Bluthund: Größe, Merkmale und was der Standard sagt

Bluthund: Größe, Merkmale und was der Standard sagt

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 28.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bluthund heißt bei der FCI Chien de Saint-Hubert und steht dort unter Nr. 84.
  • Rüden messen im Ideal 68 cm, Hündinnen 62 cm, jeweils mit vier Zentimetern Toleranz.
  • Drei Fellfarben führt der Standard: schwarz-loh, leberfarben-loh sowie rot.
  • Der Standard warnt selbst vor zu vielen Falten, schlaffen Lidern, zu starker Wamme.

Bluthund klingt nach Krimi, nach Fährte, nach einem Hund, der niemals aufgibt. Im Rassestandard steht ein anderes Bild. Dort geht es um einen sanftmütigen, ruhigen Riesen aus Belgien. Ich habe für diesen Beitrag nur den Standard genommen. Alles, was sich nicht belegen ließ, ist weggeblieben.

Die kurze Antwort

Der Bluthund ist der Chien de Saint-Hubert, FCI-Standard Nr. 84. Rüden messen im Ideal 68 Zentimeter bei 46 bis 54 Kilogramm, Hündinnen 62 Zentimeter bei 40 bis 48. Die Toleranz beträgt vier Zentimeter.

Der Punkt, den viele übersehen

Der Standard warnt vor Übertreibung. Zu tiefe Falten, schlaffe Augenlider, eine zu starke Wamme: All das nennt er ausdrücklich unerwünscht.

Bluthund, Bloodhound, Chien de Saint-Hubert

Drei Namen, ein Hund. Bei der FCI läuft die Rasse als Chien de Saint-Hubert unter der Nummer 84. Ursprungsland ist Belgien, so steht es im FCI-Standard Nr. 84.

Der englische Name kommt vom Wort „blooded hound“. Gemeint ist ein Laufhund von reinem Blut, also ein reinrassiger Hund. Mit Blutspuren hat der Name nichts zu tun.

Gezüchtet haben ihn die Mönche der Abtei St. Hubert in den Ardennen. Zurück geht er auf die schwarzen oder schwarz-lohfarbenen Hetzhunde des Mönchs Hubert im 7. Jahrhundert.

Im 11. Jahrhundert kam er mit Wilhelm dem Eroberer nach England. Aus den St.-Hubertus-Hunden wurden dort die Bloodhounds.

Wacher älterer Hund liegt ruhig im Freien
Ruhig und sanftmütig — genau so beschreibt der Standard das Wesen. Foto: Marek Ślusarczyk (Tupungato) Photo portfolio / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Viele Ratgeber machen daraus zwei Rassen. Der Bluthund sei mit dem St. Hubert Hound verwandt, heißt es dann. Er ist derselbe Hund.

Größe und Gewicht

Bei den Maßen wird der Standard deutlich. Statt einer Spanne nennt er eine Idealgröße, dazu eine Toleranz nach beiden Seiten.

Für Rüden stehen dort 68 Zentimeter. Für Hündinnen sind es 62. Erlaubt sind jeweils vier Zentimeter nach oben oder nach unten.

Ein Rüde von 72 Zentimetern bleibt damit standardgerecht. Wer im Netz liest, ein Bluthund werde höchstens 68 Zentimeter groß, hat die Toleranz überlesen.

Angabe So steht es im FCI-Standard Nr. 84
AngabeWiderristhöhe Rüde So steht es im FCI-Standard Nr. 84Idealgröße 68 cm
AngabeWiderristhöhe Hündin So steht es im FCI-Standard Nr. 84Idealgröße 62 cm
AngabeToleranz So steht es im FCI-Standard Nr. 844 cm nach oben oder nach unten
AngabeGewicht Rüde So steht es im FCI-Standard Nr. 84ungefähr 46 bis 54 kg
AngabeGewicht Hündin So steht es im FCI-Standard Nr. 84ungefähr 40 bis 48 kg
AngabeLebenserwartung So steht es im FCI-Standard Nr. 84im Standard nicht angegeben
AngabeGruppe So steht es im FCI-Standard Nr. 84Gruppe 6, Sektion 1.1 Große Laufhunde
AngabeArbeitsprüfung So steht es im FCI-Standard Nr. 84mit Arbeitsprüfung

Alle Werte wörtlich aus dem FCI-Standard Nr. 84, deutsche Fassung, abgerufen am 28. August 2026.

Beim Gewicht bleibt der Standard bewusst ungefähr. Dazu kommt ein Satz, der oft untergeht: Größe und Gewicht sollen ausgewogen sein.

Eine Lebenserwartung steht dort nicht. Zahlen wie zehn bis zwölf Jahre stammen immer aus anderen Quellen. Ich schreibe deshalb keine hin.

So sieht der Bluthund aus

Drei Fellfarben unterscheidet der Standard. Zweifarbig schwarz und loh, leberfarben und loh sowie einfarbig rot.

Bei den zweifarbigen Hunden schwankt der schwarze Anteil. Beim Mantelhund überwiegt Schwarz. Loh sitzt dann nur am Fang, an den Backen, über den Augen, an Brust, Gliedmaßen sowie am After.

Beim Sattelhund ist die Lohfarbe ausgedehnter. Schwarz bleibt mehr oder weniger auf die Rückenpartie beschränkt. Etwas Weiß an Brust, Zehen sowie Rutenspitze bleibt zulässig.

Das Haar liegt am Körper eng an. Es ist kurz, dicht, ziemlich harsch sowie wetterfest. An Kopf und Behängen fühlt es sich weich an.

Die Ohren sind das Erkennungszeichen. Ihre Lappen sollen mindestens über den Nasenschwamm hinausreichen, wenn man sie nach vorn über den Nasenrücken legt. Was lange Ohren im Alltag bedeuten, steht in Schlappohren beim Hund.

Angesetzt sind sie sehr tief, auf Augenhöhe oder noch tiefer. Sie hängen in Falten herab, rollen sich nach innen ein. Der Standard nennt das Korkenzieherohr.

Die Augen sollen dunkelbraun oder haselnussfarben sein. Bei Hunden ohne schwarzen Sattel werden sie heller, bis ins Bernsteinfarbene. Hellgelbe Augen schließen von der Zucht aus.

Wesen im Alltag

„Sanftmütig, ruhig, freundlich und umgänglich mit Menschen“ — mit diesen Worten beginnt das Kapitel zum Wesen. Weiter heißt es dort: verträglich gegenüber Artgenossen sowie anderen Haustieren, eher zurückhaltend und eigensinnig, nie aggressiv.

Ein Satz zählt für den Alltag besonders. Der Hund reagiert gleichermaßen empfindsam auf Lob wie auf Tadel.

Praktisch heißt das: Harte Ansagen bringen hier nichts. Ein lautes Wort trifft diesen Hund härter, als man denkt.

Seine Stimme ist sehr tief. Ein Kläffer ist er laut Standard nicht. Wer im Reihenhaus wohnt, sollte den Ton trotzdem einmal live gehört haben.

Wacher Hund mit Geschirr sitzt im Freien
Ein gesicherter Auslauf zählt, sobald die Nase führt. Foto: Kreuzschnabel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Aus meiner Erfahrung heraus unterschätzen viele das Wort eigensinnig. Der Hund ist keineswegs dumm. Er hat nur eine eigene Meinung, sobald die Nase führt.

Der Standard beschreibt das Zuchtziel, nicht deinen Hund. Wie ein einzelner Bluthund auf Besuch reagiert, entscheidet die Aufzucht mit.

Die Nase: was wirklich belegt ist

Ein außerordentlicher Geruchsinn steht im Standard. Eine Zahl steht dort nicht.

Im Netz kursiert dazu meist ein Faktor: tausendmal besser als beim Menschen. Für diese Angabe habe ich keinen Absender gefunden. Also steht sie hier nicht.

Belegt ist etwas anderes: der Körperbau. Der Hals ist lang gebaut, damit der Hund mit der Nase auf dem Boden der Fährte folgen kann.

Zur Verwendung nennt der Standard Fährtenhund, Spürhund sowie Familienhund. Auf Schweißprüfungen sucht er die Fährte verwundeter Tiere. Bei der Polizei sucht er vermisste Personen.

Sein Trab greift weiter aus als der aller anderen Laufhunde. Er muss lange traben können, ohne zu ermüden.

Genau das lässt sich im Alltag nutzen. Wie du die Nase sinnvoll beschäftigst, steht in Nasenarbeit mit dem Hund. Wer die Personensuche üben will, findet den Einstieg in Mantrailing für Anfänger.

Haltung, Auslastung und Erziehung

Eingeordnet ist die Rasse in Gruppe 6, Sektion 1.1 Große Laufhunde. Geführt wird sie mit Arbeitsprüfung.

Das sagt mehr über den Alltag als jede Charakterbeschreibung. Ein Hund aus dieser Gruppe braucht eine Aufgabe für die Nase.

Zwanzig Minuten Fährte machen ihn zufriedener als zwei Stunden Feldweg. An Regentagen reichen Suchspiele im Haus völlig.

Den gesetzlichen Rahmen zieht § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Vorgeschrieben sind ausreichend Auslauf im Freien sowie mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson, jeweils nach Rasse, Alter sowie Gesundheitszustand.

Ein Punkt bleibt heikel: der Rückruf. Ein Hund, der eine Fährte aufgenommen hat, hört schlecht. Ein gesicherter Auslauf ist deshalb kein Luxus.

Für den Alltag reicht dem gesunden Hund ein passendes Futter. Wer Haut und Haarkleid unterstützen will, findet mit Bierhefe und B-Vitaminen den Lucky Pets Vitamin B-Komplex, eine Tablette am Tag je 10 Kilogramm Körpergewicht.

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Gesundheit: was der Standard ausschließt

Ein Absatz im Standard fällt aus dem Rahmen. Er warnt vor Übertreibung — bei einer Rasse, die genau dafür bekannt ist.

Kein Merkmal soll so übertrieben sein, dass es der Gesundheit sowie dem Wohlbefinden des Hundes schadet. Fünf mögliche Übertreibungen zählt der Standard danach auf.

Was der Standard ausdrücklich als Übertreibung nennt

  • Zu tief eingesetzte oder zu kleine Augen.
  • Schlaffe Augenlider.
  • Übertrieben reichliche lose Haut mit zu vielen sowie zu tiefen Falten.
  • Zu stark ausgebildete Wamme.
  • Zu schmaler Kopf.

Auch zu große Hunde mit zu schwerem Körper sind unerwünscht, weil die Gebrauchstüchtigkeit darunter leidet.

Diese Liste ist für Käufer bares Geld wert. Sie beschreibt genau die Merkmale, die auf Fotos gern als besonders typisch verkauft werden.

Beim Auge wird der Standard noch genauer. Ein zu loses Unterlid mit viel sichtbarer Bindehaut gilt als Fehler. Die Wimpern dürfen das Auge weder berühren noch reizen.

Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt, wenn dadurch Schmerzen, Leiden sowie Schäden auftreten.

Am Ende steht derselbe Satz wie in vielen anderen Standards. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

Magendrehung: was hinter dem Wort Blähungen steckt

In Ratgebern zum Bluthund taucht regelmäßig das Wort Blähungen auf. Dahinter steckt eine Fehlübersetzung. Im Englischen steht dort bloat, gemeint ist die Magendrehung.

Der Unterschied ist gewaltig. Blähungen sind lästig. Eine Magendrehung ist ein Notfall.

Als belegtes Risiko nennt das MSD Veterinary Manual einen tiefen, schmalen Brustkorb sowie einen betroffenen Verwandten ersten Grades. Aufgeführt sind dort Deutsche Dogge, Deutscher Schäferhund, Irish Setter, Gordon Setter, Weimaraner, Bernhardiner, Großpudel sowie Basset Hound.

Der Bluthund steht nicht auf dieser Liste. Das heißt nicht, dass es ihn nie trifft. Es heißt, dass ihn dort niemand führt.

Die Empfehlungen für Risikorassen kosten nichts. Mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen. Ruhe vor dem Fressen sowie danach. Kein erhöhter Napf.

Wacher weißer Hund wird mit dem Stethoskop untersucht
Bei Verdacht auf eine Magendrehung zählt jede Minute. Foto: Nenad Stojkovic / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Woran du eine Magendrehung erkennst, steht in Magendrehung beim Hund. Der Basset Hound steht dagegen auf der Risikoliste, sein Porträt findest du unter Basset Hound.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Beim Bluthund entscheidet sich vieles am Kopf. Sieh dir die Elterntiere in Ruhe an, nicht auf einem Bewegungsfoto.

Achte zuerst auf das Unterlid. Hängt es lose herab, ist viel Bindehaut zu sehen. Genau das führt der Standard als Fehler.

Frag danach nach Zuchtverband sowie Ahnentafel. Die Rasse läuft mit Arbeitsprüfung, viele Zuchten arbeiten deshalb mit ihren Hunden.

Impfnachweis, Entwurmung sowie Abgabealter gehören auf Papier. Das Muttertier gehört zum Wurf.

Mein Tipp: Wenn in einer Anzeige mehr Falten als Papiere zu sehen sind, lasse ich sie liegen. Meine langjährige Erfahrung mit Rasseartikeln sagt mir: Was auf Fotos beeindruckt, macht dem Hund später Arbeit.

Passt ein Bluthund zu dir?

Er passt zu dir, wenn du Zeit für die Nase hast. Fährtenarbeit ist kein Hobby für zwischendurch.

Er passt zu dir, wenn du ruhig bleiben kannst. Ein Hund, der auf Tadel empfindsam reagiert, braucht eine ruhige Hand.

Er passt weniger zu dir, wenn dein Alltag eng getaktet ist. Ein Hund von 50 Kilogramm lässt sich nicht mal eben hochheben.

Und er passt nicht zu dir, wenn du einen Hund suchst, der ohne Zaun zuverlässig bleibt. Sobald eine Fährte liegt, ist der Rest weit weg.

Fazit: Der Bluthund ist der Chien de Saint-Hubert, FCI-Standard Nr. 84, Ursprungsland Belgien. Rüden messen im Ideal 68 Zentimeter bei ungefähr 46 bis 54 Kilogramm, Hündinnen 62 Zentimeter bei 40 bis 48. Drei Farben führt der Standard: schwarz-loh, leberfarben-loh sowie rot. Beim Wesen nennt er sanftmütig, ruhig, freundlich, dazu eigensinnig. Eine Lebenserwartung steht dort nicht, ein Faktor für die Nasenleistung ebenfalls nicht. Am wertvollsten ist die eigene Warnung des Standards vor Übertreibung. Wer beim Züchter danach fragt, kauft den besseren Hund.

Häufige Fragen zum Bluthund

Wie groß wird ein Bluthund?

Der FCI-Standard Nr. 84 nennt als Idealgröße 68 Zentimeter für Rüden sowie 62 für Hündinnen. Erlaubt sind vier Zentimeter nach oben oder nach unten.

Wie schwer wird ein Bluthund?

Rüden wiegen laut Standard ungefähr 46 bis 54 Kilogramm, Hündinnen ungefähr 40 bis 48. Größe und Gewicht sollen ausgewogen sein.

Ist der Bluthund dasselbe wie der Chien de Saint-Hubert?

Ja. Die FCI führt die Rasse unter diesem Namen mit der Nummer 84, Ursprungsland ist Belgien.

Welche Farben hat ein Bluthund?

Drei führt der Standard auf: schwarz und loh, leberfarben und loh sowie einfarbig rot. Etwas Weiß an Brust, Zehen sowie Rutenspitze ist zulässig.

Wie alt wird ein Bluthund?

Eine Lebenserwartung steht in keinem FCI-Standard. Ich schreibe deshalb keine hin.

Riecht ein Bluthund tausendmal besser als ein Mensch?

Für diesen Faktor habe ich keinen Absender gefunden. Der Standard spricht von einem außerordentlichen Geruchsinn, ohne eine Zahl zu nennen.

Ist der Bluthund ein Familienhund?

Der Standard nennt ihn ausdrücklich Familienhund. Beschrieben wird er als sanftmütig, ruhig, freundlich sowie nie aggressiv.

Bellt ein Bluthund viel?

Seine Stimme ist sehr tief. Ein Kläffer ist er laut Standard nicht.

Warum ist der Hals des Bluthundes so lang?

Damit der Hund mit der Nase auf dem Boden der Fährte folgen kann. So begründet es der Standard wörtlich.

Bekommen Bluthunde häufig eine Magendrehung?

Auf der Risikoliste des MSD Veterinary Manual steht die Rasse nicht. Als belegtes Risiko gilt dort ein tiefer, schmaler Brustkorb.

Wie viele Falten sind beim Bluthund normal?

Der Standard nennt übertrieben reichliche lose Haut mit zu vielen sowie zu tiefen Falten ausdrücklich unerwünscht.

Bluthund: Worauf achte ich beim Züchter zuerst?

Auf die Augenlider der Elterntiere, auf die Papiere sowie darauf, ob das Muttertier beim Wurf steht.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Über Augen, Haut und jeden Befund entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.