Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Die FCI führt 26 Rassen in Gruppe 9, verteilt auf elf Sektionen.
- Alle 15 hier vorgestellten Rassen stehen in dieser Gruppe.
- Keine Rasse der Gruppe 9 trägt den Vermerk „Mit Arbeitsprüfung".
- Den Pudel führt Standard Nr. 172 in vier Größen, nicht in drei.
Begleithundrassen sind mehr als ein hübsches Etikett. Bei der FCI gibt es dafür eine eigene Schublade mit Nummer. Darin stehen genau 26 Rassen. Ich habe die 15 bekanntesten herausgegriffen und in jedem Standard nachgesehen, was dort an Maßen und Wesen steht.
Die kurze Antwort
Begleithundrassen stehen bei der FCI in Gruppe 9. Sie heißt Gesellschafts- und Begleithunde, hat elf Sektionen und umfasst 26 Rassen.
Der Satz, der viele überrascht
Das Wort hypoallergen kommt in keinem Rassestandard vor. Weder beim Pudel noch beim Bichon Frisé steht ein Wort über Allergiker.
Gruppe 9: die Schublade für Begleithunde
Die Rassennomenklatur der Gruppe 9 heißt vollständig Gesellschafts- und Begleithunde. Am 27. August 2026 standen dort 26 endgültig anerkannte Rassen, geordnet in elf Sektionen.
Die Sektionen erzählen die Herkunft mit. Sektion 1 sammelt die Bichons, Sektion 5 die tibetischen Rassen, Sektion 8 die japanischen Spaniel und Pekingesen. Sektion 11 heißt kleine doggenartige Hunde.
Ein Detail fällt beim Durchgehen sofort auf. Keine einzige Rasse dieser Gruppe trägt den Vermerk zur Arbeitsprüfung. Bei Hütehunden oder Terriern steht er häufig, hier nirgends.
Das ist der eigentliche Unterschied. Diese Rassen wurden für das Leben neben Menschen gezüchtet, nicht für eine Aufgabe im Feld. Was der Begriff Begleithund in der Ausbildung bedeutet, klärt der Beitrag Was ist ein Begleithund.
Die 15 Rassen mit Standard und Maß
Ich habe jede der 15 Rassen im deutschsprachigen Standard nachgeschlagen. Auffällig ist, wie unterschiedlich die Standards messen. Manche nennen nur Zentimeter, andere nur Kilogramm.
Maße wörtlich aus den deutschsprachigen FCI-Standards, Sektionen aus der Nomenklatur der Gruppe 9, abgerufen am 27. August 2026.
Der Boston Terrier fällt aus dem Rahmen. Sein Standard teilt das Gewicht in drei Klassen ein: unter 6,8 Kilogramm, 6,8 bis unter 9 Kilogramm sowie 9 bis höchstens 11,3 Kilogramm.
Beim Chihuahua steht der ungewöhnlichste Satz. Dort wird die Größe gar nicht bewertet, sondern ausschließlich das Gewicht.

Der Pudel hat vier Größen, nicht drei
Fast überall im Netz liest man von drei Pudelgrößen. Der Standard Nr. 172 führt vier auf.
Die vier Pudel-Varietäten laut Standard Nr. 172
- Großpudel: über 45 cm bis 60 cm, mit einer Toleranz von zwei Zentimetern.
- Kleinpudel: über 35 cm bis 45 cm.
- Zwergpudel: über 28 cm bis 35 cm.
- Toypudel: über 24 cm bis 28 cm, erwünschtes Ideal 25 cm.
Der Standard verlangt beim Zwergpudel ausdrücklich, dass keine Verzwergungsmerkmale auftreten. Beim Toypudel sind sie ebenfalls ausgeschlossen.
Dieser Zusatz ist mehr als eine Formulierung. Er verlangt, dass ein Toypudel wie ein verkleinerter Kleinpudel aussieht. Ein Hund mit typischen Zwergwuchs-Merkmalen entspricht dem Standard nicht.
Als Wesen nennt derselbe Standard Loyalität sowie Lern- und Dressurfähigkeit. Mehr zu Fell und Haltung steht im Rasseporträt Pudel.
Warum hypoallergen in keinem Standard steht
Der Standard Nr. 215 beschreibt das Haar des Bichon Frisé sehr genau. Es besteht aus lockeren Korkenzieherlocken, das seidig dünne Unterfell muss hervortreten. Die Farbe ist reines Weiß.
Von Allergikern steht dort kein Wort. Ich habe beide Standards durchsucht, den des Bichon Frisé und den des Pudels. Null Treffer.
Das ist auch fachlich stimmig. Auslöser sind Eiweiße in Speichel, Hautschuppen und Urin, nicht die Haare selbst. Ein Hund, der wenig haart, verteilt diese Eiweiße nur langsamer im Raum.
Wer eine Allergie im Haushalt hat, entscheidet das nicht am Rassenamen. Was tatsächlich hilft, steht im Beitrag Hunde für Allergiker.
Fell und Pflege: drei ganz verschiedene Lager
Die 15 Rassen teilen sich beim Haar in drei Gruppen. Locken, langes Deckhaar und kurzes Glatthaar. Der Pflegeaufwand unterscheidet sich um den Faktor zehn.
Beim Bichon Frisé besteht das Deckhaar aus lockeren Korkenzieherlocken. Der Standard verlangt, dass das seidig dünne Unterfell hervortritt. Verfilzt, glatt oder wollartig darf das Fell nicht sein.
Der Pudel-Standard beschreibt sein Haar als üppig, von feiner, wolliger Textur, fein gekräuselt und bei Handauflegen elastisch. Dicht soll es sein, einheitlich lang und gleichmäßig gelockt.
Beim Havaneser misst das Deckhaar beim erwachsenen Hund 12 bis 18 Zentimeter. Sein Standard Nr. 250 verbietet dazu jede Art von Trimmen sowie das Ausgleichen der Haarlänge mit der Schere.
Ganz anders die kurzhaarige Fraktion. Der Boston Terrier trägt kurzes, glattes, glänzendes Haar von feiner Textur. Beim Mops steht fein, glatt, weich, kurz und glänzend, weder harsch noch wollig.

Wesen im Alltag: was die Standards versprechen
Nebeneinander gelesen ergeben die Wesensbeschreibungen ein klares Bild. Sie unterscheiden sich stärker, als das gemeinsame Etikett vermuten lässt.
Wesensbeschreibungen wörtlich aus den deutschsprachigen FCI-Standards, abgerufen am 27. August 2026.
Zwei Rassen stechen heraus. Der Bologneser gilt als der ruhigste, der Lhasa Apso als der eigenwilligste. Wer einen Hund für lange Abende sucht, liest diese Zeilen anders als jemand mit drei Kindern.
Solche Sätze beschreiben das Zuchtziel, nicht deinen Hund. Aus meiner Erfahrung treffen sie trotzdem erstaunlich oft zu, wenn ein Wurf aus einer sauberen Linie stammt.
Kurzköpfige Rassen: was die Standards verlangen
Vier der 15 sind kurzköpfig. Mops, Französische Bulldogge, Pekingese und Boston Terrier.
Der Pekingesen-Standard ist an dieser Stelle der deutlichste von allen. Jegliche Anzeichen von Atembeschwerden oder Unfähigkeit korrekt zu laufen sind inakzeptabel und sollen streng bestraft werden.
Ein zweiter Satz betrifft die Nase. Verengte Nasenlöcher sowie schwere, die Nase überhängende Falten gelten ebenfalls als inakzeptabel.
Dazu kommt § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist das Züchten, wenn Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt, wenn sie untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.
Für dich heißt das eine einfache Prüfung vor dem Kauf. Hör dem Welpen beim Atmen zu, nach dem Spielen und in Ruhe. Ein Hund, der im Liegen hörbar arbeitet, ist kein guter Start.

Alleinbleiben: die Kehrseite der Anhänglichkeit
Alle 15 Standards loben die Bindung an den Menschen. Genau daraus entsteht das häufigste Alltagsproblem dieser Gruppe.
Ein Hund, der für ständige Gesellschaft gezüchtet wurde, lernt das Alleinbleiben nicht nebenbei. Er lernt es in kleinen Schritten, mit Übung ab dem ersten Tag.
Ich arbeite dabei mit festen Abläufen und ruhigen Abschieden. Bei ohnehin nervösen Hunden gebe ich zusätzlich die Lucky Pets Relax Tabletten ins Futter. Sie enthalten L-Tryptophan, Baldrianwurzel, Hopfenblüten, Taigawurzel, Hanfsaat sowie Magnesium. Ein Ergänzungsfuttermittel ersetzt kein Training.

Welpenkauf: worauf du achten solltest
Der erste Schritt ist die Ahnentafel eines Vereins, der einem FCI-Mitgliedsverband angehört. In Deutschland ist das der VDH.
Der zweite Schritt ist die Frage nach der Größe der Elterntiere. Bei Rassen mit mehreren Varietäten entscheidet sie darüber, was aus deinem Welpen wird.
Mein Tipp: Fahr zum Wurf und sieh dir das Muttertier an. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Über Preise schreibe ich hier bewusst nichts, weil sie über die Zucht nichts aussagen.
Welche dieser Rassen passt zu dir?
Wer viel unterwegs ist, findet im Bichon Frisé einen ruhigen Reisebegleiter. Sein Standard sagt ausdrücklich, man könne ihn ohne weiteres überall mitnehmen.
Wer Bewegung sucht, landet beim Pudel oder beim Tibet-Terrier. Beide sind größer, beide lernen schnell, beide wollen Aufgaben.
Wer wenig Zeit für Fellpflege hat, sollte um die Sektion 1 einen Bogen machen. Meine langjährige Erfahrung sagt: Langes weißes Haar ist ein tägliches Versprechen, kein wöchentliches.
Fazit: Begleithundrassen sind bei der FCI keine vage Kategorie, sondern Gruppe 9 mit elf Sektionen und 26 Rassen. Alle 15 hier vorgestellten Rassen stehen darin. Keine einzige trägt den Vermerk zur Arbeitsprüfung. Der Pudel kommt in vier Größen von 24 bis 60 Zentimetern, der Bologneser gilt laut Standard als sehr gelassen. Der Pekingesen-Standard nennt jedes Anzeichen von Atembeschwerden inakzeptabel. Das Wort hypoallergen steht in keinem dieser Papiere.
Häufige Fragen zu Begleithundrassen
Was ist eine Begleithundrasse?
Bei der FCI ist das Gruppe 9, Gesellschafts- und Begleithunde. Dort stehen 26 Rassen in elf Sektionen.
Sind alle 15 vorgestellten Rassen dort eingetragen?
Ja. Ich habe die Nomenklatur der Gruppe 9 am 27. August 2026 durchgezählt, alle 15 stehen darin.
Wie viele Größen hat der Pudel?
Vier. Standard Nr. 172 kennt Großpudel, Kleinpudel, Zwergpudel und Toypudel.
Begleithundrassen: Wie groß wird ein Toypudel?
Über 24 Zentimeter bis 28 Zentimeter, ideal sind 25. Eine Toleranz von einem Zentimeter nach unten lässt der Standard zu.
Gibt es hypoallergene Hunde?
Das Wort steht in keinem der Rassestandards. Weder beim Pudel noch beim Bichon Frisé findet sich ein Hinweis auf Allergiker.
Welche Begleithundrasse ist die ruhigste?
Der Bologneser. Sein Standard Nr. 196 beschreibt ihn als sehr gelassen und insgesamt nicht sehr aktiv.
Wie schwer wird ein Cavalier King Charles Spaniel?
Standard Nr. 136 nennt 5,5 bis etwa 8 Kilogramm.
Braucht eine Begleithundrasse eine Arbeitsprüfung?
Nein. Keine einzige Rasse der Gruppe 9 trägt diesen Vermerk in der Nomenklatur.
Was steht im Pekingesen-Standard zur Atmung?
Jegliche Anzeichen von Atembeschwerden oder Unfähigkeit korrekt zu laufen gelten als inakzeptabel und sollen streng bestraft werden.
Welche ist die größte Rasse in Gruppe 9?
Der Großpudel mit bis zu 60 Zentimetern Widerristhöhe, gefolgt vom Tibet-Terrier mit 36 bis 41 Zentimetern.
Sind Begleithunde gute Anfängerhunde?
Oft ja, weil sie für das Leben neben Menschen gezüchtet wurden. Erziehung und Auslastung brauchen sie trotzdem.
Begleithundrassen: Woran erkenne ich einen seriösen Züchter?
An der Ahnentafel eines VDH-Vereins, am Muttertier beim Wurf und an der Bereitschaft, dir Fragen zu beantworten.
Quellen
- FCI – Rassennomenklatur, Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
- FCI-Standard Nr. 172 – Caniche/Pudel (deutsche Fassung)
- FCI-Standard Nr. 215 – Bichon à poil frisé (deutsche Fassung)
- § 11b Tierschutzgesetz – Verbot von Qualzucht
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Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Fragen zu Atmung, Gebiss oder Allergien gehören in eine Tierarztpraxis.
