Kanadische Dogge: welche Rasse gemeint ist

Kanadische Dogge: welche Rasse gemeint ist

Stand: August 2026 · Zuletzt geprüft: 27.08.2026 · Lesezeit: 12 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Rasse namens Kanadische Dogge führt die FCI nicht — in keiner der zehn Gruppen.
  • Aus Kanada kennt die FCI genau drei Rassen: Nr. 50, Nr. 211 und Nr. 312.
  • Vier Rassen tragen Dogge im deutschen Namen. Keine davon stammt aus Kanada.
  • Gemeint ist fast immer der Kanadische Eskimohund oder der Neufundländer.

Die Kanadische Dogge steht in vielen Ratgebern als eigene Rasse. Ich habe am 27. August 2026 alle zehn Gruppenseiten der FCI durchgezählt. Diesen Namen gibt es dort nicht. Die Hunde, die gemeint sind, gibt es sehr wohl — sie heißen nur anders.

Die kurze Antwort

Kanadische Dogge ist kein Rassename der FCI. Aus Kanada stammen dort drei Rassen: der Neufundländer (Nr. 50), der Kanadische Eskimohund (Nr. 211) und der Nova Scotia Duck Tolling Retriever (Nr. 312).

Woher die Verwechslung kommt

Das Wort Dogge steht bei der FCI vier Mal — bei Rassen aus Deutschland, Argentinien, Frankreich und Spanien. Aus Kanada kommt keine davon.

Diesen Namen führt die FCI nicht

Das Namensregister der FCI umfasst 362 Rassen. Genau ein Eintrag enthält das Wort Canad. Er lautet Canadian Eskimo Dog und trägt die Nummer 211.

Eine Kanadische Dogge steht dort nirgends. Sie steht auch in keiner Gruppenliste und in keiner Sektion. Wer diesen Namen liest, liest eine Erfindung.

Das heißt nicht, dass es die Hunde nicht gibt. Es heißt, dass die Beschreibungen im Netz aus zwei oder drei echten Rassen zusammengerührt sind. Aus meiner Erfahrung passiert genau das bei jeder Rasse, deren Name irgendwann falsch übersetzt wurde.

Wacher Hund mit Geschirr sitzt im Freien
Wacher Hund mit Geschirr sitzt im Freien Foto: Kreuzschnabel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Drei Rassen aus Kanada — das ist die ganze Liste

Ich bin die zehn Gruppenseiten durchgegangen und habe jedes Mal nach dem Herkunftsland Kanada gesucht. Drei Treffer, mehr nicht.

Rasse Standard Gruppe und Sektion Gültig seit
RasseNeufundländer StandardNr. 50 Gruppe und SektionGruppe 2, Sektion 2.2 Molossoide, Berghunde Gültig seit29.10.1996
RasseKanadischer Eskimohund StandardNr. 211 Gruppe und SektionGruppe 5, Sektion 1 Nordische Schlittenhunde Gültig seit28.02.2018
RasseNova Scotia Duck Tolling Retriever StandardNr. 312 Gruppe und SektionGruppe 8, Sektion 1 Apportierhunde Gültig seit24.06.1987

Alle Rassen mit Herkunftsland Kanada in der FCI-Rassennomenklatur, abgerufen am 27. August 2026.

Der Retriever fällt als Verwechslung weg. Er steht in Gruppe 8 bei den Apportierhunden, nicht bei den Molossoiden. Bleiben zwei ernsthafte Kandidaten.

Vier Rassen heißen Dogge — keine aus Kanada

Die Gegenprobe habe ich ebenfalls gemacht. Gesucht habe ich diesmal nach dem Wort Dogge im deutschen Rassenamen.

Rasse mit Dogge im Namen Standard Ursprungsland
Rasse mit Dogge im NamenDeutsche Dogge StandardNr. 235 UrsprungslandDeutschland
Rasse mit Dogge im NamenArgentinische Dogge StandardNr. 292 UrsprungslandArgentinien
Rasse mit Dogge im NamenBordeauxdogge StandardNr. 116 UrsprungslandFrankreich
Rasse mit Dogge im NamenMallorca-Dogge StandardNr. 249 UrsprungslandSpanien

Alle Rassen, deren deutscher FCI-Name das Wort Dogge enthält. Stand 27. August 2026, ohne die Französische Bulldogge aus Gruppe 9.

Kanada taucht in dieser Spalte nicht auf. Wie streng die Rechtslage bei einzelnen dieser Rassen ist, steht im Beitrag Argentinische Dogge.

Der Kanadische Eskimohund: der Hund der Inuit

Wer über Schlitten, Inuit und arktische Arbeit liest, meint diese Rasse. Der FCI-Standard Nr. 211 beschreibt ihre Aufgabe sehr konkret.

Ein Hund zog täglich zwischen 45 und 80 Kilogramm. Die Strecke lag dabei zwischen 25 und 110 Kilometern. Im Sommer trug er als Packhund bis zu 15 Kilogramm.

Dazu kam die Jagd. Er spürte die Atemlöcher der Robben auf. Moschusochse und Polarbär hielt er für die Jäger in Schach.

Von Mastiffs stammt er nicht ab. Sein Standard ordnet ihn der Familie der Spitze zu. Die Geschichte reicht 1100 bis 2000 Jahre zurück, in die Thule-Kultur der Inuit.

Der heutige Stamm geht auf die Zucht der Eskimo Dog Research Foundation zurück. Sechs Jahre Arbeit, überwiegend finanziert von den Regierungen Kanadas und der Nordwest-Territorien. Gekauft wurden dafür Hunde aus der Restpopulation der Inuit.

Angabe So steht es im Standard Nr. 211
AngabeWiderristhöhe Rüde So steht es im Standard Nr. 21158 bis 70 cm
AngabeWiderristhöhe Hündin So steht es im Standard Nr. 21150 bis 60 cm
AngabeGewicht Rüde So steht es im Standard Nr. 21130 bis 70 kg
AngabeGewicht Hündin So steht es im Standard Nr. 21118 bis 30 kg
AngabeStirnbreite zwischen den Ohren So steht es im Standard Nr. 211Rüden 13 bis 15 cm, Hündinnen 11 bis 14 cm
AngabeDeckhaar So steht es im Standard Nr. 2117 bis 15 cm, Haarwechsel im August oder September
AngabeKlassifikation So steht es im Standard Nr. 211Gruppe 5, Sektion 1, ohne Arbeitsprüfung

Maße wörtlich aus dem FCI-Standard Nr. 211 (Canadian Eskimo Dog), deutsche Fassung vom 7. November 2018.

Wesen: was der Standard über Kinder sagt

An dieser Stelle weicht der Standard scharf von den Ratgebertexten ab. Er nennt den erwachsenen Hund sanftmütig und liebevoll gegenüber jedermann, solange er Aufmerksamkeit genießt.

Wacher Hund steht aufmerksam in einer Felslandschaft
Wacher Hund steht aufmerksam in einer Felslandschaft Foto: Maurizio Ceol / Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Dann folgt die Einschränkung. Verglichen mit einer modernen Hausrasse zeigt er einen fast übermäßigen Eifer — beim Fressen, bei der Arbeit, bei der Verteidigung, beim Spiel.

Deshalb, so der Standard weiter, sei er eher ein Begleiter für Erwachsene als ein Kamerad für Kinder. Ein Satz, den kein Ratgeber zitiert. Ich zitiere ihn, weil er die wichtigste Auskunft der ganzen Seite ist.

Ein zweiter Satz steht daneben. Er solle nicht als Schoßhund gesehen werden, sondern als Hund des Urtyps. Wohnungshaltung ist damit kein Thema.

Der Neufundländer: der große Kanadier aus Gruppe 2

Der zweite Kandidat ist der Neufundländer. Als Verwendung nennt der Standard Nr. 50 zwei Aufgaben: Schlittenhund für schwere Lasten sowie Wasserhund.

Sein Wesen fasst derselbe Standard freundlich zusammen. Er drücke Wohlwollen und Milde aus, gelte als majestätisch, fröhlich und unternehmungslustig. Bekannt sei er für stete Liebenswürdigkeit und Gelassenheit.

Bei der Größe nennt der Standard Durchschnittswerte. Rüden messen 71 Zentimeter und wiegen etwa 68 Kilogramm. Hündinnen kommen auf 66 Zentimeter und etwa 54 Kilogramm.

Die Insel gab der Rasse den Namen. Einheimische Hunde trafen dort auf den großen schwarzen Bärenhund, den die Wikinger nach dem Jahr 1100 mitbrachten. Mehr dazu steht im Rasseporträt Neufundländer.

Die schwarz-weiße Spielart hat einen eigenen Namen bekommen. Wie sich der Landseer davon unterscheidet, ist eine eigene Geschichte.

Die Deutsche Dogge: das Wort, das die Verwirrung stiftet

Warum überhaupt jemand von einer Kanadischen Dogge spricht, erklärt der Standard Nr. 235 fast nebenbei. Die Rasse hieß über Jahrzehnte ganz verschieden.

Ulmer Dogge, Englische Dogge, Dänische Dogge, Hatzrüde, Saupacker, Große Dogge. Sechs Namen für Hunde, die sich nur in Farbe und Größe unterschieden.

Erst 1878 machte ein siebenköpfiges Komitee in Berlin Schluss damit. Unter Vorsitz von Dr. Bodinus beschloss es, alle Varietäten unter dem Namen Deutsche Dogge zu führen.

Im Englischen blieb es beim alten Muster. Dort heißt sie bis heute Great Dane, also Große Dänin. Wer daraus eine Kanadische Dogge macht, setzt die Reihe fort. Die echten Maße stehen im Rasseporträt Deutsche Dogge.

Seit dem 21. August 2024 gilt eine neue Fassung des Standards. Sie nennt bei Rüden 80 Zentimeter Mindestgröße, 90 sollen nicht überschritten werden. Bei Hündinnen lauten die Zahlen 72 und 84.

Welche der drei meinst du?

Die Entscheidung fällt leichter, wenn du auf die Aufgabe schaust statt auf das Aussehen. Drei Fragen reichen dafür.

Wacher dunkler Hund sitzt aufmerksam im Gras
Wacher dunkler Hund sitzt aufmerksam im Gras Foto: Kreuzschnabel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

So ordnest du die Beschreibung ein, die du gelesen hast

  • Steht dort Schlitten, Arktis oder Inuit? Dann ist der Kanadische Eskimohund gemeint, Nr. 211.
  • Steht dort Wasser, Rettung oder Schwimmhäute? Dann ist es der Neufundländer, Nr. 50.
  • Steht dort Apoll, Eleganz oder 80 Zentimeter Schulterhöhe? Dann ist es die Deutsche Dogge, Nr. 235.
  • Steht dort Mastiff-Abstammung und Herdenarbeit zugleich? Dann ist der Text erfunden.

Wie groß es im Extrem wirklich wird, zeigt Schwerster Hund der Welt.

Pflege: pflegeleicht ist keine dieser Rassen

Die Behauptung vom kurzen, glatten Fell hält bei keinem der beiden Kanadier stand. Beim Eskimohund misst das Außenkleid 7 bis 15 Zentimeter. Darunter liegt ein sehr dichtes Unterhaar.

Einmal im Jahr geht dieses Unterhaar ab, meist im August oder September. Wer dann nicht täglich kämmt, hat die Wohnung voll. Rüden tragen zusätzlich mähnenähnliches Haar über Hals und Schulter.

Beim Neufundländer heißt das Haar wasserundurchlässiges Stockhaar. Die Unterwolle ist weich und dicht, im Winter dichter als im Sommer. Trimmen und Scheren sind laut Standard nicht zu empfehlen.

Ein Detail der Ausschlussliste passt dazu. Beim Eskimohund gilt gestutztes oder durch Schneiden verändertes Fell als disqualifizierender Fehler. Wer einen nordischen Hund im Sommer schert, nimmt ihm den Hitzeschutz — genauso wie beim Alaskan Malamute.

Bei so schweren Hunden schaue ich früh auf die Gelenke. Zum Futter geben wir die Lucky Pets Gelenktabletten mit Grünlippmuschel, Glucosamin, MSM, Chondroitin, Ingwer, Teufelskralle sowie Weihrauch. Bis 20 Kilogramm eine halbe Tablette, von 20 bis 40 Kilogramm eine, darüber zwei. Ein Ergänzungsfuttermittel ersetzt keine tierärztliche Behandlung.

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Welpenkauf: worauf du achten solltest

Der erste Punkt ist der Name im Papier. Steht dort Kanadische Dogge, steht dort nichts. Eine Ahnentafel nennt immer die Rasse, wie die FCI sie führt.

Frag deshalb nach dem Standard und der Nummer. Nr. 211, Nr. 50 oder Nr. 235 — eine dieser drei Zahlen muss fallen. Ein Züchter, der ausweicht, verkauft dir etwas anderes.

Meine langjährige Erfahrung mit großen Rassen sagt: Sieh dir das Muttertier beim Wurf an. Achte auf den Gang, auf die Ellenbogen, auf das Atmen nach dem Aufstehen.

Über dem Standard steht das Gesetz. § 11b des Tierschutzgesetzes verbietet Zuchten, bei denen den Nachkommen erblich bedingt Körperteile für den artgemäßen Gebrauch fehlen. Dasselbe gilt, wenn erblich bedingte Verhaltensstörungen mit Leiden verbunden sind.

Was beim Züchterbesuch vorliegen sollte

  • Ahnentafel mit dem FCI-Rassenamen und der Standardnummer.
  • Zuchtverband, in Deutschland ein Verein unter dem Dach des VDH.
  • EU-Heimtierausweis mit Chipnummer.
  • Impfnachweis und Entwurmungsprotokoll.
  • Muttertier beim Wurf, Abgabe erst nach der achten Lebenswoche.

Über Preise schreibe ich hier bewusst nichts. Sie sagen über die Zucht nichts aus.

Passt einer dieser Hunde zu dir?

Beim Eskimohund fällt die Antwort am klarsten aus. Er wurde für Zugarbeit im Rudel gezüchtet, nicht für das Sofa. Ohne Aufgabe und ohne Platz wird das nichts.

Der Neufundländer ist der ruhigere Weg. Sein Standard betont Gelassenheit und Liebenswürdigkeit. Trotzdem sind 68 Kilogramm kein Hund für eine kleine Wohnung im dritten Stock.

Die Deutsche Dogge braucht vor allem eines: eine hohe Reizschwelle im Alltag und Menschen, die ruhig führen. Sozialverträgliches Verhalten nennt ihr Standard von größter Bedeutung.

Fazit: Eine Kanadische Dogge gibt es bei der FCI nicht. Aus Kanada führt sie genau drei Rassen — den Neufundländer unter Nr. 50, den Kanadischen Eskimohund unter Nr. 211 und den Nova Scotia Duck Tolling Retriever unter Nr. 312. Das Wort Dogge tragen vier Rassen aus Deutschland, Argentinien, Frankreich und Spanien. Wer über Schlitten und Inuit liest, meint den Eskimohund. Sein Standard nennt ihn eher einen Begleiter für Erwachsene als einen Kameraden für Kinder. Und pflegeleicht ist von diesen Hunden keiner.

Häufige Fragen zur Kanadischen Dogge

Gibt es eine Hunderasse namens Kanadische Dogge?

Nein. Die FCI führt diesen Namen in keiner ihrer zehn Gruppen. Gemeint ist meist der Kanadische Eskimohund oder der Neufundländer.

Welche Rassen aus Kanada kennt die FCI?

Genau drei: Neufundländer (Nr. 50), Kanadischer Eskimohund (Nr. 211) und Nova Scotia Duck Tolling Retriever (Nr. 312).

Welche Rassen heißen bei der FCI Dogge?

Vier. Deutsche Dogge, Argentinische Dogge, Bordeauxdogge und Mallorca-Dogge. Keine davon kommt aus Kanada.

Wie groß wird ein Kanadischer Eskimohund?

Rüden 58 bis 70 Zentimeter, Hündinnen 50 bis 60. Das Gewicht liegt bei 30 bis 70 beziehungsweise 18 bis 30 Kilogramm.

Ist der Kanadische Eskimohund ein Familienhund?

Sein Standard nennt ihn eher einen Begleiter für Erwachsene als einen Kameraden für Kinder.

Kanadische Dogge: Wie schwer wird ein Neufundländer?

Der Standard nennt im Durchschnitt etwa 68 Kilogramm für Rüden und etwa 54 für Hündinnen.

Stammt der Kanadische Eskimohund von Mastiffs ab?

Nein. Sein Standard ordnet ihn der Familie der Spitze zu.

Wie hoch wird eine Deutsche Dogge?

Rüden ab 80 Zentimeter, 90 sollten nicht überschritten werden. Bei Hündinnen sind es 72 und 84.

Ist das Fell dieser Rassen pflegeleicht?

Nein. Beim Eskimohund misst das Deckhaar 7 bis 15 Zentimeter, der Neufundländer trägt dichtes Stockhaar mit Unterwolle.

Wofür wurde der Kanadische Eskimohund gezüchtet?

Als Zughund, als Jagdhelfer an Robbenatemlöchern und im Sommer als Packhund mit bis zu 15 Kilogramm Last.

Warum heißt die Deutsche Dogge auf Englisch Great Dane?

Alte Bezeichnungen wie Dänische Dogge oder Ulmer Dogge standen für dieselben Hunde. Erst 1878 fasste ein Komitee in Berlin alles unter einem Namen zusammen.

Wie alt werden diese Rassen?

Eine Lebenserwartung steht in keinem der drei Standards. Ich schreibe deshalb keine hin.

Quellen

Über den Autor

Kevin Roth, Co-Gründer von Lucky Pets

Kevin Roth

Co-Gründer von Lucky Pets

Die Idee hinter Lucky Pets entstand aus der Erfahrung, dass viele Alltagsbeschwerden bei Hunden falsch behandelt oder einfach ausgesessen werden. Unser Ziel war eine Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert, ohne Stress für Hund und Halter.

Gemeinsam mit Tierärzten und Ernährungsexperten entwickeln wir Ergänzungsfutter mit pflanzlichen Zutaten, das du deinem Hund einfach zum Futter gibst. In Deutschland hergestellt — und von über 80.000 Hundehaltern im Alltag erprobt.

Dieser Ratgeber ersetzt keine tierärztliche Beratung. Über Gelenke, Gewicht und jeden Befund entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.