Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 24.08.2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- 🔴 Die Zeichnung heißt im Standard Brand.
- Die Positionen sind je Rasse genau festgelegt.
- Der Dobermann kommt auch in Braun vor.
- Beim Schäferhund ist Weiß disqualifizierend.
Schwarzer Hund mit braunen Abzeichen über den Augen — das Bild kennt jeder. Was kaum jemand weiß: Diese Zeichnung hat einen Fachnamen. Ihre Position ist in den Rassestandards auf den Zentimeter beschrieben.
Die kurze Antwort
Die Zeichnung heißt Brand. Sie ist keine Farbe, sondern eine festgelegte Verteilung heller Abzeichen.
🔴 Der entscheidende Punkt
Jede Rasse hat eigene Vorgaben, wo der Brand sitzen muss. Abweichungen sind Fehler.
Der Rottweiler: Brand an sieben Stellen
Der FCI-Standard Nr. 147 formuliert es knapp. Die Farbe ist schwarz mit gut abgegrenzten Abzeichen, dem Brand, von satter rotbrauner Färbung.

Die Positionen zählt der Standard einzeln auf: Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufe. Dazu über den Augen und unter der Rutenwurzel.
Eingeordnet ist die Rasse in Gruppe 2, Sektion 2.1, bei den Molossoiden vom doggenartigen Typ, mit Arbeitsprüfung. Rüden messen 61 bis 68 cm bei rund 50 kg, Hündinnen 56 bis 63 cm bei rund 42 kg.
Aus meiner Erfahrung achten Halter beim Welpenkauf auf die Farbe, nicht auf die Position. Dabei ist genau die das Rassemerkmal. Wie stark Farbe sonst als Verkaufsargument wirkt, zeigt Blue Line Hund.
🔴 Der Dobermann kommt in zwei Varietäten
Beim FCI-Standard Nr. 143 steht ein Satz, der viele überrascht. Der Dobermann wird in zwei Farbvarietäten gezüchtet: Schwarz oder Braun, jeweils mit rostrotem, scharf abgegrenztem und sauberem Brand.
FCI-Standard Nr. 143, deutsche Fassung.
Das Haar ist kurz, hart und dicht. Es liegt fest an. Unterwolle ist ausdrücklich nicht statthaft. Rüden messen 68 bis 72 cm bei etwa 40 bis 45 kg, Hündinnen 63 bis 68 cm bei etwa 32 bis 35 kg.

Der Dackel: Brand mit Farbregel
Der FCI-Standard Nr. 148 für den Dachshund führt drei Farbmuster. Unter Buchstabe b stehen die Zweifarbigen: tiefschwarz oder braun, jeweils mit zur Grundfarbe passenden Abzeichen.
Für den Brand gilt eine eigene Regel. Je dunkler, desto besser. Und so rein wie möglich. Ein zu stark verbreiteter Brand ist ebenso unerwünscht wie ein zu gering ausgeprägter.
Die Positionen sind wieder genau benannt. Sie liegen über den Augen, an den Seiten des Fanges und der Unterlippe sowie am inneren Behangrand. Dazu kommen Vorbrust, Innen- und Hinterseiten der Läufe, Pfoten und der Bereich um den Anus. Von dort zieht sich der Brand bis zu einem Drittel oder der Hälfte der Rutenunterseite.
Dazu kommt eine Farbregel für die Nase. Bei schwarzer Grundfarbe sind Nase, Krallen und Ballen schwarz, bei brauner Grundfarbe braun. Ein weißer Fleck bis 3 cm Durchmesser ist nur an der Brust erlaubt. Zur Größenfrage bei dieser Rasse passt Großer Dackel.
Der Deutsche Schäferhund

Der FCI-Standard Nr. 166 für den Deutschen Schäferhund beschreibt die Farben etwas offener. Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgrauen Abzeichen. Dazu schwarz einfarbig und grau mit dunklerer Wolkung, schwarzem Sattel und Maske.
Kleine weiße Brustabzeichen und helle Innenseiten sind zugelassen, aber nicht erwünscht. Die Nasenkuppe muss bei allen Farbschlägen schwarz sein.
Bei den disqualifizierenden Fehlern steht ein Punkt, der regelmäßig für Diskussionen sorgt. Die Haarfarbe weiß führt zur Disqualifikation, auch bei dunklen Augen und Nägeln.
Woran du eine saubere Zeichnung erkennst
- 🔴 Der Brand ist scharf abgegrenzt, nicht verwaschen.
- Die Positionen entsprechen dem Rassestandard.
- Weiß tritt nur dort auf, wo es erlaubt ist.
- Nase und Ballen passen zur Grundfarbe.
- Die Färbung ist satt, nicht ausgeblichen.
Meine langjährige Erfahrung sagt: Ein verwaschener Brand ist kein Gesundheitsproblem, aber ein Hinweis auf lockere Zuchtauswahl.
Warum das mehr als Optik ist
Ich lese diese Vorgaben nicht als Schönheitsregeln. Sie machen Zuchtentscheidungen überprüfbar. Wer im Ring bewertet, braucht messbare Kriterien. Mein Eindruck nach vielen Standards: Je genauer die Beschreibung, desto weniger Spielraum für Modewellen.
Eine Grenze zieht dabei das Recht. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen erblich bedingt Körperteile oder Organe fehlen, untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Leiden entstehen.
Das zuständige Bundesministerium ergänzt: Für Hunde mit Qualzuchtmerkmalen gilt ein Ausstellungsverbot. Es umfasst alle Veranstaltungen mit Beurteilung, Prüfung oder Vergleich.
Für dich als Halter heißt das etwas Praktisches. Wenn ein Angebot mit einer ungewöhnlichen Zeichnung wirbt, lohnt der Blick in den Standard. Einen Überblick über die Rassen gibt Hunderassen von A bis Z.
Und noch etwas: Die Zeichnung sagt nichts über das Wesen. Ein Rottweiler mit perfektem Brand ist deshalb kein einfacherer Hund. Ich habe schon beide Extreme erlebt, bei Hunden mit identischer Zeichnung. Was das im Alltag bedeutet, zeigt Kaukasischer Bärenhund.
Fazit: Die schwarz-braune Zeichnung heißt im Rassestandard Brand. Beim Rottweiler nach Standard Nr. 147 ist die Farbe schwarz mit gut abgegrenzten Abzeichen von satter rotbrauner Färbung an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen sowie über den Augen und unter der Rutenwurzel. Der Dobermann wird nach Standard Nr. 143 in zwei Varietäten gezüchtet, schwarz oder braun, jeweils mit rostrotem, scharf abgegrenztem Brand an Fang, Backen, Augenbrauenbögen, Kehle, Brust, Mittelfüßen, Pfoten, Innenseiten der Hinterschenkel sowie After und Sitzbeinhöcker. Beim Dackel nach Standard Nr. 148 gilt für Zweifarbige tiefschwarz oder braun mit passenden Abzeichen, wobei ein dunkler, reiner Brand bevorzugt wird und ein weißer Fleck nur bis 3 cm an der Brust erlaubt ist. Der Deutsche Schäferhund nach Standard Nr. 166 kommt schwarz mit rotbraunen bis hellgrauen Abzeichen, schwarz einfarbig oder grau mit schwarzem Sattel und Maske vor. Weiße Haarfarbe ist dort ein disqualifizierender Fehler.
Häufige Fragen zur schwarz-braunen Zeichnung
🔴 Wie heißt die schwarz-braune Zeichnung richtig?
Brand. So steht es in den Rassestandards.
Ist Brand eine Farbe?
Nein. Es ist eine festgelegte Verteilung heller Abzeichen auf dunkler Grundfarbe.
Welche Rassen tragen sie?
Unter anderem Rottweiler, Dobermann, Dackel und Deutscher Schäferhund.
Wo sitzt der Brand beim Rottweiler?
An Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen sowie über den Augen und unter der Rutenwurzel.
🔴 Gibt es den Dobermann auch in Braun?
Ja. Der Standard nennt zwei Varietäten: Schwarz oder Braun, jeweils mit rostrotem Brand.
Wo sitzt der Brand beim Dobermann?
Am Fang, auf den Backen, über den Augenbrauenbögen, an der Kehle, auf der Brust und an den Läufen.
Wie ist es beim Dackel geregelt?
Zweifarbige sind tiefschwarz oder braun mit passenden Abzeichen. Je dunkler der Brand, desto besser.
Darf ein Dackel weiß haben?
Nur einen kleinen Fleck bis 3 cm Durchmesser an der Brust.
Welche Farben hat der Deutsche Schäferhund?
Schwarz mit rotbraunen bis hellgrauen Abzeichen, schwarz einfarbig oder grau mit schwarzem Sattel.
🔴 Darf ein Schäferhund weiß sein?
Nein. Weiße Haarfarbe ist ein disqualifizierender Fehler.
Was ist bei der Nase vorgeschrieben?
Beim Deutschen Schäferhund muss die Nasenkuppe bei allen Farbschlägen schwarz sein.
Warum ist die Position so genau geregelt?
Weil der Brand ein Zuchtmerkmal ist und im Ring beurteilt wird.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 147 – Rottweiler, deutsche Fassung (PDF)
- FCI-Rassestandard Nr. 143 – Dobermann, deutsche Fassung (PDF)
- Tierschutzgesetz § 11b – Verbot des Züchtens von Wirbeltieren
- Bundesministerium (BMLEH) – Mehr Tierschutz bei Hunden
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Fragen zu Rasse und Gesundheit hilft deine Tierarztpraxis weiter.
