Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Eine FCI-Rasse mit diesem Namen gibt es nicht.
- Gemeint ist der Altenglische Schäferhund, Nummer 16.
- Rüden 61 cm und größer, Hündinnen 56 und größer.
- Farben: jede Schattierung von grau, grizzle oder blau.
Wer nach dem Englischen Schäferhund sucht, findet in der FCI-Nomenklatur nichts unter diesem Namen. Ich habe alle britischen Einträge in Gruppe 1 durchgesehen — und es gibt genau einen passenden.
Die kurze Antwort
Gemeint ist fast immer der Altenglische Schäferhund, im Original Old English Sheepdog, mit der Standardnummer 16.
Der entscheidende Punkt
Der amerikanische English Shepherd ist eine andere Sache — er ist von der FCI nicht anerkannt.
Die sechs britischen Hütehunde
Die FCI-Nomenklatur führt in Gruppe 1 unter Großbritannien sechs Rassen. Nur eine trägt im deutschen Namen das Wort Schäferhund.

Deutsche FCI-Nomenklatur, Gruppe 1, am 23.08.2026 geprüft.
Die beiden Collies tragen den Zusatz schottisch, nicht englisch. Bleibt der Altenglische Schäferhund als einzige Rasse, auf die der Suchbegriff wirklich passt. Wie das Ordnungssystem funktioniert, zeigt Hunderassen von A bis Z.
Was der Standard beschreibt
Der FCI-Rassestandard Nr. 16 gilt seit dem 13. Oktober 2010. Als Ursprung nennt er Großbritannien, als Verwendung ein einziges Wort: Schäferhund.
Beim Körperbau steht ein Satz, der die Rasse sofort erkennbar macht. Der Hund steht niedriger im Widerrist als in der Lendenpartie. Die Kruppe liegt also höher als die Schulter — das gibt der Silhouette ihre typische Form.
Das Wesen beschreibt der Standard als anpassungsfähig und ausgeglichen, kühn, treu und zuverlässig. Und ausdrücklich ohne jegliches Zeichen von Nervosität oder unbegründeter Aggressivität.
Ich lese solche Wesensbeschreibungen immer im Zusammenhang mit der Verwendung. Ein Hund, der Herden führen sollte, bringt Eigeninitiative mit — ähnlich wie die Rassen in Französische Hunderassen.
FCI-Rassestandard Nr. 16, deutsche Fassung, gültig ab 13.10.2010.
Bemerkenswert ist der Zusatz zur Größe: Typ und Symmetrie dürfen unter keinen Umständen nur der Größe wegen geopfert werden. Wie du die Werte nachmisst, zeigt Widerristhöhe beim Hund.
Das Fell ist die eigentliche Aufgabe
Der Standard beschreibt das Haar als reichlich, von guter harter Struktur, nicht gerade, sondern zottig und ohne Locken. Kopf und Schädel sind gut mit Haar bedeckt, die Hinterläufe stärker behaart als der Rest des Körpers.
Dann folgt ein Satz, der Haltern viel Ärger ersparen könnte: Qualität und Textur sind wichtiger als Länge und Haarmenge. Meine langjährige Erfahrung sagt, dass genau hier die meisten Fehler passieren — ein zu weiches, zu langes Fell verfilzt schneller, als jeder Halter bürsten kann.
Vier Fragen vor der Anschaffung
- Kannst du täglich Zeit für die Fellpflege einplanen?
- Wer schert den Hund, wenn das Fell verfilzt?
- Passt ein Hütehund mit Arbeitsanlage in deinen Alltag?
- Wie viel Auslauf kannst du bei jedem Wetter bieten?
Welche Farbe im Standard steht, zeigt auch Graue Hunde.
Mir begegnet außerdem oft die Frage nach dem Namen Bobtail. Er stammt von der früher üblichen Rutenkürzung, die in Deutschland nach § 6 des Tierschutzgesetzes verboten ist. Wie sich Rassenamen und Wirklichkeit auseinanderentwickeln, zeigt auch Hunderassen mit E.
Bei der Farbe ist der Standard klar. Zugelassen ist jede Schattierung von grau, grizzle oder blau. Körper und Hinterläufe sind durchgehend einfarbig, mit oder ohne weiße Socken. Kopf, Hals, Vorderhand und Unterbauch sollten weiß sein. Jeder Anflug von Braun ist unerwünscht.
Was für die Haltung gilt
§ 2 der Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ausreichenden Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen.
Für die Prägephase nennt das zuständige Bundesministerium vier Stunden täglichen Umgang bis zur zwanzigsten Lebenswoche. Aus meiner Erfahrung entscheidet bei langhaarigen Rassen zusätzlich, ob der Welpe das Bürsten früh als normal kennenlernt.
Mir ist bei dieser Rasse noch etwas anderes wichtig. Ein Hund mit dichter Unterwolle und wasserdichtem Flor kommt im Winter gut zurecht — im Hochsommer dagegen schnell an seine Grenze. Ich verlege längere Runden dann konsequent in die frühen Morgenstunden.
Zur Zucht schreibt der Standard einen eigenen Hinweis: Verwendet werden sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde. Zu rassetypischen Erkrankungen macht der Text selbst keine Angaben — dazu berät die Tierarztpraxis.
Unabhängig von der Rasse gilt: Haut und Fell brauchen B-Vitamine. Gebündelt stecken sie im Lucky Pets Vitamin B-Komplex auf Basis inaktivierter Bierhefe.

Der Zusammenhang wird in Bearded Collie ausgeführt.
Woher der Bobtail stammt
Bei der Herkunft wird der Standard ungewöhnlich ehrlich. Registriert ist Großbritannien, wahrscheinlicher sei aber eine Mischung.

Der Text nennt die europäischen Schäferhunde Owtcharka und Bergamasco, gekreuzt mit den Schäferhunden Großbritanniens. Heute gilt der Hund trotzdem als ursprüngliche britische Rasse.
Der Zweitname steht im selben Abschnitt. Häufig werde er auch Bobtail genannt.
Drei Wörter fassen den Rest zusammen: kräftig, kompakt und reichlich behaart. Sein Fell nennt der Text ein auffälliges Merkmal, dazu wetterabweisend.
Kopf, Augen und Gangwerk
Der Schädel ist geräumig und ziemlich quadratisch, mit deutlichem Stopp. Der Fang misst ungefähr die halbe Länge des ganzen Kopfes.
Bei den Augen wird es interessant. Erlaubt sind dunkle Augen sowie Wall-Eyes, also Glasaugen. Zwei blaue Augen gelten als akzeptabel, helle Augen dagegen als unerwünscht.
Die Ohren sind klein und liegen flach an den Kopfseiten an. Unter dem Haar sieht man sie selten.
Beim Gangwerk beschreibt der Standard etwas, das man einmal gesehen haben muss. Im Schritt entwickelt der Bobtail ein bärenhaftes Rollen aus der Hinterhand.
Im Trab zeigt er mühelose Streckung mit sehr kräftigem Schub. Bei langsamem Tempo neigen einige Hunde zum Passgang.
Größe und Gewicht
Bei der Größe arbeitet der Standard mit einer Untergrenze statt mit einer Spanne. Für Rüden nennt er 61 Zentimeter und größer, für Hündinnen 56 Zentimeter und größer.
Nach oben bleibt der Text offen, stellt aber eine Bedingung. Typ und Symmetrie dürfen unter keinen Umständen nur der Größe wegen geopfert werden.
Ein Gewicht führt der Standard nicht auf. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein.
FCI-Rassestandard Nr. 16, deutsche Fassung, gültiger Standard vom 13.10.2010.
Wesen im Alltag
Zum Wesen hat der Standard genau einen Satz. Ein anpassungsfähiger Hund mit ausgeglichenem Wesen, kühn, treu und zuverlässig, ohne jegliches Zeichen von Nervosität oder unbegründeter Aggressivität.
Der geschichtliche Abriss desselben Textes ergänzt zwei Punkte. Der Bobtail sei im Wesentlichen ein Landhund, intelligent und freundlich.
Dazu komme ein auffällig klangvolles Bellen, das ausreicht, um Eindringlinge abzuschrecken. Genau das merken Halter in einem Reihenhaus als Erstes.
Besuch kündigt so ein Hund lautstark an, ohne dabei scharf zu sein. Beim Rückruf hilft dagegen die Anlage, denn ein Hütehund sucht die Rückmeldung von selbst.
Ich sehe die eigentliche Hürde woanders. Ein Hund mit Arbeitsanlage langweilt sich schnell, dann sucht er sich selbst eine Aufgabe.
Gesundheit und was der Standard ausschließt
Eine Lebenserwartung steht im FCI-Standard nicht. Zu rassetypischen Krankheiten schweigt er ebenfalls.

Aussagekräftig sind die disqualifizierenden Fehler. Genannt werden aggressive Hunde, übermäßig ängstliche Hunde sowie Tiere mit deutlichen körperlichen Abweichungen oder Verhaltensstörungen.
Zwei Sätze stehen als Nachbemerkung darunter. Rüden müssen zwei normal entwickelte Hoden im Hodensack haben. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen.
Beim Erscheinungsbild versteckt sich ein weiterer Hinweis. Die natürliche äußere Linie soll weder durch Scheren noch durch Schneiden künstlich verändert werden.
Für die Zucht in Deutschland gilt zusätzlich § 11b des Tierschutzgesetzes. Er verbietet Paarungen, bei denen die Nachkommen Schmerzen, Leiden oder Schäden zu erwarten haben.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Der erste Schritt führt zum Zuchtverband. Frag nach Papieren, nach dem Zuchtbuch und danach, unter welchem Dachverband der Züchter arbeitet.
Danach zählt der Besuch vor Ort. Sieh dir das Muttertier beim Wurf an, nicht nur auf Fotos.
Achte darauf, wo die Welpen aufwachsen. Ein Hütehund, der die ersten Wochen mitten im Haushalt erlebt, tut sich später leichter.
Frag nach Untersuchungen der Elterntiere, nach Impf- und Wurmstatus und nach dem Abgabealter. Wie so ein Hund im Alltag wirkt, beschreibt Der Bobtail.
Ein Punkt ist bei dieser Rasse besonders wichtig. Lass dir zeigen, wie das Fell gepflegt wird. Übe es einmal selbst, bevor du zusagst.
Passt der Altenglische Schäferhund zu dir?
Er passt zu Menschen, die Fellpflege nicht als lästige Pflicht sehen. Ohne feste Zeiten dafür wird aus dem Haarkleid in wenigen Wochen ein Filz.
Er passt zu Haushalten mit Platz und mit Freude an jedem Wetter. Ein Landhund braucht Wege, auf denen er sich strecken kann.
Er passt zu Familien, die Trubel mögen. Sein Bellen gehört zu ihm, vollständig abstellen lässt es sich nicht.
Er passt nicht zu jemandem, der einen ruhigen, pflegeleichten Begleiter sucht. Diese Rasse ist beides nicht.
Für Anfänger bleibt er machbar, sofern die Pflege fest im Kalender steht. Ich rate zusätzlich zu einer Hundeschule von Anfang an.
Fazit: Eine FCI-Rasse namens Englischer Schäferhund existiert nicht. Gemeint ist in aller Regel der Altenglische Schäferhund, im Original Old English Sheepdog, den die FCI mit der Nummer 16 in Gruppe 1 unter Großbritannien führt. Der Standard gilt seit dem 13. Oktober 2010 und nennt als Verwendung Schäferhund. Rüden erreichen 61 Zentimeter und mehr, Hündinnen 56 und mehr. Der Hund steht niedriger im Widerrist als in der Lendenpartie. Das Haar ist reichlich, hart und zottig, die Unterwolle bildet einen wasserdichten Flor. Erlaubt ist jede Schattierung von grau, grizzle oder blau, jeder Anflug von Braun gilt als unerwünscht. Der amerikanische English Shepherd steht weder in der Nomenklatur noch in der Liste der provisorisch anerkannten Rassen.
Häufige Fragen zum Englischen Schäferhund
Gibt es eine Rasse namens Englischer Schäferhund?
In der FCI nicht. Dort heißt die passende Rasse Altenglischer Schäferhund mit der Nummer 16.
Wie heißt sie auf Englisch?
Old English Sheepdog. Umgangssprachlich läuft sie oft als Bobtail.
Englischer Schäferhund: Wie groß wird sie?
Rüden 61 Zentimeter und größer, Hündinnen 56 und größer.
Englischer Schäferhund: Welche Farben nennt der Standard?
Jede Schattierung von grau, grizzle oder blau. Braun ist unerwünscht.
Englischer Schäferhund: Wie beschreibt der Standard das Wesen?
Anpassungsfähig, ausgeglichen, kühn, treu und zuverlässig — ohne Nervosität oder unbegründete Aggressivität.
Was ist am Körperbau besonders?
Der Hund steht niedriger im Widerrist als in der Lendenpartie.
Wie ist das Haar beschaffen?
Reichlich, hart und zottig, ohne Locken. Die Unterwolle bildet einen wasserdichten Flor.
Ist Länge des Fells das Wichtigste?
Nein. Der Standard nennt Qualität und Textur ausdrücklich wichtiger als Länge und Menge.
Was ist mit dem amerikanischen English Shepherd?
Er steht weder in der FCI-Nomenklatur noch in der provisorischen Liste.
Welche britischen Hütehunde führt die FCI?
Sechs: Old English Sheepdog, Bearded Collie, Border Collie, beide Collie-Varianten und Shetland Sheepdog.
Wo steht der Border Collie?
Ebenfalls in Gruppe 1, mit der Nummer 297.
Englischer Schäferhund: Was sagt der Standard zur Zucht?
Verwendet werden sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde.
Quellen
- FCI-Nomenklatur Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde, deutsche Fassung
- FCI-Rassestandard Nr. 16 – Old English Sheepdog, deutsche Fassung (PDF)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 – Allgemeine Anforderungen an das Halten
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Zu Gesundheit und Belastbarkeit des einzelnen Hundes berät die Tierarztpraxis.
