Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 28.08.2026 · Lesezeit: 10 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Rasse namens Borsky gibt es im FCI-Register nicht.
- Gemeint ist fast immer der Barsoi, FCI-Standard Nr. 193.
- Rüden 75 bis 85 cm, Hündinnen 68 bis 78 cm — ein Gewicht nennt der Standard nicht.
- Blaue Augen sind beim Barsoi ein disqualifizierender Fehler.
Das Erscheinungsbild der Borsky-Hunde lässt sich nur beschreiben, wenn man zuerst den Namen klärt. Und der klärt sich schneller, als viele erwarten.
Ich habe im Namensregister der FCI nachgesehen, in dem alle anerkannten Rassen mit Nummer stehen. Ein Borsky ist nicht darunter.
Die kurze Antwort
Borsky ist keine Rasse. Der Name meint fast immer den Barsoi, den Russischen Windhund, FCI-Standard Nr. 193. Manchmal wird damit auch ein Mix aus Barsoi und Siberian Husky bezeichnet, der ebenfalls keinen Standard hat.
Der entscheidende Punkt
Weil der Name verdreht ist, sind auch die Beschreibungen dazu verdreht. Die verbreitete Angabe, diese Hunde hätten blaue Augen, widerspricht dem Standard des Barsoi direkt.
Woher der Name kommt
Die FCI führt jede Rasse in der Sprache ihres Ursprungslandes. Der Barsoi heißt dort Russkaya Psovaya Borzaya.
Aus Borzaya wird im Englischen Borzoi. Aus Borzoi wird beim Abtippen schnell ein Borsky. So wandert eine falsche Schreibweise durch Foren und Verkaufsanzeigen, bis sie wie ein eigener Rassename aussieht.
Daneben gibt es eine zweite Lesart. In englischsprachigen Listen taucht Borsky als Fantasiename für eine Kreuzung aus Barsoi und Siberian Husky auf. Auch dieser Mix ist keine anerkannte Rasse.
Aus meiner Erfahrung heraus ist die Namensklärung bei solchen Suchbegriffen der halbe Artikel. Wer den richtigen Namen kennt, findet ab da belastbare Angaben — etwa in Barsoi: Größe, Wesen und Haltung.
So sieht ein Barsoi aus
Der FCI-Standard Nr. 193 beschreibt einen Hund von aristokratischer Erscheinung: hoch, schlank und stark, harmonisch gebaut, eher hochbeinig, mit relativ schmalem Körper. Die Haut ist dünn, elastisch und ohne Falten.
Das Haar ist lang, weich und seidig, dabei wellig oder in langen Locken. Am Kopf, an den Ohren sowie an den Innenseiten der Gliedmaßen bleibt es sehr kurz und liegt dicht an.
Die Befederung ist lang und glänzend. Sie sitzt am Hals, wo sie einen Muff bildet, dazu an Brustunterseite, Bauch, an der Rückseite der Vorderläufe und der Schenkel sowie unterhalb der Rute.
Die Ohren sind klein, dünn, beweglich, spitz und mit kurzem Haar bedeckt. Die Rute ist eine dünne, lange Säbel- oder Sichelrute mit dichter, reichlicher Befederung.

Der Nasenschwamm ist groß und bei jeder Fellfarbe immer schwarz. Das ist eine der Angaben, an denen sich ein standardgerechter Hund von einer beliebigen Beschreibung im Netz unterscheiden lässt.
Die Farben, vollständig
Farben sind der meistgesuchte Punkt bei dieser Rasse. Die Liste im Standard ist entsprechend lang. Erlaubt sind Weiß sowie verschiedene blasse Schattierungen, genannt werden rotfalb, graufalb und silberfalb.
Dazu kommen Hunde, die an der Haarwurzel hellrot oder hellgrau sind und als Hauptfarbe ein dunkleres Rot oder Grau tragen. Rot mit schwarzer Wolkung wird oft mit dunklem Fang kombiniert, was der Standard als Säbel bezeichnet.
Grau reicht von aschefarben bis gelbgrau. Gestromt bedeutet eine helle, rote oder graue Hauptfarbe mit dunklen Streifen, die wie Schlieren auf Marmor wirken.
Ein Muster zieht sich durch alle Varianten: Die Farben werden nach unten hin heller. Ausgeschlossen sind dagegen Braun samt Kakao, Kaffee und Schokolade sowie Blau und Isabell.
Größe und Gewicht
FCI-Standard Nr. 193 in der Fassung vom 21.04.2020, abgerufen am 28.08.2026. Die gültige offizielle Fassung wurde am 04.09.2019 veröffentlicht.
Damit gehört der Barsoi zu den größten Hunden überhaupt. Ein Gewicht führt der Standard nicht auf. Deshalb steht hier auch keins.
Wer eine belastbare Zahl dazu braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein. Alles andere wäre geraten.
Wesen im Alltag
Zum Charakter sagt der Standard zwei knappe Sätze. Er nennt ein ausgeglichenes Wesen und einen ausgeprägt aufmerksamen Blick, das Verhalten gegenüber Menschen beschreibt er als neutral bis freundlich.
Neutral bis freundlich ist dabei keine Nebensache. Ein Hund, der Fremde weder anspringt noch anbellt, ist im Alltag angenehm und wird trotzdem oft als distanziert empfunden.

Der Standard beschreibt allerdings das Zuchtziel, nicht deinen Hund. Zwischen zwei Barsois liegen dieselben Unterschiede wie zwischen zwei Menschen.
Zwei Gangarten stehen ebenfalls im Text und sagen viel über den Alltag. Im normalen Betrieb geht dieser Hund ausgreifend, frei und im leichten Trab. Bei der Jagd wechselt er in einen äußerst schnellen Galopp.
Haltung und Auslastung
Als Verwendung nennt der Standard Jagdwindhund sowie Renn- und Coursing-Hund. Eingesetzt wurde er vorrangig für die Hasen- und Fuchsjagd, weniger für die Wolfsjagd.
Daraus folgt der wichtigste Punkt für den Alltag. Ein Hund, der Beute auf Sicht verfolgt, entscheidet in dem Moment allein, in dem er sie sieht. Rückruf gegen einen Sichtläufer im Galopp funktioniert nicht.
Praktisch heißt das: gesicherte Flächen, Schleppleine im offenen Gelände, dazu ein Ausgleich für den Kopf. Coursing und Rennen bieten genau das, was diese Hunde können.
Wer nach einem kleineren Hund mit ähnlichem Muster sucht, findet ihn im Whippet. Auch der Greyhound und der Afghanische Windhund gehören in dieselbe Gruppe 10.
Was der Standard ausschließt
Die zuchtausschließenden Angaben sind bei dieser Rasse besonders aufschlussreich, weil sie mehrere Netzbehauptungen direkt widerlegen.
- Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde sind ausgeschlossen.
- Ausgeschlossen sind außerdem Hunde mit deutlichen körperlichen Abweichungen oder Verhaltensstörungen.
- Bei den Augen gelten alle Schattierungen von Grau, Grün und Blau als disqualifizierend, ebenso zwei verschiedenfarbige Augen.
- Bei der Farbe fallen Braun, Blau und Isabell heraus, ebenso eine Nasenspitze in einer anderen Farbe als Schwarz.
- Bei der Rute zählen Korkenzieher, gebrochene Rute sowie eine kupierte Rute dazu, auch eine teilweise kupierte.
Der Punkt mit den Augen ist der wichtigste. Verlangt werden große, mandelförmige Augen in dunkelbraun bis braun mit schwarz umrandeten Lidern.
Die kupierte Rute hat außerdem eine rechtliche Seite. Nach § 6 des Tierschutzgesetzes ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen verboten. Ausnahmen gelten nur bei tierärztlicher Notwendigkeit sowie bei jagdlich geführten Hunden, sofern der Eingriff für die Nutzung unerlässlich ist.
Wie das bei anderen Rassen aussieht, zeigt Dobermann mit spitzen Ohren.
Und wenn wirklich der Mix gemeint ist?
Für die Kreuzung aus Barsoi und Siberian Husky gibt es keinen Standard, also auch keine verbindlichen Maße. Was sich seriös sagen lässt, kommt aus beiden Elternstandards — der Standard Nr. 270 nennt für den Siberian Husky bei Rüden 53,5 bis 60 Zentimeter und 20,5 bis 28 Kilogramm.
Bei Hündinnen sind es dort 50,5 bis 56 Zentimeter und 15,5 bis 23 Kilogramm. Zusammen mit den Barsoi-Maßen ergibt sich für Rüden ein Rahmen von etwa 54 bis 85 Zentimetern, für Hündinnen etwa 51 bis 78 Zentimeter.

Das ist keine Rassefestlegung, sondern der Korridor, in dem die Welpen eines Wurfs liegen können. Der einzelne Hund kann darüber oder darunter landen.
Auch die Augenfrage klärt sich hier. Beim Siberian Husky sind braune und blaue Augen erlaubt, ebenso ein braunes und ein blaues Auge sowie mehrfarbige. Wer also einen blauäugigen Hund als Barsoi angeboten bekommt, sollte genauer nachfragen.
Beim Fell treffen zwei Gegensätze aufeinander. Der Husky trägt ein doppeltes, mittellanges Haarkleid, der Barsoi langes, weiches, seidiges Haar. Was daraus wird, sieht man erst am fertigen Hund.
Woran du ein unseriöses Angebot erkennst
- Der Hund wird als eigenständige Rasse „Borsky" mit Papieren beworben.
- Blaue Augen werden beim Barsoi als besonderes Merkmal herausgestellt.
- Ein Gewicht wird als Rassestandard genannt, obwohl der Standard keines führt.
- Es gibt keine Möglichkeit, das Muttertier beim Wurf zu sehen.
- Der Verkäufer drängt auf eine schnelle Zusage oder Anzahlung.
Der Standard selbst formuliert die Zuchtregel knapp: Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde zugelassen werden.
Welpenkauf: worauf du achten solltest
Frag zuerst nach dem Zuchtverband und nach den Papieren. Ein Barsoi mit Ahnentafel lässt sich einer Zuchtlinie zuordnen, ein Hund ohne alles nicht.
Besichtige den Wurf vor Ort und sieh das Muttertier zusammen mit den Welpen. Wie sie miteinander umgeht, sagt mehr über die Aufzucht als jede Beschreibung.
Abgabealter, Impfstatus und Entwurmung gehören schriftlich dokumentiert. Bei einem sehr großen Hund gehört außerdem ein Gespräch über das Wachstum dazu, denn schnelles Zunehmen ist bei großen Rassen kein gutes Zeichen.
Passt ein Barsoi zu dir?
Er passt zu Menschen mit Platz, mit Geduld und mit gesicherten Flächen zum Laufen. Ein Hund von 85 Zentimetern Schulterhöhe braucht ein Auto, in das er hineinpasst.
Er passt schlecht zu Haushalten, in denen kleine Tiere frei herumlaufen. Das ist keine Frage der Erziehung, sondern der Zuchtaufgabe.
Meine langjährige Erfahrung sagt außerdem: Wer einen Hund erwartet, der jeden Besucher begeistert begrüßt, wird hier enttäuscht. Neutral bis freundlich steht so im Standard und ist genau so gemeint.
Wer noch am Anfang der Überlegung steht, arbeitet besser die Alltagsfragen ab. Sie stehen in Welche Hunderasse passt zu mir?.
Mein Tipp: Nimm den Standard mit zur Besichtigung, ausgedruckt oder auf dem Handy. Wer mit der Nummer 193 in der Hand nach Augenfarbe und Nasenschwamm fragt, bekommt sehr schnell ein ehrliches Gespräch.
Fazit: Borsky-Hunde gibt es als Rasse nicht. Gemeint ist der Barsoi. Für den liegen alle Angaben schwarz auf weiß im FCI-Standard Nr. 193. Wer diesen einen Namen richtig kennt, erkennt ab da jede falsche Beschreibung von selbst.
Häufige Fragen zu Borsky-Hunden und zum Barsoi
Gibt es eine Hunderasse namens Borsky?
Nein. Im Namensregister der FCI steht kein Borsky. Der Name ist eine verdrehte Schreibweise, meistens für den Barsoi.
Wie heißt der Barsoi bei der FCI?
Russkaya Psovaya Borzaya, Standard Nr. 193, Gruppe 10 Windhunde, Sektion 1 der langhaarigen oder befederten Windhunde.
Borsky-Hunde: Wie groß wird ein Barsoi?
Gewünscht sind laut Standard Nr. 193 für Rüden 75 bis 85 Zentimeter Widerristhöhe, für Hündinnen 68 bis 78 Zentimeter.
Wie schwer wird ein Barsoi?
Ein Gewicht führt der Standard nicht auf. Wer eine belastbare Zahl braucht, holt sie beim Zuchtverband oder beim Züchter ein.
Kann ein Barsoi blaue Augen haben?
Nicht standardgerecht. Verlangt werden dunkelbraun bis braun. Alle Schattierungen von Grau, Grün und Blau gelten als disqualifizierender Fehler.
Borsky-Hunde: Welche Farben sind erlaubt?
Weiß, blasse Schattierungen wie rotfalb, graufalb und silberfalb, dazu Rot mit schwarzer Wolkung, Grau von aschefarben bis gelbgrau sowie gestromt.
Borsky-Hunde: Welche Farben sind ausgeschlossen?
Braun samt Kakao, Kaffee und Schokolade sowie Blau und Isabell. Der Nasenschwamm ist bei jeder Fellfarbe schwarz.
Borsky-Hunde: Wie ist das Wesen?
Der Standard nennt ein ausgeglichenes Wesen und einen ausgeprägt aufmerksamen Blick. Das Verhalten gegenüber Menschen wird als neutral bis freundlich beschrieben.
Borsky-Hunde: Wofür wurde er gezüchtet?
Als Jagdwindhund für Hase und Fuchs, weniger für die Wolfsjagd. Heute laufen viele Barsois Coursing und Rennen.
Was ist mit dem Borsky als Mix aus Barsoi und Husky?
Auch dafür gibt es keinen Standard. Aus beiden Elternmaßen ergibt sich bei Rüden ein Rahmen von etwa 54 bis 85 Zentimetern — das ist keine Rassefestlegung.
Darf man die Rute kupieren?
In Deutschland ist das Amputieren von Körperteilen verboten, von engen Ausnahmen abgesehen. Der Standard führt eine kupierte Rute zusätzlich als disqualifizierenden Fehler.
Borsky-Hunde: Wie aufwendig ist die Fellpflege?
Das lange, weiche und seidige Haar mit reichlich Befederung will regelmäßig durchgebürstet werden, besonders an Hals, Brust, Bauch und Rutenunterseite.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 193 – Russkaya Psovaya Borzaya (Barsoi), deutsche Fassung
- FCI-Standard Nr. 270 – Siberian Husky, deutsche Fassung
- § 6 Tierschutzgesetz – Verbot des Amputierens
Über den Autor

Kevin Roth
Co-Gründer von Lucky Pets
Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.
Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung und keine Beratung durch einen Zuchtverband. Maßgeblich für Rassefragen ist immer der gültige FCI-Standard.
