung muss frei sein. Ein Hund, der im Ruhezustand hörbar atmet, zeigt damit ein Problem an — unabhängig davon, wie verbreitet das in einer Rasse ist.
Das Tierschutzgesetz zieht in § 11b die Grenze. Verboten ist das Züchten von Wirbeltieren, wenn beim Nachwuchs erblich bedingt Körperteile fehlen oder für den artgemäßen Gebrauch untauglich sind. Die Vorschrift zielt auf das Ergebnis, nicht auf einen bestimmten Rassetyp.
Meine langjährige Erfahrung mit kurzköpfigen Rassen führt zu einer einfachen Prüfung beim Züchter. Sieh dir die Elterntiere im Ruhezustand an und höre zu. Frag außerdem nach Verhalten bei Wärme. Was Hitze bei Hunden auslöst, erklärt Hitzschlag beim Hund.
Was du vor dem Kauf klären solltest
- Atmen die Elterntiere im Ruhezustand geräuschlos?
- Ist ein Rutenansatz vorhanden?
- Wie verhalten sich die Hunde bei Wärme?
- Gesundheitsuntersuchungen, schriftlich.
- Ob die Nasenlöcher weit geöffnet sind.
Für die ersten Monate: Sozialisierung von Welpen.
Was die Weißzeichnung bedeutet
Die Weißzeichnung ist mehr als Optik. Der Standard beschreibt ihre Verteilung im Detail, weil sie zum Rassebild gehört. Zusammen mit den quadratischen Kopflinien macht sie den typischen Ausdruck aus.
Für Käufer heißt das wenig — Zeichnung sagt nichts über Gesundheit. Sie ist ein Zuchtkriterium, kein Qualitätsmerkmal für den Familienhund.
Ich rate deshalb, beim Welpenkauf nicht auf die Zeichnung zu schauen, sondern auf die Atmung. Was daran hängt, steht in Gelenke beim Hund für die Belastungsseite.
Herkunft in Zahlen
Zwei Rassen stehen am Anfang: die English Bulldog und der alte Typ des weißen English Terrier. Beide gibt es in dieser Form heute nicht mehr. Der Boston Terrier ist damit das, was von einer Kreuzung übrig blieb, die sich verselbstständigt hat.
Die Anerkennung 1893 kam schnell. Zwischen den ersten Verpaarungen und dem eigenen Rassestatus lagen nur wenige Jahrzehnte. Das ist ungewöhnlich zügig für eine Rasse.
Wesen und Alltag
Der Boston Terrier ist ein freundlicher, lebhafter Hund. Die Rasse gilt als vorzüglich veranlagt und von hoher Intelligenz. Genau das macht ihn laut VDH zu einem einzigartigen Begleithund.
Sein Fell nimmt wenig Zeit in Anspruch: kurz, glatt, glänzend und fein in der Textur. Ich plane bei dieser Rasse die Bewegung eher nach Temperatur als nach Strecke. An heißen Tagen verlegt man Runden auf den frühen Morgen. Wie du Übergewicht vermeidest, steht in Übergewicht beim Hund.
So sieht der Boston Terrier aus: Farben und Fell

Drei Farben lässt der FCI-Standard Nr. 140 zu: gestromt, schwarz und „seal". Seal steht für Schwarz mit rötlichem Schimmer, den man nur bei Sonne oder hellem Licht erkennt. Sind alle anderen Punkte gleichwertig, bevorzugt der Standard die gestromte Variante.
Jede dieser Farben braucht weiße Zeichnung. Gefordert sind eine weiße Markierung rund um den Fang, eine weiße Blesse zwischen den Augen und eine weiße Vorderbrust. Erwünscht ist mehr davon: eine gleichmäßige Blesse über den Kopf, Weiß am Hals, teilweise oder ganz weiße Vorderläufe und weiße Hinterläufe unterhalb der Sprunggelenke.
Fehlt die geforderte Zeichnung ganz, ist der Hund disqualifiziert. Dasselbe gilt für Grau und für Leberfarbe. Auch ein blaues Auge oder eine fleischfarbene Nase schließen aus.
Das Haar bleibt kurz, glatt, glänzend und fein. Der Schädel ist quadratisch, oben flach und faltenfrei. Die Augen sitzen weit auseinander, sie sind groß, rund und dunkel. Für den Fang gibt der Standard eine Obergrenze an: höchstens rund ein Drittel der Schädellänge.
Bei der Rute wird das Regelwerk genau. Sie sitzt tief, läuft spitz zu und bleibt unter der Waagrechten. Bevorzugt ist eine Länge von höchstens einem Viertel der Strecke zwischen Rutenansatz und Sprunggelenk. Eine kupierte Rute schließt den Hund von der Zucht aus.
Größe und Gewicht
Eine Widerristhöhe sucht man in Standard Nr. 140 vergebens. Das VDH-Rasselexikon führt ebenfalls keine. Wer eine Zentimeterzahl liest, liest die Angabe eines Anbieters.
Beim Gewicht sieht es anders aus. Der Standard teilt die Rasse in drei Klassen ein: unter 6,8 Kilogramm, 6,8 bis unter 9 Kilogramm sowie 9 bis maximal 11,3 Kilogramm. Diese Einteilung stammt aus dem amerikanischen Ausstellungswesen. Die Grenzen entsprechen 15, 20 und 25 Pfund.
Angaben nach dem FCI-Standard Nr. 140, gültiger offizieller Standard vom 28.01.2013.
Statt einer Höhe verlangt der Standard Proportionen. Die Höhe der Läufe soll zur Rumpflänge passen, damit der Hund quadratisch wirkt. Weder spindeldürr noch derb, so steht es dort. Aus meiner Erfahrung ist das die nützlichere Angabe. Zwei Hunde mit neun Kilogramm können völlig verschieden gebaut sein.

Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung nennt der Standard nicht. Er nennt dafür die Fehler, die einen Hund von der Zucht ausschließen. Beim Boston Terrier lohnt diese Liste besonders, weil sie den kurzen Kopf betrifft.
Zur Nase wird der Text deutlich. Verlangt sind ein breiter, schwarzer Nasenschwamm, eine deutliche Linie zwischen den Nasenlöchern und weit geöffnete Nasenlöcher. Enge Nasenlöcher stehen ausdrücklich in der Fehlerliste.
Gegen übertriebene Formen steht ebenfalls etwas darin. Kein Merkmal darf so stark ausgeprägt sein, dass der Hund schlecht proportioniert erscheint. Ein klobiges oder klotziges Erscheinungsbild zählt als Fehler. Disqualifiziert sind Hunde mit deutlichen körperlichen Auffälligkeiten oder mit Störungen im Verhalten.
Am Schluss verlangt der Standard, dass nur funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde in die Zucht gehen. § 11b des Tierschutzgesetzes zieht dieselbe Grenze für alle Rassen. Beide Sätze zusammen ergeben eine Prüfliste für den Besuch.
Ich achte deshalb auf drei Dinge. Wie klingt die Atmung der Elterntiere in Ruhe? Wie weit sind ihre Nasenlöcher geöffnet? Und wie schnell kommen die Hunde nach einer kurzen Runde im Garten wieder herunter?
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Der Weg über einen Zuchtverein im VDH bringt Ahnentafel, Wurfabnahme und die Zuchtzulassung beider Elterntiere mit. Bei Anzeigen ohne Verein dahinter fehlt diese Kontrolle vollständig.
Beim Besuch schaue ich zuerst auf das Muttertier. Sie soll beim Wurf sein und sich anfassen lassen. Die Welpen bleiben mindestens acht Wochen bei ihr. Am Abgabetag liegen Impfpass, Entwurmungsnachweis und Mikrochipnummer vor.
Zwei Punkte sind bei dieser Rasse speziell. Prüfe, ob ein Rutenansatz vorhanden ist. Und hör den erwachsenen Hunden beim Atmen zu, bevor du dich in einen Welpen verliebst.
Preise nenne ich bewusst nicht. Entscheidend ist der Eindruck vor Ort: Wie viele Würfe hatte die Hündin, wie leben die erwachsenen Hunde, wie viele Fragen stellt der Züchter dir? Eine Checkliste dafür steht in Alles über den Hundekauf.
Passt der Boston Terrier zu dir?
Er passt in eine Wohnung, auch in eine kleine. Sein Fell macht kaum Arbeit. Familienanschluss braucht er dagegen sehr, denn der Standard führt ihn als Begleithund.
Gegen ihn spricht ein Sommeralltag mit langen Touren. Ein kurzköpfiger Hund kühlt sich schlechter herunter als ein langnasiger. Ich verlege Runden bei Wärme auf den frühen Morgen und plane Schatten und Pausen fest ein.
Für den ersten eigenen Hund eignet er sich gut. Er ist freundlich, lernt schnell und sucht die Nähe seiner Menschen. Mit Kindern klappt der Alltag, sobald feste Ruhezeiten gelten.
Wer viel unterwegs ist und den Hund oft allein lässt, sollte umdenken. Ein Begleithund ohne Begleitung wird unglücklich. Wer dagegen viel zu Hause arbeitet, bekommt einen erstaunlich unauffälligen Mitbewohner.
Fazit: Der Boston Terrier ist kein Terrier, sondern ein Begleithund aus der Sektion der kleinen doggenartigen Hunde. Er entstand aus English Bulldog und weißem English Terrier und wurde 1893 anerkannt. Größe und Gewicht führt der VDH nicht auf. Typisch sind der kurze Kopf, die quadratischen Kopflinien und die kurze Rute, die gerade oder als Schraubenrute angelegt ist. Beim Kauf zählt vor allem eines: dass die Elterntiere im Ruhezustand geräuschlos atmen.
Häufige Fragen zum Boston Terrier
Ist der Boston Terrier ein Terrier?
Nein. Die FCI führt ihn als Gesellschafts- und Begleithund, Sektion kleine doggenartige Hunde.
Wie groß und schwer wird er?
Eine Widerristhöhe nennt der FCI-Standard Nr. 140 nicht. Beim Gewicht führt er drei Klassen: unter 6,8 kg, 6,8 bis unter 9 kg und 9 bis maximal 11,3 kg.
Woraus entstand die Rasse?
Aus der Kreuzung von English Bulldog und dem alten Typ des weißen English Terrier.
Woher kommt der Name?
Von der Stadt Boston, in der der erste Klub für diese Rasse gegründet wurde.
Seit wann ist er anerkannt?
Seit 1893. Damals nahm ihn der Amerikanische Kennel Club auf.
Wie sieht die Rute aus?
Kurz und gerade oder als Schraubenrute. Ein völlig fehlender Rutenansatz gilt als fehlerhaft.
Wird die Rute kupiert?
Nein. Die kurze Form ist im Standard angelegt, nicht das Ergebnis eines Eingriffs. In Deutschland verbietet § 6 TierSchG das Kupieren, von eng begrenzten Ausnahmen abgesehen.
Wie ist sein Wesen?
Freundlich und lebhaft. Der VDH nennt ihn vorzüglich veranlagt und von hoher Intelligenz.
Wie ist sein Fell?
Kurz, glatt, glänzend und fein in der Textur. Die Weißzeichnung ist charakteristisch.
Was ist ein „Boston Gentleman"?
So beschreibt der VDH seine Ausstrahlung — ein Hund mit Haltung und Würde.
Ist er der Nationalhund Amerikas?
Ja, so führt ihn der VDH.
Worauf beim Kauf achten?
Auf freie Atmung der Elterntiere und darauf, dass ein Rutenansatz vorhanden ist.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 140 – Boston Terrier (PDF, deutsche Fassung)
- VDH Rasselexikon – Boston Terrier
- Tierschutzgesetz § 11b – Verbot des Züchtens von Wirbeltieren
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Atmung, Belastung und Wärme berät die Tierarztpraxis individuell.
