Laizhou Hong: was über den Riesenhund feststeht

Laizhou Hong: was über den Riesenhund feststeht

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Im FCI-Rassenverzeichnis steht der Laizhou Hong nicht, auch nicht provisorisch.
  • Ohne Standard gibt es keine geprüfte Widerristhöhe und kein geprüftes Gewicht.
  • Der größte chinesische Hund im FCI-Register ist der Do-Khyi, Standard Nr. 230.
  • § 6 Tierschutz-Hundeverordnung verlangt ab 65 Zentimetern zehn Quadratmeter im Zwinger.

Der Laizhou Hong taucht in deutschen Beiträgen mit erstaunlich genauen Zahlen auf. Ich habe nachgesehen, woher sie stammen könnten. Die Antwort ist unbequem: nicht aus einem Rassestandard, denn den gibt es beim Weltverband nicht. Was sich belegen lässt, steht hier.

Die kurze Antwort

Die FCI führt den Laizhou Hong nicht. Weder unter dem Buchstaben L noch auf der Liste der provisorisch anerkannten Rassen taucht er auf.

Warum das für dich zählt

Kein Standard heißt: keine verbindliche Größe, kein Gewicht, keine zuchtausschließenden Fehler und keine Ahnentafel über einen FCI-Verband.

Was ich nachgesehen habe

Ich bin am 27. August 2026 das FCI-Rassenverzeichnis beim Buchstaben L durchgegangen. Acht Einträge stehen dort.

Es sind Labrador Retriever (122), Lagotto Romagnolo (298), Lakeland Terrier (70), Lancashire Heeler (360), Landseer (226), Lapinporokoira (284), Leonberger (145) und Lhasa Apso (227).

Diese Seiten führen auch Rassen, die erst provisorisch anerkannt sind. Zur Sicherheit habe ich zusätzlich die Liste der provisorisch anerkannten Rassen geprüft. Neunzehn Einträge, darunter der Kazakh Tazy und der Prager Rattler. Kein Laizhou Hong.

Über nationale chinesische Verbände sagt das nichts. Es sagt aber alles darüber, ob es eine international verbindliche Beschreibung dieser Hunde gibt.

Was ohne Rassestandard fehlt

Ein Rassestandard ist mehr als eine Beschreibung. Er ist die Grundlage, auf der ein Zuchtverband arbeitet.

Diese vier Dinge liefert ein Standard, hier fehlen sie

  • Eine verbindliche Widerristhöhe und, wo vorhanden, ein Gewicht.
  • Die zuchtausschließenden Fehler, an denen sich Züchter orientieren müssen.
  • Eine Einordnung in Gruppe und Sektion, aus der die ursprüngliche Aufgabe hervorgeht.
  • Eine Ahnentafel über einen Verein, der einem FCI-Mitgliedsverband angehört.

Aus meiner Erfahrung ist der letzte Punkt der praktisch wichtigste. Ohne Zuchtbuch fehlt jede Kontrolle über Verpaarungen.

Deshalb steht in diesem Beitrag keine Widerristhöhe. Deshalb steht hier kein Gewicht. Und deshalb steht hier auch keine Lebenserwartung.

Das ist keine Schwäche des Textes. Meine langjährige Erfahrung sagt: Eine erfundene Zahl schadet mehr als eine ehrliche Lücke. Wer einen Hund kaufen will, braucht belastbare Angaben, keine hübschen.

Wacher dunkler Hund sitzt aufmerksam im Gras
Wacher dunkler Hund sitzt aufmerksam im Gras Foto: Kreuzschnabel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die chinesischen Rassen, die im Register stehen

Wer nach einem großen Hund aus China sucht, findet im FCI-Register durchaus etwas. Sechs Rassen führt die Nomenklatur mit China als Ursprungs- oder Patronatsland.

Rasse Standard FCI-Gruppe Ursprung Maß laut Standard
RasseDo-Khyi (Tibetdogge) StandardNr. 230 FCI-GruppeGruppe 2, Sektion 2.2 UrsprungTibet (China) Maß laut StandardRüden mindestens 66 cm
RasseShar Pei StandardNr. 309 FCI-GruppeGruppe 2, Sektion 2.1 UrsprungChina Maß laut Standard44–51 cm
RasseChow Chow StandardNr. 205 FCI-GruppeGruppe 5, Sektion 5 UrsprungChina Maß laut StandardRüden 48–56 cm
RasseShih Tzu StandardNr. 208 FCI-GruppeGruppe 9, Sektion 5 UrsprungTibet (China) Maß laut Standardbis 27 cm, 4,5–8 kg
RassePekingese StandardNr. 207 FCI-GruppeGruppe 9, Sektion 8 UrsprungChina Maß laut StandardRüden bis 5 kg
RasseChinesischer Schopfhund StandardNr. 288 FCI-GruppeGruppe 9, Sektion 4 UrsprungChina Maß laut StandardRüden ideal 28–33 cm

Angaben wörtlich aus den deutschsprachigen FCI-Standards und der Rassennomenklatur, abgerufen am 27. August 2026.

Der Do-Khyi ist der Riese unter ihnen. Sein Standard Nr. 230 nennt für Rüden mindestens 66 Zentimeter und für Hündinnen mindestens 61 Zentimeter Widerristhöhe. Mehr dazu steht im Porträt Tibetan Mastiff.

Als Verwendung nennt sein Papier Begleithund, Wach- und Schutzhund. Das Wesen beschreibt es als unabhängig, mit Schutzinstinkt und Respekt einflößend. Genau diese Beschreibung suchen viele, die nach dem Laizhou Hong googeln.

Wesen: was die Standards der Nachbarn sagen

Die Wesensbeschreibungen dieser sechs Rassen liegen weit auseinander. Wer den Laizhou Hong als Wach- und Schutzhund sucht, findet die passende Beschreibung nur bei zweien.

Rasse Standard Wesen laut Standard
RasseDo-Khyi StandardNr. 230 Wesen laut StandardUnabhängig, mit Schutzinstinkt. Respekt einflößend. Höchst ausgeprägte Treue.
RasseShar Pei StandardNr. 309 Wesen laut StandardRuhig, unabhängig, treu, liebevoll zu den Mitgliedern seiner Familie.
RasseChow Chow StandardNr. 205 Wesen laut StandardEin ruhiger Hund, sehr wachsam. Eigenwillig, treu, jedoch zurückhaltend.
RasseShih Tzu StandardNr. 208 Wesen laut StandardIntelligent, lebhaft und aufmerksam. Freundlich und unabhängig.
RassePekingese StandardNr. 207 Wesen laut StandardFurchtlos, treu, distanziert, nicht ängstlich oder aggressiv.
RasseChinesischer Schopfhund StandardNr. 288 Wesen laut StandardFröhlich, niemals bösartig.

Wesensbeschreibungen wörtlich aus den deutschsprachigen FCI-Standards, abgerufen am 27. August 2026.

Ein Wort taucht bei vier von sechs auf: unabhängig oder eigenwillig. Das ist bei asiatischen Rassen kein Zufall, sondern eine Folge ihrer ursprünglichen Aufgabe.

Solche Zeilen beschreiben das Zuchtziel, nicht den einzelnen Hund. Sie sagen trotzdem, worauf du dich einstellen solltest. Ein Hund, der eigene Entscheidungen trifft, braucht Training statt Kommandos.

Ursprung: was über die Region gesagt werden kann

Laizhou liegt in der Provinz Shandong an der chinesischen Ostküste. Der Name der Hunde verweist auf diesen Ort.

Was dort über Generationen an Hunden gezüchtet wurde, ist nicht in einem international einsehbaren Zuchtbuch dokumentiert. Solche Landschläge gibt es weltweit. In Europa kennen wir dasselbe Muster bei nationalen Schlägen ohne FCI-Anerkennung.

Der Weg zur Anerkennung ist lang. Ein nationaler Verband stellt einen Antrag, die FCI prüft Population, Zuchtbuch und Standard. Erst danach folgt die provisorische Aufnahme. Beim Shar Pei hat dieser Weg Jahrzehnte gedauert.

Der Chow Chow zeigt eine Besonderheit dieser Listen. Als Ursprungsland steht China, als Patronat aber Großbritannien. Das Patronat trägt der Verband, der den Standard betreut.

Wacher grauer Hund liegt ruhig im Gras
Wacher grauer Hund liegt ruhig im Gras Foto: Kreuzschnabel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Haltung: was das Gesetz für große Hunde vorgibt

Konkrete Zahlen liefert hier § 6 der Tierschutz-Hundeverordnung. Er regelt die Bodenfläche im Zwinger und staffelt sie nach Widerristhöhe.

Widerristhöhe Bodenfläche mindestens
Widerristhöhebis 50 cm Bodenfläche mindestens6 Quadratmeter
Widerristhöheüber 50 bis 65 cm Bodenfläche mindestens8 Quadratmeter
Widerristhöheüber 65 cm Bodenfläche mindestens10 Quadratmeter

Wörtlich aus § 6 Absatz 2 der Tierschutz-Hundeverordnung, abgerufen am 27. August 2026.

Zwei Zusätze gehören dazu. Jede Seite muss mindestens der doppelten Körperlänge des Hundes entsprechen. Keine Seite darf kürzer als zwei Meter sein.

Diese Werte gelten für die Zwingerhaltung. Sie sind trotzdem ein brauchbarer Maßstab für die Frage, wie viel Platz ein sehr großer Hund braucht.

Dazu kommt § 2 derselben Verordnung. Jedem Hund stehen ausreichend Auslauf im Freien zu, mehrmals täglich Umgang mit seiner Betreuungsperson und regelmäßiger Kontakt zu Artgenossen.

Zucht und die gesetzliche Grenze

Auch ohne Rassestandard gilt in Deutschland § 11b des Tierschutzgesetzes. Verboten ist das Züchten, wenn Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt, wenn sie untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.

Der Paragraf nennt drei weitere Fälle. Erblich bedingte Verhaltensstörungen mit Leiden gehören dazu, ebenso der Fall, dass die Haltung nur unter Schmerzen möglich ist.

Für dich heißt das: Die Prüfung liegt bei dir. Ohne Zuchtbuch gibt es keinen Zuchtwart, der eine Verpaarung ablehnt.

Ich frage in solchen Fällen nach den Auswertungen von Hüfte und Ellenbogen der Elterntiere. Bei sehr großen Hunden ist das die wichtigste Frage überhaupt.

Ernährung eines sehr großen Hundes

Große Hunde wachsen lange. In dieser Zeit entscheidet das Verhältnis von Calcium zu Phosphor mit darüber, wie gleichmäßig der Knochenbau reift.

Wer roh füttert, gleicht das über ein Mineralpulver aus. Das Lucky Pets Barf Pulver besteht aus Hefe, Algenkalk und Seealgenmehl mit 7,93 Prozent Calcium sowie 0,72 Prozent Phosphor. Die Dosierung liegt bei einem Teelöffel je 10 Kilogramm Körpergewicht am Tag.

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Wie viel dein Hund tatsächlich braucht, klärt die Tierarztpraxis. Bei Welpen großer Rassen lohnt sich dieses Gespräch früh.

Wacher weißer Hund wird mit dem Stethoskop untersucht
Wacher weißer Hund wird mit dem Stethoskop untersucht Foto: Nenad Stojkovic / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Kauf: worauf du ohne Standard achten musst

Der erste Schritt ist die Frage nach dem Zuchtbuch. Lass dir zeigen, wer es führt und welche Untersuchungen darin verlangt werden.

Der zweite Schritt ist der Blick auf die Elterntiere. Größe, Bewegung, Verhalten bei Besuch. Ohne Standard sind die Eltern deine einzige verlässliche Auskunft über den Welpen.

Der dritte Schritt betrifft die Herkunft. Frag vor jeder Einfuhr aus einem Land außerhalb der EU beim zuständigen Veterinäramt nach den geltenden Anforderungen.

Mein Tipp: Fahr zum Wurf und sieh dir das Muttertier an. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden, so steht es in § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Über Preise schreibe ich hier bewusst nichts.

Passt so ein Hund zu dir?

Ein sehr großer Wach- und Schutzhund ist keine Entscheidung nebenbei. Er braucht Fläche, eine klare Führung und Menschen, die viel zu Hause sind.

Er passt nicht zu dir, wenn du deinen ersten Hund suchst. Er passt auch nicht, wenn regelmäßig fremde Menschen durch dein Grundstück gehen.

Und er passt nicht zu dir, wenn dir die Herkunft egal ist. Bei einer Rasse ohne internationales Zuchtbuch entscheidet die Sorgfalt des Züchters über alles.

Fazit: Der Laizhou Hong steht nicht im Rassenverzeichnis der FCI, weder unter dem Buchstaben L noch unter den provisorisch anerkannten Rassen. Deshalb gibt es keine geprüfte Widerristhöhe, kein geprüftes Gewicht und keine Lebenserwartung aus einer belastbaren Quelle. Wer einen großen Hund aus dieser Region sucht, findet im FCI-Register den Do-Khyi mit mindestens 66 Zentimetern bei Rüden. Und wer die Haltung plant, findet konkrete Zahlen in § 6 der Tierschutz-Hundeverordnung: ab 65 Zentimetern Widerristhöhe mindestens zehn Quadratmeter Bodenfläche im Zwinger.

Häufige Fragen zum Laizhou Hong

Führt die FCI den Laizhou Hong?

Nein. Im Rassenverzeichnis steht er weder beim Buchstaben L noch auf der Liste der provisorisch anerkannten Rassen.

Wie groß wird ein Laizhou Hong?

Dazu gibt es keine geprüfte Zahl. Ohne Rassestandard fehlt die Grundlage, auf die sich eine Angabe stützen könnte.

Warum steht hier kein Gewicht?

Weil ich keine Quelle gefunden habe, die es belegt. Die im Netz kursierenden Spannen stammen aus zweiter Hand.

Welche chinesischen Rassen führt die FCI?

Unter anderem Chow Chow (Nr. 205), Shar Pei (Nr. 309), Pekingese (Nr. 207), Chinesischer Schopfhund (Nr. 288) und Mops (Nr. 253).

Welcher chinesische Hund ist wirklich groß?

Der Do-Khyi, auch Tibetdogge genannt. Standard Nr. 230 nennt für Rüden mindestens 66 Zentimeter Widerristhöhe.

Bekomme ich für einen Laizhou Hong eine Ahnentafel?

Keine, die über einen FCI-Mitgliedsverband läuft. Papiere aus anderen Registern sagen über Zuchtauflagen wenig aus.

Wie alt wird ein Laizhou Hong?

Eine belastbare Zahl dazu gibt es nicht. Rassestandards nennen ohnehin nie eine Lebenserwartung.

Was gilt in Deutschland für die Haltung großer Hunde?

Bei Zwingerhaltung nennt § 6 der Tierschutz-Hundeverordnung ab 65 Zentimetern Widerristhöhe mindestens zehn Quadratmeter Bodenfläche.

Ist der Laizhou Hong ein Listenhund?

Die Rasselisten sind Ländersache und ändern sich. Frag vor dem Kauf beim Ordnungsamt deines Wohnorts nach.

Was sollte ich vor einer Einfuhr klären?

Sprich vorher mit dem zuständigen Veterinäramt. Die Anforderungen hängen vom Herkunftsland ab und ändern sich.

Kann so ein Hund in einer Wohnung leben?

Die Größe allein entscheidet das nicht. Entscheidend sind täglicher Auslauf, Kontakt zu Artgenossen und eine Aufgabe.

Was heißt das alles für den Kauf?

Ohne Standard gibt es keine Zuchtauflagen, an denen du dich orientieren kannst. Du prüfst dann die Elterntiere selbst.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Fragen zu Wachstum, Gelenken und Ernährung eines sehr großen Hundes gehören in eine Tierarztpraxis.