Havaneser-Malteser-Mix: was der Havamalt wirklich ist

Havaneser-Malteser-Mix: was der Havamalt wirklich ist

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 26.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Havaneser-Malteser-Mix ist keine Rasse, sondern eine Kreuzung.
  • Beide Elternrassen sind kleine Begleithunde der FCI-Gruppe 9.
  • Die Größe lässt sich deshalb gut abschätzen, Farbe und Haar nicht.
  • Ohne Zuchtverband liegt die Prüfung beim Käufer.

Auf den Fotos sehen sie sich alle ähnlich. Ein kleiner heller Wuschelhund mit dunklen Knopfaugen. Darüber steht ein Name mit Bindestrich.

Die kurze Antwort

Die Größe kannst du beim Havamalt gut abschätzen. Farbe und Haarkleid dagegen nicht.

Der entscheidende Punkt

Beide Elternrassen tragen langes Haar. Diese Arbeit bleibt an dir hängen.

Warum der Havamalt keine Rasse ist

Eine Rasse ist mehr als ein Name mit Bindestrich. Zu ihr gehört ein schriftlicher Standard, der Aussehen, Maße und Wesen festhält.

In der Rassenliste der FCI unter dem Buchstaben H findest du den Havaneser. Einen Havamalt findest du dort nicht.

Für die Kreuzung existiert also kein solcher Text. Keine verbindliche Größe, kein Gewicht, keine festgelegte Farbe.

Wacher kleiner Hund steht aufmerksam im Freien
Kleine Mischlinge sehen als Welpe gleich aus, ausgewachsen selten. Foto: Maciek Godlewski / Wikimedia Commons, CC BY 2.5

Kein Verband schaut den Züchtern dabei über die Schulter. Aus meiner Erfahrung fällt genau das den Käufern erst hinterher auf — beim Maltipoo läuft es genauso.

Was über den Havaneser feststeht

Der Havaneser stammt aus Kuba. Die FCI führt ihn als Gesellschafts- und Begleithund in Gruppe 9, Sektion 1 bei den Bichons und verwandten Rassen.

Sein Wesen ist im Standard ungewöhnlich ausführlich gezeichnet. Er gilt dort als speziell aufgeweckt und als leicht zum alarmgebenden Hund zu erziehen.

Dazu kommen liebevoll, fröhlich, anziehend, bezaubernd, spielerisch, sogar etwas närrisch. Und weiter heißt es: Er liebt Kinder und spielt unentwegt mit ihnen.

Bei der Größe nennt der Standard 23 bis 27 cm Widerristhöhe. Als Toleranz gelten 21 bis 29 cm. Wie die Rasse für sich allein tickt, steht in Havaneser: Größe, Wesen und Fellpflege.

Was über den Malteser feststeht

Der Malteser kommt aus dem mittleren Mittelmeergebiet. Auch ihn führt die FCI als Gesellschafts- und Begleithund in Gruppe 9.

Seine Maße fasst der Standard eng. Rüden messen 21 bis 25 cm Widerristhöhe, Hündinnen 20 bis 23 cm, das Gewicht liegt bei 3 bis 4 kg.

Bei der Farbe lässt der Text keinen Spielraum. Verlangt ist reines Weiß, eine helle Elfenbeintönung gilt noch als zulässig. Mehr zur Rasse steht in Malteser: Größe, Fell und Herkunft.

Die Größe kannst du hier wirklich abschätzen

Elternrasse Widerristhöhe laut FCI-Standard
ElternrasseHavaneser Widerristhöhe laut FCI-Standard23 bis 27 cm, Toleranz 21 bis 29 cm
ElternrasseMalteser, Rüde Widerristhöhe laut FCI-Standard21 bis 25 cm
ElternrasseMalteser, Hündin Widerristhöhe laut FCI-Standard20 bis 23 cm

Die Spannen liegen fast übereinander. Ein Havamalt bleibt deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwo zwischen 20 und 29 cm.

Das ist der Unterschied zu vielen anderen Modemischlingen. Beim Maltipoo entscheidet die eingekreuzte Pudelvarietät über mehr als 30 cm Spielraum.

Diesen Sprung gibt es hier nicht. Beide Eltern sind kleine Begleithunde derselben FCI-Gruppe, sie unterscheiden sich in der Höhe kaum.

Eine Garantie ist das trotzdem nicht. Ohne Standard kann ein einzelner Welpe auch mal aus dem Rahmen fallen. Ich sehe die Zahlen als Orientierung, nicht als Zusage.

Farbe und Haarkleid bleiben offen

Hier endet die Vorhersehbarkeit. Der Malteser ist im Standard rein weiß, die helle Elfenbeintönung bleibt die einzige erlaubte Abweichung.

Der Havaneser dagegen ist auf keine Farbe festgelegt. Aus dieser Verpaarung kann farblich also fast alles kommen.

Wer fest mit einem schneeweißen Hund plant, erlebt gelegentlich eine Überraschung. Wie breit die Farbpalette bei der einen Elternrasse ausfällt, zeigt der braune Havaneser.

Dasselbe gilt für die Struktur des Haars. Welcher Typ sich beim einzelnen Welpen durchsetzt, steht vorher nicht fest.

Das lange Haar ist der eigentliche Alltag

Beide Elternrassen tragen langes Haar. Diesen Punkt überspringen die meisten Ratgeber zu diesem Mix.

Langes Haar verfilzt, sobald es ein paar Tage liegen bleibt. Bürsten gehört damit in den Alltag.

Kopf eines wachen langhaarigen Hundes im Freien
Langes Haar verfilzt, wenn es ein paar Tage liegen bleibt. Foto: Jakub Hałun / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ich rechne bei solchen Hunden mit ein paar Minuten am Tag. Dazu kommen dauerhaft Termine beim Hundefriseur.

Wer das unterschätzt, sitzt später mit verfilzten Stellen beim Profi. Wie du das Fell im Griff behältst, steht in Fellpflege beim Hund.

Vorsicht bei Versprechen zum Fell

  • Für den Havamalt ist kein Haarkleid festgelegt. Wer dir ein bestimmtes Fell zusichert, sichert etwas zu, das nirgends geschrieben steht.

Ohne Zuchtverband prüfst du selbst

Bei einer anerkannten Rasse regelt ein Verband die Zuchtzulassung. Für den Havamalt gibt es diesen Verband nicht.

Also übernimmst du diese Rolle. Meine langjährige Erfahrung mit Welpenkäufern zeigt, dass viele genau davor zurückschrecken.

Ich frage zuerst immer nach den Elterntieren. Wer beide zeigt, hat nichts zu verbergen.

Wacher weißer Hund wird mit dem Stethoskop untersucht
Befunde der Elterntiere gehören schriftlich auf den Tisch. Foto: Nenad Stojkovic / Wikimedia Commons, CC BY 2.0
Frage Gute Antwort Warnsignal
FrageSind beide Elterntiere da? Gute AntwortMutter mit Wurf vorzeigbar WarnsignalNur Fotos vom Vater
FrageUntersuchungen der Eltern? Gute AntwortBefunde schriftlich WarnsignalSind doch alle gesund
FrageWo wachsen die Welpen auf? Gute AntwortIm Haus, Besuch möglich WarnsignalÜbergabe am Parkplatz
FrageWarum diese Verpaarung? Gute AntwortBegründung zu den Elterntieren WarnsignalDie Nachfrage ist groß

Mein Tipp: Lass dir Untersuchungsergebnisse der Elterntiere schriftlich geben. Ein mündliches „alles gesund" hilft dir nach dem Kauf nicht weiter.

So sieht ein Havamalt aus

Beim Aussehen hilft der Blick in beide Standards. Sie beschreiben zwei kleine Hunde mit ähnlichem Umriss und völlig verschiedenem Haar.

Der Havaneser ist im FCI-Standard Nr. 250 ein kleiner, kräftiger, niederläufiger Hund. Seine Ohren fallen längs der Backen und tragen lange Fransen, die Rute trägt er hoch über dem Rücken.

Das Deckhaar misst beim erwachsenen Havaneser 12 bis 18 Zentimeter. Sein wolliges Unterhaar ist schwach entwickelt oder fehlt ganz.

Der Malteser trägt nach Standard Nr. 65 dichtes, glänzendes Seidenhaar ohne jede Locke. Am Körper soll es länger sein als die Widerristhöhe. Unterwolle hat er keine.

Bei der Farbe stehen sich die Texte am deutlichsten gegenüber. Für den Havaneser sind falbfarben, schwarz, havannabraun, tabakfarben und rötlichbraun zugelassen, dazu Flecken in diesen Farben.

Vollständig reinweiß ist ein Havaneser laut Standard selten. Der Malteser darf gar nichts anderes sein, geduldet wird allein eine helle Elfenbeintönung.

Größe und Gewicht: der Korridor aus zwei Standards

Für den Havamalt selbst existiert keine Maßangabe. Belastbar sind allein die beiden Elternstandards.

Angabe Havaneser, FCI Nr. 250 Malteser, FCI Nr. 65
AngabeWiderristhöhe Rüde Havaneser, FCI Nr. 25023 bis 27 cm, Toleranz 21 bis 29 cm Malteser, FCI Nr. 6521 bis 25 cm
AngabeWiderristhöhe Hündin Havaneser, FCI Nr. 250derselbe Bereich für beide Geschlechter Malteser, FCI Nr. 6520 bis 23 cm
AngabeGewicht Havaneser, FCI Nr. 250im Standard nicht angegeben Malteser, FCI Nr. 653 bis 4 kg
AngabeFCI-Gruppe Havaneser, FCI Nr. 250Gruppe 9, Sektion 1 Malteser, FCI Nr. 65Gruppe 9, Sektion 1

Wörtlich aus den deutschen FCI-Standards Nr. 250 (Fassung vom 31.10.2016) und Nr. 65 (Fassung vom 13.11.2015), abgerufen am 27.08.2026.

Aus den Maßen beider Elternstandards ergibt sich ein Rahmen von etwa 20 bis 29 Zentimetern Widerristhöhe. Das ist keine Rassefestlegung, sondern der Korridor, in dem die Welpen eines Wurfs liegen können. Der einzelne Hund kann darüber oder darunter landen.

Beim Gewicht wird die Lage dünn. Nur der Malteser-Standard nennt eine Zahl, nämlich 3 bis 4 Kilogramm. Für den Mischling steht keine in einer geprüften Quelle, deshalb schreibe ich hier keine hin.

Wesen im Alltag

Zum Wesen fallen die beiden Standards sehr unterschiedlich aus. Beim Malteser steht dort ein einziger Satz: „Lebhaft, zärtlich, sehr entspannt und sehr intelligent".

Beim Havaneser ist ein Punkt wichtig, den Käufer gern überlesen. Er gilt als leicht zum alarmgebenden Hund zu erziehen.

Im Mehrfamilienhaus hörst du das. Dein Hund meldet, bevor die Klingel verklungen ist. Üben lässt sich das gut, von allein legt es sich nicht.

Mit Kindern kommen beide Elternrassen laut Standard zurecht. Der Haken liegt in der anderen Richtung: Ein Hund von drei bis vier Kilogramm ist zerbrechlich.

Der wunde Punkt bleibt das Alleinbleiben. Beide Elternrassen sind reine Begleithunde, sie suchen Nähe.

Ich übe das mit Welpen ab dem ersten Tag, in Minuten statt in Stunden. Wer damit wartet, bis der Alltag es verlangt, verpasst den einfachsten Zeitpunkt.

Eine Einschränkung gehört dazu. Ein Standard beschreibt das Zuchtziel einer Rasse, nicht deinen einzelnen Hund. Beim Mischling ist zusätzlich offen, welcher Anteil durchschlägt.

Haltung, Auslastung und Erziehung

Beide Elternrassen stehen in derselben Schublade der FCI. Gruppe 9, Sektion 1, ohne Arbeitsprüfung.

Das sagt mehr, als es klingt. Für Wache, Schutz oder Jagd hat diese Hunde niemand gezüchtet. Ihre Aufgabe war immer das Leben nah am Menschen.

Trotzdem ist so ein Hund kein Sofakissen. Der Havaneser-Standard nennt ein auffällig leichtfüßiges und elastisches Gangwerk.

Ich arbeite mit kleinen Hunden gern über die Nase. Fünf Minuten Futtersuche in der Wohnung kosten mehr Kraft als zwanzig Minuten an der Leine.

Bei der Erziehung fällt vielen Haltern derselbe Fehler auf die Füße. Kleine Hunde dürfen Dinge, die man einem großen nie durchgehen ließe.

Anspringen, Bellen an der Tür, Ziehen an der Leine — bei drei Kilo wirkt das harmlos. Es festigt sich trotzdem.

Gesundheit und was die Standards ausschließen

Eine Lebenserwartung steht in keinem FCI-Standard. Ich schreibe deshalb auch keine hin, weder für die Elternrassen noch für den Mix.

Was die beiden Texte hergeben, ist ihre Liste der disqualifizierenden Fehler. Beide schließen aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde aus, ebenso Tiere mit deutlichen körperlichen Abnormitäten.

Beim Havaneser kommen die Augen dazu. Entropium und Ektropium — also ein nach innen oder nach außen gerolltes Lid — führen zur Disqualifikation.

Bei der Größe zieht der Malteser-Standard seine Grenze. Rüden über 26 oder unter 19 Zentimetern gelten als schwerer Fehler, beim Havaneser disqualifiziert Über- und Untergröße.

Wer dir einen besonders winzigen Welpen als Besonderheit anpreist, verkauft dir genau das, was beide Standards ausschließen.

Über allem steht das Tierschutzgesetz. Nach § 11b des Tierschutzgesetzes sind Verpaarungen verboten, bei denen erblich bedingte Schäden zu erwarten sind.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Eine Ahnentafel gibt es beim Havamalt nicht. Alles andere darfst du trotzdem verlangen.

Auf den Tisch gehören der EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, der Impfnachweis und das Entwurmungsprotokoll. Dazu die Untersuchungsergebnisse beider Elterntiere, schriftlich.

Beim Abgabealter zieht der Gesetzgeber eine feste Linie. Nach § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung darf ein Welpe erst nach der achten Lebenswoche vom Muttertier getrennt werden.

Wer dir einen Sechs-Wochen-Welpen anbietet, verstößt gegen geltendes Recht. Über diesen Punkt verhandle ich nicht.

Ich fahre grundsätzlich hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein, nicht auf einem Foto.

Über Preise schreibe ich hier nichts. Sie schwanken von Wurf zu Wurf und sagen über die Aufzucht wenig aus.

Ein letzter Punkt betrifft das Fell. Sieh dir beide Elterntiere ungekämmt an, nicht frisch vom Hundefriseur.

Für wen der Havamalt passt

Er passt zu Menschen, die einen kleinen anhänglichen Hund suchen. Er passt nicht zu Menschen, denen Fellpflege lästig ist.

Ich halte ihn für einen guten Familienhund, sofern die Herkunft stimmt. Steht dagegen nur ein hübsches Foto zwischen dir und dem Kauf, wird es riskant.

Fazit: Beim Havamalt weißt du die Größe ungefähr im Voraus, weil beide Elternrassen klein sind. Farbe, Haar und Gesundheit hängen dagegen komplett am konkreten Elternpaar.

Häufige Fragen zum Havaneser-Malteser-Mix

Ist der Havaneser-Malteser-Mix eine eigene Rasse?

Nein. In der FCI-Nomenklatur steht nur der Havaneser. Für die Kreuzung gibt es keinen Standard.

Wie groß wird ein Havamalt?

Festgelegt ist nichts. Beide Elternrassen bewegen sich zwischen 20 und 29 cm, deshalb bleibt die Spanne eng.

Havaneser-Malteser-Mix: Wie schwer wird er?

Dazu gibt es keine belastbare Angabe. Für den Malteser nennt der Standard 3 bis 4 kg, für den Havaneser kein Gewicht.

Welche Farbe bekommt der Mix?

Das bleibt offen. Der Malteser ist im Standard rein weiß, der Havaneser auf keine Farbe festgelegt.

Wie beschreibt der Standard das Wesen des Havaneser?

Als speziell aufgeweckt, liebevoll und fröhlich. Er liebt Kinder und spielt unentwegt mit ihnen.

In welcher FCI-Gruppe steht der Havaneser?

In Gruppe 9, Sektion 1 bei den Bichons und verwandten Rassen. Der Malteser steht ebenfalls in Gruppe 9.

Havaneser-Malteser-Mix: Wie aufwendig ist die Fellpflege?

Beide Elternrassen tragen langes Haar. Rechne mit regelmäßigem Bürsten und mit Terminen beim Hundefriseur.

Havaneser-Malteser-Mix: Worauf achte ich beim Kauf?

Beide Elterntiere ansehen, Papiere verlangen, Untersuchungsergebnisse schriftlich mitnehmen.

Warum ist das beim Mischling wichtiger als sonst?

Weil kein Zuchtverband mitliest. Die Prüfung liegt allein beim Käufer.

Woran erkenne ich einen unseriösen Anbieter?

Er zeigt die Mutterhündin nicht. Bei Fragen zu den Elterntieren weicht er aus.

Passt so ein Hund in eine Familie?

Beide Elternrassen führt die FCI als Gesellschafts- und Begleithunde. Für das Leben nah am Menschen stehen sie.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Auffälligkeiten an Augen, Haut oder Kniegelenken gehören in der Praxis abgeklärt.