Englischer Schäferhund: Welche Rasse wirklich gemeint ist

Englischer Schäferhund: Welche Rasse wirklich gemeint ist

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 23.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • 🔴 Eine FCI-Rasse mit diesem Namen gibt es nicht.
  • Gemeint ist der Altenglische Schäferhund, Nummer 16.
  • Rüden 61 cm und größer, Hündinnen 56 und größer.
  • Farben: jede Schattierung von grau, grizzle oder blau.

Wer nach dem Englischen Schäferhund sucht, findet in der FCI-Nomenklatur nichts unter diesem Namen. Ich habe alle britischen Einträge in Gruppe 1 durchgesehen — und es gibt genau einen passenden.

Die kurze Antwort

Gemeint ist fast immer der Altenglische Schäferhund, im Original Old English Sheepdog, mit der Standardnummer 16.

🔴 Der entscheidende Punkt

Der amerikanische English Shepherd ist eine andere Sache — er ist von der FCI nicht anerkannt.

Die sechs britischen Hütehunde

Großer wacher Hund mit dichtem grau-weißem zottigem Fell steht auf einer Wiese
Der Altenglische Schäferhund trägt reichlich zottiges Haar.

Die FCI-Nomenklatur führt in Gruppe 1 unter Großbritannien sechs Rassen. Nur eine trägt im deutschen Namen das Wort Schäferhund.

Rasse Nummer Deutscher Name
RasseOld English Sheepdog Nummer16 Deutscher NameAltenglischer Schäferhund
RasseBearded Collie Nummer271 Deutscher Name
RasseBorder Collie Nummer297 Deutscher Name
RasseCollie Smooth Nummer296 Deutscher NameKurzhaariger Schottischer Schäferhund
RasseCollie Rough Nummer156 Deutscher NameLanghaariger Schottischer Schäferhund
RasseShetland Sheepdog Nummer88 Deutscher Name

Deutsche FCI-Nomenklatur, Gruppe 1, am 23.08.2026 geprüft.

Die beiden Collies tragen den Zusatz schottisch, nicht englisch. Bleibt der Altenglische Schäferhund als einzige Rasse, auf die der Suchbegriff wirklich passt. Wie das Ordnungssystem funktioniert, zeigt Hunderassen von A bis Z.

🔴 Was der Standard beschreibt

Der FCI-Rassestandard Nr. 16 gilt seit dem 13. Oktober 2010. Als Ursprung nennt er Großbritannien, als Verwendung ein einziges Wort: Schäferhund.

Beim Körperbau steht ein Satz, der die Rasse sofort erkennbar macht. Der Hund steht niedriger im Widerrist als in der Lendenpartie. Die Kruppe liegt also höher als die Schulter — das gibt der Silhouette ihre typische Form.

Mittelgroßer wacher Hund mit halblangem schwarz-weißem Fell steht auf einem Feldweg
Die FCI führt aus Großbritannien sechs Hütehunde in Gruppe 1.

Das Wesen beschreibt der Standard als anpassungsfähig und ausgeglichen, kühn, treu und zuverlässig. Und ausdrücklich ohne jegliches Zeichen von Nervosität oder unbegründeter Aggressivität.

Ich lese solche Wesensbeschreibungen immer im Zusammenhang mit der Verwendung. Ein Hund, der Herden führen sollte, bringt Eigeninitiative mit — ähnlich wie die Rassen in Französische Hunderassen.

Merkmal Angabe im Standard
MerkmalWiderristhöhe Rüden Angabe im Standard61 cm und größer
MerkmalWiderristhöhe Hündinnen Angabe im Standard56 cm und größer
MerkmalHaar Angabe im Standardreichlich, hart, zottig, ohne Locken
MerkmalUnterwolle Angabe im Standardbildet einen wasserdichten Flor
MerkmalFarbe Angabe im Standardjede Schattierung von grau, grizzle oder blau
MerkmalBraun Angabe im Standardunerwünscht

FCI-Rassestandard Nr. 16, deutsche Fassung, gültig ab 13.10.2010.

Bemerkenswert ist der Zusatz zur Größe: Typ und Symmetrie dürfen unter keinen Umständen nur der Größe wegen geopfert werden. Wie du die Werte nachmisst, zeigt Widerristhöhe beim Hund.

Das Fell ist die eigentliche Aufgabe

Der Standard beschreibt das Haar als reichlich, von guter harter Struktur, nicht gerade, sondern zottig und ohne Locken. Kopf und Schädel sind gut mit Haar bedeckt, die Hinterläufe stärker behaart als der Rest des Körpers.

Großer wacher Hund mit dichtem zottigem Fell steht aufmerksam im Gras
Qualität und Textur zählen laut Standard mehr als die Länge.

Dann folgt ein Satz, der Haltern viel Ärger ersparen könnte: Qualität und Textur sind wichtiger als Länge und Haarmenge. Meine langjährige Erfahrung sagt, dass genau hier die meisten Fehler passieren — ein zu weiches, zu langes Fell verfilzt schneller, als jeder Halter bürsten kann.

Vier Fragen vor der Anschaffung

  • 🔴 Kannst du täglich Zeit für die Fellpflege einplanen?
  • Wer schert den Hund, wenn das Fell verfilzt?
  • Passt ein Hütehund mit Arbeitsanlage in deinen Alltag?
  • Wie viel Auslauf kannst du bei jedem Wetter bieten?

Welche Farbe im Standard steht, zeigt auch Graue Hunde.

Mir begegnet außerdem oft die Frage nach dem Namen Bobtail. Er stammt von der früher üblichen Rutenkürzung, die in Deutschland nach § 6 des Tierschutzgesetzes verboten ist. Wie sich Rassenamen und Wirklichkeit auseinanderentwickeln, zeigt auch Hunderassen mit E.

Bei der Farbe ist der Standard klar. Zugelassen ist jede Schattierung von grau, grizzle oder blau. Körper und Hinterläufe sind durchgehend einfarbig, mit oder ohne weiße Socken. Kopf, Hals, Vorderhand und Unterbauch sollten weiß sein. Jeder Anflug von Braun ist unerwünscht.

Was für die Haltung gilt

§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.

Für die Prägephase nennt das zuständige Bundesministerium vier Stunden täglichen Umgang bis zur zwanzigsten Lebenswoche. Aus meiner Erfahrung entscheidet bei langhaarigen Rassen zusätzlich, ob der Welpe das Bürsten früh als normal kennenlernt.

Mir ist bei dieser Rasse noch etwas anderes wichtig. Ein Hund mit dichter Unterwolle und wasserdichtem Flor kommt im Winter gut zurecht — im Hochsommer dagegen schnell an seine Grenze. Ich verlege längere Runden dann konsequent in die frühen Morgenstunden.

Zur Zucht schreibt der Standard einen eigenen Hinweis: Verwendet werden sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde. Zu rassetypischen Erkrankungen macht der Text selbst keine Angaben — dazu berät die Tierarztpraxis.

Fazit: Eine FCI-Rasse namens Englischer Schäferhund existiert nicht. Gemeint ist in aller Regel der Altenglische Schäferhund, im Original Old English Sheepdog, den die FCI mit der Nummer 16 in Gruppe 1 unter Großbritannien führt. Der Standard gilt seit dem 13. Oktober 2010 und nennt als Verwendung Schäferhund. Rüden erreichen 61 Zentimeter und mehr, Hündinnen 56 und mehr. Der Hund steht niedriger im Widerrist als in der Lendenpartie. Das Haar ist reichlich, hart und zottig, die Unterwolle bildet einen wasserdichten Flor. Erlaubt ist jede Schattierung von grau, grizzle oder blau, jeder Anflug von Braun gilt als unerwünscht. Der amerikanische English Shepherd steht weder in der Nomenklatur noch in der Liste der provisorisch anerkannten Rassen.

Häufige Fragen zum Englischen Schäferhund

🔴 Gibt es eine Rasse namens Englischer Schäferhund?

In der FCI nicht. Dort heißt die passende Rasse Altenglischer Schäferhund mit der Nummer 16.

Wie heißt sie auf Englisch?

Old English Sheepdog. Umgangssprachlich läuft sie oft als Bobtail.

Wie groß wird sie?

Rüden 61 Zentimeter und größer, Hündinnen 56 und größer.

Welche Farben nennt der Standard?

Jede Schattierung von grau, grizzle oder blau. Braun ist unerwünscht.

🔴 Wie beschreibt der Standard das Wesen?

Anpassungsfähig, ausgeglichen, kühn, treu und zuverlässig — ohne Nervosität oder unbegründete Aggressivität.

Was ist am Körperbau besonders?

Der Hund steht niedriger im Widerrist als in der Lendenpartie.

Wie ist das Haar beschaffen?

Reichlich, hart und zottig, ohne Locken. Die Unterwolle bildet einen wasserdichten Flor.

Ist Länge des Fells das Wichtigste?

Nein. Der Standard nennt Qualität und Textur ausdrücklich wichtiger als Länge und Menge.

🔴 Was ist mit dem amerikanischen English Shepherd?

Er steht weder in der FCI-Nomenklatur noch in der provisorischen Liste.

Welche britischen Hütehunde führt die FCI?

Sechs: Old English Sheepdog, Bearded Collie, Border Collie, beide Collie-Varianten und Shetland Sheepdog.

Wo steht der Border Collie?

Ebenfalls in Gruppe 1, mit der Nummer 297.

Was sagt der Standard zur Zucht?

Verwendet werden sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gesundheit und Belastbarkeit des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.