Schoßhunde: welche Rassen wirklich gemeint sind

Schoßhunde: welche Rassen wirklich gemeint sind

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • „Schoßhund“ ist ein Sammelbegriff. Kynologisch entspricht ihm die FCI-Gruppe 9.
  • Der Dackel gehört nicht dazu — sein Standard führt ihn als Jagdhund in Gruppe 4.
  • Chihuahuas unter 1 kg werden laut Standard disqualifiziert.
  • Mops- und Pekingese-Standard verlangen ausdrücklich freie Atemwege.

Schoßhunde sind schnell aufgezählt und selten sauber definiert. Der Begriff steht in keinem Rassestandard. Was es gibt, ist eine eigene FCI-Gruppe für genau diese Hunde. Ich schaue hinein und nenne Zahlen, die sich belegen lassen. Danach kommt der Teil, der bei kleinen Rassen wirklich zählt.

Die kurze Antwort

Gemeint sind die Rassen der FCI-Gruppe 9, der Gesellschafts- und Begleithunde. Dazu zählen Mops, Pekingese, Chihuahua, Malteser und der Cavalier King Charles Spaniel.

Der Punkt, den viele übersehen

Klein heißt nicht pflegeleicht. Bei mehreren dieser Rassen enthalten die Standards ausdrückliche Sätze zu Atmung, Augen und Gewicht.

Was ein Schoßhund ist — und was nicht

Gemeint ist eine Rolle, keine Abstammung: ein kleiner Hund, der beim Menschen liegt. Historisch waren das Hunde ohne Arbeitsauftrag, gehalten zur Gesellschaft.

Die Kynologie hat dafür eine eigene Schublade. Sie heißt Gruppe 9, Gesellschafts- und Begleithunde. Elf Sektionen sind es darin. Bichons, englische Gesellschaftsspaniel, Chihuahua, kleine doggenartige Hunde und weitere.

Alle Rassen dieser Gruppe tragen den Zusatz „ohne Arbeitsprüfung“. Für die Zucht zählt also keine Leistung im Feld. Genau das trennt sie von Jagd-, Hüte- und Diensthunden.

Wacher kleiner Hund steht aufmerksam im Freien
Gruppe 9 der FCI versammelt die Gesellschafts- und Begleithunde. Foto: Maciek Godlewski / Wikimedia Commons, CC BY 2.5

Deshalb fällt der Dackel heraus. Sein Standard führt ihn in Gruppe 4 und nennt als Verwendung Jagdhund über und unter der Erde. Klein ist er, ein Begleithund im kynologischen Sinn ist er nicht. Was hinter ähnlichen Zuschreibungen steckt, zeigt Handtaschenhund.

Wer den Unterschied zu ausgebildeten Hunden sucht, findet ihn in Was ist ein Begleithund.

Die Rassen und ihre Zahlen

Bei kleinen Rassen wird oft nur über Größe geredet. Die Standards regeln teils etwas anderes, nämlich das Gewicht. Beim Chihuahua sogar ausschließlich.

Rasse Standard Größe Gewicht
RasseMops StandardNr. 253 Größeim Standard nicht angegeben Gewichtideal 6,3 bis 8,1 kg
RassePekingese StandardNr. 207 Größeim Standard nicht angegeben Gewichtideal nicht über 5 kg (Rüde), 5,4 kg (Hündin)
RasseChihuahua StandardNr. 218 Größewird ausdrücklich nicht berücksichtigt Gewicht1 bis 3 kg, ideal 1,5 bis 2,5 kg
RasseMalteser StandardNr. 65 GrößeRüden 21 bis 25 cm, Hündinnen 20 bis 23 cm Gewicht3 bis 4 kg
RasseCavalier King Charles Spaniel StandardNr. 136 Größeim Standard nicht angegeben Gewicht5,5 bis etwa 8 kg

Alle Werte wörtlich aus den deutschen Fassungen der genannten FCI-Standards, abgerufen am 27. August 2026.

Beim Chihuahua steht der klarste Satz. In dieser Rasse wird die Größe nicht berücksichtigt, sondern nur das Gewicht. Erlaubt sind 1 bis 3 Kilogramm, ideal 1,5 bis 2,5.

Dahinter folgt eine Grenze, die selten zitiert wird. Hunde unter 1 Kilogramm oder über 3 Kilogramm werden disqualifiziert. Wer also mit Teacup-Größe wirbt, wirbt mit einem Ausschlussgrund. Zur Rasse selbst gibt es Chihuahua kaufen.

Der Malteser ist die einzige Rasse in dieser Auswahl mit einer klaren Höhenangabe. Rüden 21 bis 25 Zentimeter, Hündinnen 20 bis 23, bei 3 bis 4 Kilogramm. Mehr dazu in Der Malteser.

Wesen: was die Standards wirklich schreiben

Hier lohnt der Blick ins Original, weil die Beschreibungen erstaunlich verschieden ausfallen.

Beim Mops steht: viel Charme, Würde und Intelligenz, ausgeglichen, fröhlich und lebhaft. Das passt zum Bild, das die meisten von ihm haben. Sein Porträt steht in Der Mops.

Beim Pekingese klingt es anders. Furchtlos, treu, distanziert, nicht ängstlich oder aggressiv. Distanziert ist dabei kein Versehen, sondern Zuchtziel. Wer einen anschmiegsamen Hund sucht, liest hier eine Warnung. Mehr dazu in Der Pekinese.

Der Chihuahua-Standard nennt vier Eigenschaften: lebhaft, wachsam, ruhelos und sehr mutig. Ruhelos steht dort tatsächlich. Ein ruhiger Hund fürs Sofa ist damit nicht beschrieben.

Der Cavalier King Charles Spaniel bekommt die freundlichste Beschreibung. Unternehmungslustig, liebevoll, absolut furchtlos, fröhlich, nicht streitsüchtig, ohne Neigung zu Nervosität. Sein Porträt findest du unter Cavalier King Charles Spaniel.

Ein Mensch hält einen wachen Hund im Freien im Arm
Nähe gehört zur Rolle, ersetzt aber keinen Kontakt zu Artgenossen. Foto: Wikimedia Commons, CC0

Aus meiner Erfahrung heraus wird dieser Unterschied beim Kauf am häufigsten übersehen. Vier kleine Hunde, vier sehr verschiedene Zuchtziele. Der Wunsch nach einem Kuschelpartner passt nicht auf jeden davon.

Kurzköpfigkeit: was in den Standards dazu steht

Mops und Pekingese sind kurzköpfig. Der Fang ist stark verkürzt, der Schädel bleibt breit. Fachleute nennen das Brachyzephalie.

Beide Standards enthalten dazu klare Sätze. Weich formuliert ist daran nichts. Beim Pekingese heißt es: Jegliche Anzeichen von Atembeschwerden oder Unfähigkeit korrekt zu laufen sind inakzeptabel und sollten streng bestraft werden.

Derselbe Standard verlangt einen Nasenschwamm, der nicht zu kurz ist, mit großen und offenen Nasenlöchern. Verengte Nasenlöcher sowie schwere, die Nase überhängende Falten sind inakzeptabel. Der Fang muss sichtbar sein.

Beim Mops steht Vergleichbares. Eine zusammengedrückte Nase und starke Faltenbildung auf dem Nasenrücken sind inakzeptabel und sollten schwer bestraft werden. Augen oder Nase dürfen nicht durch übermäßige Nasenfalten verdeckt sein.

Diese Sätze sind vergleichsweise neu in den Standards. Sie beschreiben kein Ideal, sie ziehen eine Grenze. Ein Hund, der nach zwei Minuten Spiel röchelt, entspricht seinem eigenen Rassestandard nicht.

Worauf ich bei kurzköpfigen Rassen zuerst schaue

  • Offene, weite Nasenlöcher bei beiden Elterntieren.
  • Ruhige Atmung im Stand, ohne hörbares Geräusch.
  • Sichtbarer Fang statt eines flachen Gesichts.
  • Keine Hautfalte, die Auge oder Nase berührt.
  • Ein Züchter, der von sich aus über Atmung spricht.

Zwergwuchs und das Gesetz

Über den Standards steht § 11b des Tierschutzgesetzes. Er verbietet die Zucht, wenn beim Züchter damit gerechnet werden muss, dass den Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen.

Dasselbe gilt, wenn diese Teile untauglich sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Das Gesetz bewertet damit die Zuchtentscheidung, nicht die Rasse.

Für kleine Rassen wird das an zwei Stellen konkret. Erstens bei der Atmung, wenn ein Hund seine Nase nicht mehr für die Nase nutzen kann. Zweitens beim Zwergwuchs, wenn Hunde immer kleiner gezüchtet werden.

Der Chihuahua-Standard zieht diese Linie selbst, mit der Untergrenze von einem Kilogramm. Er tut das ohne jeden Hinweis auf Gesundheit, allein über die Zuchtbewertung. Praktisch wirkt es trotzdem in dieselbe Richtung.

Mein Tipp: Frag beim Züchter nach dem Gewicht der Elterntiere, nicht nach dem des Welpen. Ein Welpengewicht sagt nichts, ein Elterngewicht unter dem Standard schon.

Haltung im Alltag

Kleine Hunde brauchen weniger Kilometer. Alles andere bleibt gleich. Auslauf im Freien, mehrmals täglich Umgang mit dem Menschen, regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Ein Punkt fällt bei Schoßhunden besonders oft unter den Tisch: der Kontakt zu anderen Hunden. Wer getragen wird, lernt Hundesprache nicht. Später wirkt derselbe Hund unsicher oder bellig.

Kopf eines wachen langhaarigen Hundes im Freien
Beim Malteser nennt der Standard 21 bis 25 Zentimeter für Rüden. Foto: Jakub Hałun / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Beim Tragen selbst bin ich zurückhaltend. Der Mops-Standard schreibt ausdrücklich, dass Substanz nicht mit Fettleibigkeit verwechselt werden darf. Ein Hund, der wenig läuft, nimmt zu.

Meine langjährige Erfahrung mit Haltern kleiner Rassen zeigt ein zweites Muster. Vieles wird durchgehen gelassen, weil es niedlich aussieht. Ein Chihuahua, der an der Leine pöbelt, tut dasselbe wie ein großer Hund.

Beim Fell trennen sich die Wege deutlich. Beim Malteser ist das Haar dicht, glänzend, von seidiger Textur und am ganzen Körper lang, ohne jede Locke. Beim Mops nennt der Standard es fein, glatt, weich, kurz und glänzend, weder harsch noch wollig. Der Pekingese soll laut seinem Standard nicht übermäßig behaart sein.

Daraus folgt der Pflegeaufwand. Langhaarige Rassen brauchen tägliche Aufmerksamkeit, sonst verfilzt das Haar hinter den Ohren zuerst. Kurzhaarige Rassen haaren dafür sichtbarer, als viele erwarten.

Ein dritter Punkt betrifft die Falten. Wo Haut auf Haut liegt, bleibt Feuchtigkeit. Ich schaue bei kurzköpfigen Rassen deshalb regelmäßig zwischen die Falten und trockne sie ab, bevor sich dort etwas festsetzt.

Bei den Zähnen lohnt der Blick besonders. Kleine Kiefer, gleich viele Zähne, wenig Platz. Wer die Ration ergänzen will, findet mit Petersilie, Apfeltrester, Süßholzwurzel, Pfefferminze und Thymian das Lucky Pets Zahnpflegepulver, gefüttert mit 0,3 g je Kilogramm Körpergewicht täglich zur Ration.

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Welpenkauf bei kleinen Rassen

Ich fange bei der Anzeige an. Steht dort Mini, Teacup oder XXS, lege ich sie weg. Diese Begriffe kommen in keinem Standard vor.

Frag nach Zuchtverband und Ahnentafel. Frag bei kurzköpfigen Rassen zusätzlich nach Untersuchungen der Atemwege. Ein guter Züchter hat darauf eine Antwort parat.

Dann fahr hin. Sieh dir das Muttertier an, im Ruhezustand und nach ein paar Metern Bewegung. Hörbares Atmen im Stand ist ein Ausschlusskriterium.

Beim Abgabealter gilt dasselbe wie bei jeder anderen Rasse. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Impfnachweis, Entwurmung und Chipnummer gehören auf Papier.

Passt ein Schoßhund zu dir?

Er passt zu dir, wenn du viel Zeit zu Hause verbringst. Diese Rassen sind auf Nähe gezüchtet, nicht auf Selbstständigkeit.

Er passt zu dir, wenn du in einer kleinen Wohnung lebst und trotzdem täglich rausgehst. Die Wohnungsgröße ist selten das Problem, die Bequemlichkeit schon.

Er passt nicht zu dir, wenn du einen unkomplizierten Hund suchst. Fellpflege, Zähne und bei kurzköpfigen Rassen die Atmung kosten Aufmerksamkeit.

Und er passt nicht zu dir, wenn ein besonders kleiner Hund das Ziel ist. Kleiner als der Standard heißt nicht besser. Es heißt außerhalb dessen, was geprüft wurde.

Fazit: Schoßhund ist ein Sammelbegriff, kynologisch entspricht ihm die FCI-Gruppe 9 der Gesellschafts- und Begleithunde. Der Dackel gehört trotz seiner Größe nicht dazu. Die Standards regeln bei diesen Rassen meist das Gewicht statt der Höhe, beim Chihuahua sogar ausschließlich — mit 1 bis 3 Kilogramm und Disqualifikation darunter. Bei Mops und Pekingese stehen ausdrückliche Sätze zu Nase und Atmung im Standard. Wer sie kennt, erkennt einen schlechten Wurf, bevor er einen Welpen im Arm hat.

Häufige Fragen zu Schoßhunden

Was ist ein Schoßhund?

Ein Sammelbegriff für kleine Hunde, die als Begleiter gehalten werden. Kynologisch entspricht ihm die FCI-Gruppe 9, die Gesellschafts- und Begleithunde.

Welche Rassen zählen dazu?

Unter anderem Mops, Pekingese, Chihuahua, Malteser, Bichon Frisé und der Cavalier King Charles Spaniel. Alle stehen in Gruppe 9.

Ist der Dackel ein Schoßhund?

Nein. Sein FCI-Standard führt ihn in Gruppe 4 und nennt als Verwendung Jagdhund über und unter der Erde.

Schoßhunde: Wie schwer wird ein Chihuahua?

Der Standard Nr. 218 nennt 1 bis 3 Kilogramm, ideal 1,5 bis 2,5. Hunde unter 1 oder über 3 Kilogramm werden disqualifiziert.

Was ist von Teacup-Chihuahuas zu halten?

Sie liegen unter der Untergrenze des Standards. Wer damit wirbt, wirbt mit einem disqualifizierenden Merkmal.

Schoßhunde: Wie schwer wird ein Mops?

Als ideales Gewicht nennt Standard Nr. 253 6,3 bis 8,1 Kilogramm. Eine Widerristhöhe führt er nicht auf.

Was sagen die Standards zur Atmung?

Beim Pekingese sind jegliche Anzeichen von Atembeschwerden inakzeptabel. Beim Mops gilt dasselbe für eine zusammengedrückte Nase und starke Nasenfalten.

Was heißt kurzköpfig?

Der Fang ist stark verkürzt, der Schädel bleibt breit. Fachleute sprechen von Brachyzephalie. Betroffen sind unter anderem Mops und Pekingese.

Was regelt § 11b Tierschutzgesetz?

Er verbietet die Zucht, wenn bei den Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe fehlen oder untauglich sind und dadurch Leiden entstehen.

Schoßhunde: Brauchen kleine Hunde weniger Bewegung?

Weniger Kilometer, nicht weniger Aufmerksamkeit. Auslauf, Sozialkontakt und Beschäftigung gehören bei jeder Größe dazu.

Schoßhunde: Wie groß wird ein Malteser?

Rüden 21 bis 25 Zentimeter, Hündinnen 20 bis 23 Zentimeter, bei 3 bis 4 Kilogramm. So steht es im Standard Nr. 65.

Woran erkenne ich einen guten Züchter kleiner Rassen?

An Papieren, am Muttertier beim Wurf und an freien Nasenlöchern der Elterntiere. Wer mit Extremen wirbt, ist der falsche Ansprechpartner.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Über Atmung, Augen und Zähne entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.