Malteser: Größe, Fell und Herkunft

Malteser: Größe, Fell und Herkunft

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 11 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Rüden 21–25 cm, Hündinnen 20–23 cm.
  • Der Name kommt nicht von der Insel Malta.
  • Kein Unterfell — das Deckhaar fällt bis zum Boden.
  • Seine Vorfahren waren Rattenfänger in Häfen.

Ich lese beim Malteser immer wieder denselben Irrtum. Der VDH räumt ihn im ersten Satz seines Herkunftstextes ab.

Die kurze Antwort

Ein Begleithund von 20 bis 25 Zentimetern, reinweiß, mit bodenlangem Haar und ohne Unterwolle.

Der entscheidende Punkt

Ohne Unterwolle haart er kaum — dafür braucht das lange Deckhaar tägliche Pflege.

Der Name kommt nicht von Malta

Der VDH stellt es unmissverständlich klar. Sein Name bedeute nicht, dass er von der Insel Malta stamme.

Wacher weißer Malteser steht mit langem Haarkleid
Das lange Haar fällt wie ein gutsitzender Umhang. Foto: Wikimedia Commons, CC0

Das Adjektiv maltais rühre vielmehr von dem semitischen Wort màlat her, welches Zuflucht oder Hafen bedeutet. Diese Wurzel findet sich in vielen maritimen Ortsnamen — der Adriainsel Méléda, der sizilianischen Stadt Melita und eben auch der Insel Malta.

Aus meiner Erfahrung wird dieser Irrtum in fast jedem Rasseporträt wiederholt. Wer ihn kennt, versteht auch die tatsächliche Herkunft besser. Mehr zur Auswahl eines Welpen in Sozialisierung von Welpen.

Merkmal Rüde Hündin
MerkmalWiderristhöhe Rüde21–25 cm Hündin20–23 cm
MerkmalGewicht Rüde3–4 kg (FCI-Standard Nr. 65) Hündin3–4 kg (FCI-Standard Nr. 65)
MerkmalUnterwolle Rüdekeine Hündinkeine
MerkmalFarbe Rüdereines Weiß, blasses Elfenbein zulässig Hündinreines Weiß, blasses Elfenbein zulässig
MerkmalFCI-Gruppe RüdeGesellschafts- und Begleithunde HündinGesellschafts- und Begleithunde

Rassedaten nach dem VDH-Rasselexikon.

Vom Rattenfänger zum Schoßhund

Die Vorfahren dieses kleinen Hundes lebten in den Häfen und Küstenorten des zentralen Mittelmeeres. Ihre Aufgabe war handfest.

Sie bekämpften die Mäuse und Ratten, die sich in den Lagerhäusern der Häfen und in den Laderäumen der Schiffe reichlich vermehrten. Ein Schoßhund war der Malteser damals nicht.

Wacher weißer Malteser steht aufmerksam
Reines Weiß, eine blasse Elfenbeintönung ist zulässig. Foto: Ed Yourdon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Diese Vergangenheit erklärt einiges. Ein Hund, der Ratten stellte, bringt Mut und Aufmerksamkeit mit. Ich sehe beides auch heute noch, wenn man genau hinschaut.

Aristoteles und die römischen Salons

In seinem Verzeichnis der in Europa bekannten Hunde erwähnt Aristoteles zwischen 384 und 322 vor Christus eine Rasse kleiner Hunde. Er gibt ihr den lateinischen Namen canes malitenses.

Im antiken Rom war der Hund ebenfalls bekannt. Der lateinische Dichter Strabon besang ihn im ersten nachchristlichen Jahrhundert als Begleiter respektabler Frauen.

Abbildungen aus der Hand zahlreicher Maler der Renaissance zeigen ihn in den Salons der Epoche an der Seite der schönen Frauen jener Zeit. Damit gehört der Malteser zu den am längsten dokumentierten Rassen überhaupt.

Das Fell: ein Umhang ohne Unterwolle

Der Standard beschreibt das Haar als dicht, glänzend, schimmernd, schwer herabfallend und von seidiger Textur. Es ist auf dem ganzen Körper lang und bleibt in ganzer Länge glatt, ohne Spuren von Locken oder Kräuselung.

Kopf eines wachen Maltesers
Auf dem Nasenrücken vermengt sich das Haar mit dem Barthaar. Foto: Ajaime11 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Auf dem Rumpf muss seine Länge die Widerristhöhe übertreffen. Es soll schwer auf den Boden fallen, wie ein gutsitzender Umhang, der sich dem Körper anschmiegt.

Für die Pflege entscheidend ist ein anderer Satz: Es gibt keine Unterwolle. Meine langjährige Erfahrung mit solchen Fellen zeigt, dass sie kaum haaren, aber täglich durchgekämmt werden müssen. Mehr dazu in Fellpflege beim Hund.

Was ein Malteser im Alltag braucht

  • Tägliches Kämmen — ohne Unterwolle verfilzt das Deckhaar schnell.
  • Kontrolle der Augenpartie, damit das Haar nicht ins Auge gerät.
  • Ausreichend Auslauf trotz kleiner Größe.
  • Sichere Untergründe — kleine Hunde springen oft von Möbeln.
  • Kontakt zu Artgenossen, wie es § 2 TierSchHuV verlangt.

Zur Aufzucht: Welpen richtig füttern.

Wo Locken erlaubt sind

Ganz ohne Ausnahme kommt der Standard nicht aus. Wirbel und Büschel sind zulässig an den vorderen Gliedmaßen vom Ellbogen bis zur Pfote und an den hinteren vom Knie bis zur Pfote. Ältere Übersetzungen sprechen hier von Locken und Flocken. Gemeint ist beides Mal dasselbe: aufgestellte Haarwirbel, keine Kräuselung. Krauses Haar schließt derselbe Standard nämlich von der Zucht aus.

Auf dem Kopf ist das Haar sehr lang. Auf dem Nasenrücken reicht es so weit, dass es sich mit dem Barthaar vermengt, auf dem Schädel bis zum Haar der Ohren.

Auf der Rute fällt das Haar nur zu einer Rumpfseite, also auf Flanke und Schenkel. Es reicht bis zum Sprunggelenk. Diese Details entscheiden auf Ausstellungen, im Alltag betreffen sie vor allem den Pflegeaufwand.

Farbe, Haltung und Gesundheit

Zulässig ist reines Weiß, eine blasse Elfenbeintönung ist erlaubt. Spuren einer blassen Orangetönung werden toleriert, gelten aber als unerwünscht und als Unvollkommenheit.

Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt in § 2 Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers, mehrmals täglich Umgang mit der Betreuungsperson und regelmäßigen Kontakt zu Artgenossen. Auch ein kleiner Hund fällt darunter. Grundlagen zur Führung stehen in Erziehung des Hundes.

Bei kleinen Rassen sehe ich Sprünge von Sofa und Bett als das größte Gelenkrisiko. Was dabei passiert, erklärt Gelenke beim Hund. Unterstützend gibt es die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel und Kollagen.

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Größe und Gewicht

Die Maße des VDH stammen aus dem Originalstandard. Der FCI-Standard Nr. 65 führt die Rasse unter ihrem italienischen Namen MALTESE. Für Rüden nennt er 21 bis 25 Zentimeter Widerristhöhe. Bei Hündinnen sind es 20 bis 23 Zentimeter.

Ein Gewicht steht dort ebenfalls, anders als im VDH-Rasselexikon. Der Standard nennt 3 bis 4 Kilogramm. Damit gehört der Malteser zu den wenigen kleinen Rassen mit einer klaren Kiloangabe im Text.

Angabe So steht es im Standard
AngabeWiderristhöhe Rüde So steht es im Standard21 bis 25 cm
AngabeWiderristhöhe Hündin So steht es im Standard20 bis 23 cm
AngabeGewicht So steht es im Standardvon 3 bis 4 kg
AngabeZu groß oder zu klein So steht es im Standardschwerer Fehler bei Rüden über 26 cm oder unter 19 cm, bei Hündinnen über 25 cm und unter 18 cm
AngabeRumpflänge So steht es im Standardübertrifft die Widerristhöhe um etwa ein Drittel
AngabeRutenlänge So steht es im Standardetwa 60 Prozent der Widerristhöhe
AngabeKlassifikation So steht es im StandardGruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 1 Bichons und verwandte Rassen, ohne Arbeitsprüfung

FCI-Standard Nr. 65 (MALTESE), deutsche Fassung, veröffentlicht am 13. November 2015.

Die Grenzen nach oben und unten halte ich beim Welpenkauf für die nützlichste Zahl der ganzen Tabelle. Ein Rüde über 26 Zentimeter ist zu groß. Ein Rüde unter 19 Zentimeter ist zu klein. Wer dir einen besonders winzigen Malteser als Rarität anbietet, verkauft dir keinen Vorzug. Er verkauft dir einen schweren Fehler.

Wesen im Alltag

Beim Wesen fasst sich der Standard kurz. Der Malteser sei lebhaft, zärtlich, sehr entspannt und sehr intelligent. Mehr als diese vier Eigenschaften steht dort nicht.

Lebhaft heißt im Alltag vor allem eines: Er meldet. Ein wacher Kleinhund kündigt den Postboten zuverlässig an. Wer das nicht früh in ruhige Bahnen lenkt, hört es jahrelang.

Zärtlich und sehr entspannt beschreiben einen Hund, der Nähe sucht. Er liegt gern neben dir auf dem Sofa. Mit älteren Kindern kommt er gut zurecht, solange sie seine Ruhezeiten achten. Ein Vierkilohund und ein Kleinkind brauchen dagegen Aufsicht.

Sehr intelligent klingt nach Vorteil und kostet doch Arbeit. Ein Malteser lernt Abläufe schnell — auch die, die du ihm nie beibringen wolltest. Suchspiele in der Wohnung lasten ihn oft besser aus als eine dritte Runde um den Block. Der Standard beschreibt ohnehin das Zuchtziel, nicht deinen einzelnen Hund. Wie du ihn führst, steht in Erziehung des Hundes.

Gesundheit und was der Standard ausschließt

Eine Lebenserwartung nennt der FCI-Standard nicht. Ich schreibe deshalb keine hin. Was er sehr wohl nennt, ist die Liste der Fehler, die einen Hund von der Zucht ausschließen.

Zwei Punkte darin haben mit dem Aussehen nichts zu tun. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind disqualifiziert. Dasselbe gilt für Hunde mit deutlichen körperlichen Abnormitäten oder mit Verhaltensstörungen. Wesen ist beim Malteser also kein weiches Kriterium.

Die übrigen Punkte kreisen um Pigment und Farbe. Ein völlig entpigmentierter Nasenschwamm schließt aus, ebenso jede andere Nasenfarbe als Schwarz. Auf derselben Liste stehen völlig entpigmentierte Augenlider, ein Glasauge, verschiedenfarbige Flecken und krauses Haar. Dazu jede andere Farbe als Weiß, mit Ausnahme einer blassen Elfenbeintönung. Auch eine fehlende oder gekürzte Rute disqualifiziert, angeboren wie erworben.

Als einfache Fehler führt der Standard beidseitiges Schielen und einen überlangen Körper. Schwere Fehler sind die Ramsnase und ein ausgeprägter Vorbiss. Beides betrifft den Kiefer. Dort lohnt bei kleinen Rassen ohnehin der regelmäßige Blick. Wie du daraus eine Routine machst, steht in Zähne putzen beim Hund.

Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt für erblich bedingte Verhaltensstörungen, die mit Leiden verbunden sind. Der Standard zieht am Ende dieselbe Linie. Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde dienen.

Welpenkauf: worauf du achten solltest

Der Malteser ist eine anerkannte Rasse mit eigenem Zuchtverband unter dem Dach des VDH. Papiere sind deshalb keine Formsache. Aus der Ahnentafel liest du ab, welche Hunde hinter dem Wurf stehen.

Ich fahre grundsätzlich hin, bevor ich zusage. Das Muttertier muss beim Wurf dabei sein. Die Welpen leben im Haus, nicht in einer Box im Keller. Und der Züchter fragt mich mindestens so gründlich aus wie ich ihn.

Beim Abgabealter gibt das Gesetz die Grenze vor. Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. So steht es in § 2 der Tierschutz-Hundeverordnung. Dieselbe Vorschrift verlangt für Welpen bis zwanzig Wochen mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson am Tag. Wer viel arbeitet, plant das besser vorher ein.

Vor der Abgabe gehört ein kleiner Papierstapel dazu: Ahnentafel, EU-Heimtierausweis mit Chipnummer, Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll. Beim weißen Fell schaue ich zusätzlich auf die Augenpartie der Elterntiere. Preise nenne ich hier bewusst nicht, sie schwanken zu stark. Wie es nach dem Einzug weitergeht, steht in Sozialisierung von Welpen.

Passt der Malteser zu dir?

Vier Kilogramm passen in jede Wohnung. Das Fell passt nicht in jeden Wochenplan. Diese zwei Sätze fassen die Rasse ziemlich genau zusammen.

Er passt zu dir, wenn dir das tägliche Kämmen leicht von der Hand geht. Ohne Unterwolle verfilzt das lange Deckhaar schnell. Ein fester Termin für den Schnitt gehört fest in den Kalender. Wer beides als lästige Pflicht empfindet, wird mit dieser Rasse nicht glücklich. Was dort passiert, steht in Hundefriseur.

Er passt zu dir, wenn du viel zu Hause bist. Ein so anhänglicher Hund ist keiner für lange Bürotage. Alleinbleiben lernt er, es bleibt aber nie sein Lieblingsprogramm. Auch ohne Garten kommt er gut zurecht, sofern er mehrmals täglich raus darf.

Er passt nicht zu dir, wenn du robuste Gesellschaft für einen wilden Familienalltag suchst. Ein Hund dieser Größe verletzt sich schnell, wenn jemand auf ihn tritt. Wer kleine Kinder hat, braucht deshalb feste Regeln für den Umgang. Und wer weiße Haare auf dunklem Boden nicht sehen mag, sollte sich das vorher ehrlich eingestehen.

Fazit: Der Malteser misst als Rüde 21 bis 25 Zentimeter, als Hündin 20 bis 23. Der FCI-Standard Nr. 65 nennt dazu 3 bis 4 Kilogramm. Sein Name geht nicht auf die Insel Malta zurück, sondern auf das semitische Wort màlat für Hafen — und seine Vorfahren bekämpften Ratten in Lagerhäusern und Schiffsladeräumen. Das Fell ist dicht, seidig und bodenlang, hat aber keine Unterwolle. Zulässig ist reines Weiß mit blasser Elfenbeintönung.

Häufige Fragen zum Malteser

Wie groß wird ein Malteser?

Rüden 21 bis 25 cm, Hündinnen 20 bis 23 cm.

Wie schwer wird er?

Der FCI-Standard Nr. 65 nennt 3 bis 4 Kilogramm.

Stammt der Malteser von Malta?

Nein. Der Name geht auf das semitische Wort màlat für Hafen zurück.

Woher kommt er dann?

Aus den Häfen und Küstenorten des zentralen Mittelmeeres.

Was war seine ursprüngliche Aufgabe?

Seine Vorfahren bekämpften Mäuse und Ratten in Lagerhäusern und Schiffen.

Hat er Unterwolle?

Nein. Der Standard sagt ausdrücklich: Es gibt keine Unterwolle.

Wie lang ist sein Fell?

Auf dem Rumpf länger als die Widerristhöhe — es fällt bis zum Boden.

Darf das Fell locken?

Nein. Es bleibt in ganzer Länge glatt, ohne Locken oder Kräuselung.

Wo sind Locken erlaubt?

An den Vorderläufen ab dem Ellbogen und an den Hinterläufen ab dem Knie.

Welche Farbe ist zulässig?

Reines Weiß, eine blasse Elfenbeintönung ist erlaubt.

Seit wann ist die Rasse bekannt?

Aristoteles erwähnte sie bereits im vierten Jahrhundert vor Christus.

Zu welcher Gruppe gehört er?

Zu den Gesellschafts- und Begleithunden, Sektion Bichons.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

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Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung.