Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Rüden wiegen 25 kg, Hündinnen 23 kg.
- Der VDH nennt sie anhänglich, freundlich und sensibel.
- Wörtlich im Rasseporträt: Ein Bulldog sollte stets frei atmen können.
- Erste Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1630.
Die Englische Bulldogge polarisiert. Für die einen ist sie der ruhigste Familienhund überhaupt, für die anderen das Sinnbild einer verfehlten Zucht. Beide Lager arbeiten selten mit Belegen. Ich stelle deshalb den Rassestandard des VDH und den Gesetzestext nebeneinander.
Die kurze Antwort
Ein 23 bis 25 Kilogramm schwerer englischer Begleithund, im Wesen freundlich und sensibel. Der kritische Punkt ist nicht das Verhalten, sondern die Atmung.
Der wichtigste Satz
Der VDH schreibt selbst: Ein Bulldog sollte stets frei atmen können. Daran misst du jeden Welpen.
Herkunft und Rassedaten
Die ersten Erwähnungen gehen laut VDH-Rasselexikon auf das Jahr 1630 zurück. Ab 1835 entwickelte sich der moderne Typ mit verkürztem Vorgesicht. Damit ist die kurze Nase kein Zufall, sondern eine Zuchtentscheidung des 19. Jahrhunderts. Wer heute über die Rasse streitet, streitet also über knapp zweihundert Jahre Zuchtgeschichte.

Beim Gewicht nennt der Standard 25 Kilogramm für Rüden und 23 für Hündinnen. Eine Widerristhöhe führt der VDH nicht auf. Die FCI ordnet die Rasse in Gruppe 2, Sektion 2.1 der molossoiden, doggenartigen Hunde ein, ohne Arbeitsprüfung, unter der Standardnummer 149.
Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.
Zulässig ist einfarbig oder einfarbig mit schwarzer Maske. Erwünscht sind gestromt, Rot in allen Schattierungen, Falb, Rehbraun, Weiß und Gescheckt. Das Haarkleid beschreibt der Standard als dicht und kurz.
Wesen: was im Standard wirklich steht
Der VDH spricht von einzigartiger Liebenswürdigkeit und unvergleichlichem Charme. Er nennt die Rasse anhänglich, freundlich, sensibel, aufmerksam, entschlossen und mutig. Das ist eine bemerkenswerte Liste für einen Hund, der als Kampfhund verrufen war.

Aus meiner Erfahrung passt vor allem das Wort sensibel. Diese Hunde reagieren stark auf Stimmung und Tonfall. Wer laut wird, erreicht wenig. Wie ein ruhiger Aufbau aussieht, steht in Hundeschule.
Zur Haltung schreibt der Verband, dass die Rasse viel Zuwendung braucht. Beschäftigung nennt er ausdrücklich, um Trägheit und Übergewicht zu vermeiden. Ich sehe genau hier den häufigsten Fehler: Ein ruhiger Hund wird zum unbewegten Hund. Was in den Napf gehört, klärt Welpen richtig füttern.
Die Atmung: Standard trifft Gesetz
Der entscheidende Satz steht im Rasseporträt selbst. Ein Bulldog sollte stets frei atmen können. Der VDH ergänzt, dass er am gesündesten und schönsten ist, wenn züchterische Übertreibungen ausbleiben.
Daneben steht das Gesetz. Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes verbietet bestimmte Zuchten. Erfasst sind Fälle, in denen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich oder umgestaltet sind. Voraussetzung ist, dass daraus Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen.
Eine zweite Regel derselben Vorschrift zielt auf den Alltag. Verboten ist die Zucht auch, wenn die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt.
Beides zusammen ergibt einen klaren Maßstab für Käufer. Nicht der Rassename entscheidet, sondern der einzelne Hund. Ein Bulldog mit offenen Nasenlöchern und leiser Atmung erfüllt den Standard. Ein Hund, der schon beim Liegen ringt, erfüllt ihn nicht. Diese Unterscheidung nimmt dir kein Züchter ab, sie liegt bei dir.

Beim Welpenkauf prüfen
- Atmung in Ruhe: leise, ohne Rasseln.
- Nasenlöcher weit offen, nicht verengt.
- Nach kurzem Spiel schnell wieder ruhig.
- Elterntiere laufen lassen und dabei zuhören.
- Keine Werbung mit besonders kurzer Nase oder extremem Typ.
Zur Hitzegefahr: Hitzschlag beim Hund.
Alltag, Haut und Gewicht
Bevor es um Pflege geht, lohnt ein Blick auf den Tagesablauf. Diese Rasse liebt Routine. Feste Zeiten für Futter, Runden und Ruhe nehmen ihr die Unsicherheit, auf die sie sonst empfindlich reagiert.
Meine langjährige Erfahrung mit kurznasigen Rassen zeigt drei Dauerthemen. Das erste ist Wärme. Hunde kühlen über das Hecheln, ein verkürztes Vorgesicht erschwert das. Im Sommer gehören Runden in den frühen Morgen. Details stehen in Hitzschlag beim Hund.
Das zweite sind die Hautfalten. Dort sammelt sich Feuchtigkeit. Trocken halten reicht meistens, bei Rötung oder Geruch hilft Hot Spot beim Hund.
Das dritte ist das Gewicht. Bei 25 Kilogramm Sollgewicht fallen zwei Kilo mehr deutlich ins Gewicht. Sie belasten Gelenke und Atmung zugleich. Ich rate zu einem festen Wiegetermin alle vier Wochen. Wer die laufenden Kosten plant, findet Zahlen in Hundesteuer.
Für Haut und Fell zählen bei jeder Rasse dieselben Bausteine. Die B-Vitamine gibt es gebündelt im Lucky Pets Vitamin B-Komplex.

Ein vierter Punkt steht im Standard selbst: die Rute. Fehlende, eingewachsene oder extrem enge Ruten sind unerwünscht. Beim Welpen lohnt deshalb ein Blick auf die Rutenwurzel.
Wie das zusammenhängt, zeigt Old English Bulldog.
Der Zusammenhang wird in Französische Bulldogge ausgeführt.
So sieht der Bulldog aus
Kurzhaarig, ziemlich untersetzt, eher tiefgestellt, breit gebaut. Mit diesen vier Worten beginnt der FCI-Standard Nummer 149. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper recht groß. Kein Merkmal darf dabei die Ausgewogenheit stören.
Das Haar ist von feiner Struktur, kurz, dicht und glatt. Hart wirkt es allein wegen der Kürze. Bei den Farben lässt der Standard nur einheitliche Töne zu: gestromt, Rot in allen Schattierungen, Falb, Rehbraun, Weiß und Gescheckt. Gescheckt heißt Weiß in Kombination mit einer dieser Farben.
Drei Varianten nennt der Standard höchst unerwünscht. Die erste ist der Dudley, also ein Hund mit unpigmentierter Nase. Dazu kommen schwarz und schwarz mit loh. Wer eine dieser Farben angeboten bekommt, sieht eine Abweichung vom Standard.
Der Kopf trägt feine Falten, die weder abstehen noch das Gesicht überlappen dürfen. Die Ohren sind klein und dünn. Korrekt ist das Rosenohr: nach innen gefaltet und zurückgelegt, mit teilweise sichtbarer Ohrmuschel. Die Rute trägt der Hund abwärts, nie über der Rückenlinie.
Größe und Gewicht: was der Standard angibt
Beim Gewicht ist der Standard knapp. Rüden 25 Kilogramm, Hündinnen 23 Kilogramm. Eine Widerristhöhe führt er dagegen überhaupt nicht auf. Zentimeterangaben aus Rasseportalen haben im Standard keine Grundlage.
FCI-Standard Nummer 149, deutsche Fassung vom März 2011.
Statt einer Höhe gibt der Standard Proportionen vor. Der Körper soll ziemlich kurz sein, gut zusammengefügt, ohne jegliche Neigung zur Fettleibigkeit. Die Hinterhand steht hoch und kräftig. Hündinnen sind nicht so mächtig entwickelt wie Rüden.
Gesundheit: was der Standard zur Zucht ausschließt
Die Kurzköpfigkeit, fachlich Brachyzephalie, ist beim Bulldog ein Rassemerkmal. Der Standard begrenzt sie im selben Absatz, in dem er sie beschreibt. Kein Merkmal darf so übermäßig ausgeprägt sein, dass der Hund missgebildet erscheint oder in seiner Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt ist.
Im selben Abschnitt steht der schärfste Satz des ganzen Standards. Hunde mit erkennbarer Atemnot sind höchst unerwünscht. Er steht im allgemeinen Erscheinungsbild, ganz vorn im Text.
Zu den Nasenlöchern wird der Standard noch deutlicher. Verlangt sind große, breite und offene Nasenlöcher mit einer geraden Linie dazwischen. Wörtlich heißt es weiter: Zusammengedrückte Nasenlöcher und schwere Nasenfalten sind unerwünscht und sollten schwer bestraft werden.
Zwei weitere Vorgaben zielen in dieselbe Richtung. Zu den Augen verlangt der Standard einen Hund ohne sichtbare Augenprobleme. Zum Gangwerk steht dort: Eine gesunde Bewegungsfähigkeit ist von äußerster Wichtigkeit.
Die Liste der disqualifizierenden Fehler fällt beim Bulldog kurz aus. Sie umfasst genau zwei Punkte:
- Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde.
- Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen.
Anders als der Standard der Französischen Bulldogge nennt Nummer 149 Atemprobleme nicht als eigenen disqualifizierenden Fehler. Die Vorgabe zur Atmung steht dafür weiter vorn. Am Ende folgt eine Bestimmung, die jede Verpaarung bindet: Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.
Das Gesetz greift an derselben Stelle. Absatz 2 von Paragraf 11b erlaubt der Behörde, das Unfruchtbarmachen von Wirbeltieren anzuordnen. Das gilt, wenn züchterische Erkenntnisse bei den Nachkommen Störungen im Sinne von Absatz 1 erwarten lassen. Ein Rassename steht auch dort nicht.
Welpenkauf: worauf du beim Züchter achtest
Frag zuerst nach dem Zuchtverband und nach der Ahnentafel. Beides zeigt dir, welche Elterntiere hinter dem Welpen stehen. Ohne Papiere bleibt das offen.
Besuch den Wurf vor Ort, am besten zweimal. Das Muttertier gehört dazu. Lass es laufen und hör dabei auf seine Atmung. Die Tierschutz-Hundeverordnung erlaubt die Trennung vom Muttertier erst im Alter von über acht Wochen.
Zum Abgabetag gehören ein Impfausweis und eine dokumentierte Entwurmung. Die Chipnummer steht im selben Heft. Fehlt eines dieser Papiere, fehlt dir die Basis für alles Weitere.
Sieh dir zusätzlich die Nasenlöcher genau an. Der Standard verlangt sie groß, breit und offen. Verengte Nasenlöcher sind unerwünscht und sollen schwer bestraft werden. Beim Welpen gilt dieselbe Prüfung wie bei den Elterntieren.
Passt der Bulldog zu dir?
In eine Wohnung passt der Bulldog gut. Er braucht wenig Platz und keine weiten Wege. Ruhige Halter mit festem Tagesablauf kommen mit ihm klar. Ein hektischer Haushalt passt schlechter.
Für Familien spricht das Wesen. Der Standard nennt ihn aufmerksam, kühn, loyal, zuverlässig und mutig. Grimmig im Aussehen, aber liebenswürdig im Wesen: So steht es dort wörtlich.
Gegen die Rasse sprechen sportliche Pläne. Joggen, Radfahren und lange Wanderungen sind nichts für ihn. Bei Wärme werden auch kurze Runden zum Thema.
Ersthalter kommen mit dem Wesen dieser Rasse gut zurecht. Anspruchsvoll ist etwas anderes: die Auswahl des Welpen. Wer hier gründlich sucht, trifft die wichtigste Entscheidung überhaupt.
Fazit: Die Englische Bulldogge ist ein 23 bis 25 Kilogramm schwerer Begleithund mit Wurzeln bis 1630, dessen moderner Typ ab 1835 entstand. Der VDH beschreibt sie als liebenswürdig, freundlich und sensibel, also nicht als gefährlich. Der kritische Punkt liegt woanders: Der Verband verlangt selbst, dass ein Bulldog stets frei atmen können soll. Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes zieht dieselbe Linie. Wer beim Kauf auf leise Atmung, offene Nasenlöcher und gesunde Elterntiere achtet, entscheidet richtig.
Häufige Fragen zur Englischen Bulldogge
Ist die Englische Bulldogge gefährlich?
Der VDH beschreibt sie als anhänglich, freundlich und sensibel. Der FCI-Standard Nr. 149 nennt sie loyal, zuverlässig und liebenswürdig im Wesen. Aggressive Hunde schließt er ausdrücklich von der Bewertung aus.
Englische Bulldogge: Wie schwer wird sie?
Rüden wiegen 25 kg, Hündinnen 23 kg. Eine Widerristhöhe führt der VDH nicht auf.
Englische Bulldogge: Seit wann gibt es die Rasse?
Erste Erwähnungen gehen auf 1630 zurück. Der moderne Typ mit verkürztem Vorgesicht entwickelte sich ab 1835.
Englische Bulldogge: Welche Farben sind erwünscht?
Gestromt, Rot in allen Schattierungen, Falb, Rehbraun, Weiß und Gescheckt. Zulässig ist einfarbig oder einfarbig mit schwarzer Maske.
Was sagt der VDH zur Atmung?
Einen klaren Satz: Ein Bulldog sollte stets frei atmen können. Am gesündesten ist er ohne züchterische Übertreibungen.
Was heißt das beim Welpenkauf?
Hör hin. Ein Welpe, der im Ruhezustand rasselt oder schnarcht, erfüllt diesen Anspruch nicht.
Was verbietet Paragraf 11b?
Zuchten, bei denen erblich bedingt Organe umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen.
Ist die Rasse deshalb verboten?
Nein. Das Gesetz richtet sich an die Zuchtentscheidung im Einzelfall, nicht gegen einen Rassenamen.
Englische Bulldogge: Wie viel Bewegung braucht sie?
Regelmäßige, kurze Runden. Der VDH nennt Beschäftigung ausdrücklich, um Trägheit und Übergewicht zu vermeiden.
Englische Bulldogge: Wie pflegeintensiv ist das Fell?
Wenig. Das Haarkleid ist dicht und kurz. Mehr Aufmerksamkeit brauchen die Hautfalten im Gesicht.
Englische Bulldogge: In welche FCI-Gruppe gehört sie?
In Gruppe 2, Sektion 2.1 der molossoiden, doggenartigen Hunde, ohne Arbeitsprüfung. Die Standardnummer lautet 149.
Englische Bulldogge: Passt sie in eine Wohnung?
Ja. Gewicht und Bewegungsbedarf sprechen dafür. Entscheidend sind Temperatur und kurze Wege statt langer Touren.
Quellen
- VDH Rasselexikon – Bulldog
- FCI-Standard Nr. 149 – Bulldog, deutsche Fassung
- § 11b Tierschutzgesetz – Verbot der Qualzüchtung
- § 2 Tierschutz-Hundeverordnung – Abgabe vom Muttertier
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Ob ein einzelner Hund gesundheitlich eingeschränkt ist, beurteilt nur die Tierarztpraxis.
