Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 26.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- 26 Prozent der nicht kastrierten Hündinnen erkranken bis zum zehnten Lebensjahr.
- Rund 60 Prozent der Fälle treten in den Wochen nach der Läufigkeit auf.
- Ohne sichtbaren Ausfluss ist es gefährlicher, nicht harmloser.
- Der Ultraschall klärt es meist in Minuten.
Kaum eine Erkrankung der Hündin ist so häufig und wird zu Hause so lange übersehen. Das liegt daran, dass die auffälligsten Zeichen fehlen können.
Die kurze Antwort
Eine mit Eiter gefüllte Gebärmutter, medizinisch Pyometra. Sie trifft jede vierte nicht kastrierte Hündin bis zum zehnten Lebensjahr.
Der entscheidende Punkt
Ob Eiter austritt, hängt am Gebärmutterhals. Ist er zu, wird es schneller lebensbedrohlich.
Wie häufig es wirklich ist
Die Zahlen der Universität Zürich sind eindeutiger, als viele erwarten. Bis zum zehnten Lebensjahr erkranken 26 Prozent der intakten Hündinnen an einer Pyometra.

Das Risiko steigt dabei mit dem Alter. Haben Hündinnen erst zehn Prozent ihrer mittleren Lebenserwartung erreicht, liegt es bei 11 Prozent.
Gegen Lebensende sieht es anders aus. Bei 90 bis 100 Prozent der mittleren Lebenserwartung beträgt das Risiko 39 Prozent.
Zahlen nach CliniPharm der Universität Zürich. Sie gelten für nicht kastrierte Hündinnen.
Aus meiner Erfahrung wird diese Steigerung unterschätzt. Eine zehnjährige Hündin ist keine Ausnahme, sie ist der Regelfall — Grundlagen zum Zyklus stehen in Läufigkeit bei der Hündin.
Der Zeitpunkt im Zyklus
In rund 60 Prozent der Fälle tritt die Erkrankung nach der Läufigkeit auf, in der Gelbkörperphase. Das sind grob die Wochen vier bis acht danach.
Ausgeschlossen ist sie in anderen Phasen nicht. Sie kann in jeder Zyklusphase auftreten und auch nach Hormongaben von außen.
Betroffen sind meist ältere, nicht kastrierte Hündinnen mit einem mittleren Alter von sieben Jahren. Dokumentiert sind aber Fälle mit vier und mit zehn Monaten.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Wer den Läufigkeitsbeginn im Kalender hat, spart im Ernstfall Zeit. Die Frage nach dem Datum kommt in jeder Praxis — mehr dazu in Vulva beim Hund.

Warum fehlender Ausfluss schlechter ist
Viele Halter warten auf Eiter. Genau das ist der gefährliche Denkfehler.
Ist der Gebärmutterhals offen, läuft der Eiter ab und man sieht ihn. Ist er geschlossen, sammelt sich alles in der Gebärmutter.
Dann fehlt das auffälligste Zeichen, während der Zustand schneller kritisch wird. Der Bauch wird größer, der Hund matter.
Der Eiter drückt von innen, ohne dass etwas abfließen kann. Genau deshalb ist die geschlossene Form die gefährlichere.
Zwei Zeichen kommen dann fast immer dazu. Der Hund trinkt auffällig viel. Und er wirkt schlapper, als es zum Alter passt.
Sofort in die Praxis bei diesen Zeichen
- Blasse Schleimhäute am Zahnfleisch.
- Blut im Urin.
- Ein aufgetriebener oder schmerzhafter Bauch.
- Erbrechen, oft zusammen mit auffällig viel Trinken.
- Schwäche, schneller Puls, Teilnahmslosigkeit.
Starke Blutungen und eine Pyometra können zum Schock führen. Dann wird zuerst der Kreislauf stabilisiert und erst danach weiter untersucht.
Diese Reihenfolge stammt aus dem Notfallbeitrag von Thieme Tiermedizin. Ich halte sie für den wichtigsten Satz, den Halter kennen sollten: Erst der Kreislauf, dann die Diagnostik.
Welche Rassen häufiger betroffen sind

CliniPharm nennt eine Reihe von Rassen mit höherer Häufigkeit. Die Erkrankung tritt bei ihnen oft schon früher auf.
Genannt werden unter anderem Rottweiler, Deutsche Dogge, Bernhardiner und Chow Chow. Dazu Golden und Labrador Retriever sowie Zwergschnauzer.
Auch Irish und Airedale Terrier stehen auf der Liste, ebenso Cavalier King Charles Spaniel, Leonberger und Berner Sennenhund. Das deutet auf eine genetische Veranlagung hin.
Ich rate Haltern dieser Rassen deshalb zu einer festen Regel. Nach jeder Läufigkeit acht Wochen lang genauer hinsehen — vor allem auf die Trinkmenge, wie in Trinkverhalten beim Hund beschrieben.
Wie untersucht und behandelt wird
Die Diagnose ist mittels Ultraschalluntersuchung in der Regel einfach zu stellen. Das ist die gute Nachricht an diesem Thema.
Dazu gehört eine gynäkologische Untersuchung mit einer Spiegelung der Scheide. Bei Verdacht auf eine Entzündung kommt eine Zellprobe dazu.
Bei dieser Untersuchung werden einzelne Zellen unter dem Mikroskop beurteilt. LABOKLIN liefert den Befund gewöhnlich am selben Tag.
Die sicherste und wirksamste Behandlung ist die Ovariohysterektomie, also die Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter. In ausgewählten Fällen ist eine konservative Behandlung möglich.
Ich sehe die Entscheidung darüber klar bei der Praxis. Sie hängt vom Zustand des Tieres ab, nicht vom Wunsch nach einem Wurf — mehr dazu in Kastration beim Hund.
Mir ist wichtig, dass niemand über Nacht abwartet. Wie sich der ganze Trakt aufbaut, steht in Weibliche Anatomie des Hundes.
Fazit: Bis zum zehnten Lebensjahr erkranken 26 Prozent der nicht kastrierten Hündinnen an einer Gebärmuttervereiterung. Gegen Lebensende steigt das Risiko auf 39 Prozent. Rund 60 Prozent der Fälle treten nach der Läufigkeit in der Gelbkörperphase auf. Fehlender Ausfluss bedeutet nicht Entwarnung, sondern einen geschlossenen Gebärmutterhals. Blasse Schleimhäute, Blut im Urin, ein aufgetriebener Bauch, Erbrechen oder Schwäche gehören sofort in die Praxis. Der Ultraschall klärt es meist schnell. Als sicherste Behandlung gilt die Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter.
Häufige Fragen zur Gebärmutterentzündung beim Hund
Gebärmutterentzündung: Wie häufig ist eine Gebärmuttervereiterung?
Bis zum zehnten Lebensjahr erkranken 26 Prozent der nicht kastrierten Hündinnen.
Gebärmutterentzündung: Steigt das Risiko mit dem Alter?
Deutlich. Bei zehn Prozent der mittleren Lebenserwartung liegt es bei 11 Prozent, gegen Lebensende bei 39 Prozent.
Wann tritt sie meist auf?
In rund 60 Prozent der Fälle nach der Läufigkeit, in der Gelbkörperphase.
Kann sie auch sonst auftreten?
Ja, in jeder Zyklusphase und nach Hormongaben von außen.
Wie alt sind betroffene Hündinnen?
Im Mittel sieben Jahre. Dokumentiert sind aber auch Fälle mit vier und mit zehn Monaten.
Gebärmutterentzündung: Welche Rassen sind häufiger betroffen?
Unter anderem Rottweiler, Bernhardiner, Golden und Labrador Retriever, Berner Sennenhund und Cavalier King Charles Spaniel.
Gebärmutterentzündung: Woran erkenne ich einen Notfall?
An blassen Schleimhäuten, Blut im Urin, aufgetriebenem Bauch, Erbrechen und Kreislaufschwäche.
Muss immer Eiter austreten?
Nein. Bleibt der Gebärmutterhals geschlossen, sieht man von außen nichts.
Gebärmutterentzündung: Wie wird die Diagnose gestellt?
In der Regel einfach über eine Ultraschalluntersuchung.
Was gehört noch zur Untersuchung?
Eine gynäkologische Untersuchung mit Spiegelung der Scheide.
Gebärmutterentzündung: Wie wird behandelt?
Die Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter ist die sicherste und wirksamste Behandlung.
Geht es auch ohne Operation?
In ausgewählten Fällen ist eine konservative Behandlung möglich.
Quellen
- CliniPharm, Universität Zürich – Pyometra beim Hund
- Thieme Tiermedizin – Notfall: Vaginalausfluss
- LABOKLIN – Zytologie
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Der Verdacht auf eine Gebärmuttervereiterung ist ein Notfall und gehört sofort tierärztlich abgeklärt.
